Da prangt seit neun Jahren ein Bild an der Wand des Betreuungszimmers in der Wildenstein-Schule. In diesem Zeitraum müssen 100 Prozent der Betrachter dicke Tomaten auf den Augen gehabt haben. Sie haben nämlich in dem Bild ein Märchenschloss aus der Welt von 1001 Nacht gesehen. Doch jetzt, zufällig wenige Wochen vor den Kommunal- und Europawahlen, wachen zwei Leibertinger auf und bemühen sich, die aus ihrer Sicht vorhandene Binde von den Augen ihrer Mitbürger zu entfernen. Von wegen Märchenschloss! Es handle sich besonders wegen der Halbmonde um ein "eindeutig islamisches" Motiv.

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Reiner Zufall, dass Michael Koppatz bis vor einiger Zeit Kreisvorsitzender der AfD war. Zusammen mit Mitinitiator Patrick Biselli wird die Unterschriftenliste unter Verschluss gehalten. Vordergründig, um die Unterzeichner vor der Verunglimpfung als "Nazis" zu schützen. Sollte in einer Demokratie nicht jeder zu seiner Meinung stehen?

Neben dem beanstandeten Bild hängt ein Kruzifix an der Wand. Ginge es nach der Logik der Petitions-Organisatoren und der Forderung nach religiöser Neutralität der Schule, müssten sie das christliche Zeichen ebenfalls beanstanden. Richtig gehandelt haben Schule, Verwaltung und Gemeinderat, als sie die Eingabe in öffentlicher Sitzung diskutiert und abgelehnt haben. Man sollte die Kirche im Dorf lassen.