Die Zuschussfrage ist für Gastronom Helmut Gröner deshalb so wichtig, weil er sich von dem neuen Serviceangebot keinen wirklichen Zugewinn erwartet. "An der Tankstelle verdiene ich nichts", sagt der Gastwirt. Warum er dennoch eine solche Lademöglichkeit einrichten will, erklärt Gröner so: Er sei davon überzeugt, dass die E-Mobilität in wenigen Jahren bereits Standard werden wird. Wer solle auf die Idee kommen, ausgerechnet in Kreenheinstetten nach einer Lademöglichkeit für seinen bedenklich leeren Autoakku zu suchen? Diese Frage wird mit dem Konzept beantwortet, das der Kreenheinstettener zusammen mit der Firma Senertec in Engen ausgearbeitet hat. "Unsere Stromzapfsäule wird in einer App erfasst", sagt Gröner. Konkret sieht das dann so aus, dass der Fahrer eines Elektroautos per Smartphone-App nach einer Elektrotankstelle in der Nähe suchen kann. Während der Autoakku für die Fortsetzung der Fahrt aufgeladen wird, hat der Fahrer die Möglichkeit, in der "Traube" zu speisen oder Kaffee zu trinken. Um die nötige Energieversorgung will sich Helmut Gröner selbst kümmern: Sie besteht aus einer Fotovoltaik-Anlage und einer Vorrichtung zur Kraft-Wärme-Kopplung.

Peter Löser ist bei der Firma Senertec für die Planung und den Bau der Anlage verantwortlich. Der Energiefachmann erläutert das Konzept weiter: "Die Anlage wird vollelektronisch überwacht." Die Zahlung erfolge ebenfalls völlig elektronisch. Der Kreenheinstettener Gastronom habe allerdings die Möglichkeit, sich jederzeit in die Anlage einzuklinken, um beispielsweise Daten für die Ausarbeitung einer Statistik abzurufen. Außerdem könne Gröner den Preis für die Kilowattstunde Strom selbst bestimmen.

Zunächst soll an der Anlage nur ein Autoakku aufgeladen werden können. Sollte sich die Nachfrage aber entwickeln, sei der Ausbau für drei Autos möglich, die gleichzeitig angeschlossen werden können, so der Engener Planer. Diese vollelektronische Überwachung zusammen mit der Nutzung einer Fotovoltaikanlage und einer Kraft-Wärme-Kopplung sei, so betont Löser, technisches Neuland.

Fördermöglichkeiten

Fördermöglichkeiten für die Einrichtung einer privaten Elektro-Tankstelle bieten sowohl der Bund, als auch das Land an. Die Bundesregierung hat für das Jahr 2020 als Zielvorgabe die Zahl von 300 000 Elektroautos genannt. Der Bund hat zur Förderung des dafür notwendigen Ladestationen-Netzes rund 300 Millionen Euro eingeplant. (hps)