Alt, aber trotzdem jung und quicklebendig. So präsentierte sich am Wochenende der kleinste Leibertinger Ortsteil im Rahmen seiner 1250. Jahrfeier. Am Freitagabend mit einem Festakt und einem Festabend im Bürgerhaus und am Sonntag mit einem bunten Dorffest feierten die 220 Altheimer zusammen mit vielen Gästen die erste urkundliche Erwähnung ihres Gemeinwesens in einer Urkunde aus dem Jahr 768. Dabei ist es, wie beim Festakt erwähnt wurde, gar nicht sicher, dass mit dem Altheim in der Urkunde auch das heutige Dorf Altheim im Kreis Sigmaringen gemeint ist. Infrage käme noch eine gleichnamige Siedlung in der Nähe von Schömberg. Weil dieses Altheim aber schon seit Jahrhunderten nicht mehr besteht, gehen die Altheimer im Kreis Sigmaringen davon aus, dass in der Urkunde natürlich von ihrem Gemeinwesen die Rede ist. Dazu haben die Dorfbewohner nach dem historischen Befund von Heimathistoriker Armin Heim aus Meßkirch auch allen Grund. In seinem geschichtlichen Rückblick beim Festakt am Freitag zeigte sich der Meßkircher überzeugt: „Altheim hat im Jahr 768 bereits bestanden. Darauf deutet die Endung ...heim hin.“ Heim sieht die Ortsgründung im Zusammenhang mit der ehemaligen Römerstraße und dem ebenfalls römischen Gutshof „Altstadt“ in der unmittelbaren Nachbarschaft von Altheim.

Viele Gäste kamen zum Dorffest.
Viele Gäste kamen zum Dorffest. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Starker Bürgersinn

Als ganz besonderes Kennzeichen der kleinen Ortschaft werteten übereinstimmend Bürgermeister Armin Reitze und Erster Landesbeamter Rolf Vögtle den starken Bürgersinn. Der Vertreter von Landrätin Stefanie Bürkle erklärte: „Alleine schon die Tatsache, dass Altheim ein solches Fest stemmt, ist ein Zeichen für Bürgersinn.“ Der Rathauschef wertete das Jubiläumswochenende als „großartiges Engagement von vielen Bürgern“. Reitze: „Der Zusammenhalt der Bürger ist in kleinen Kommunen wie Altheim besser als in großen Städten.“ Der Ortsvorsteher erklärte ebenfalls: „Altheim kann stolz sein auf seine Einwohner.“ Helmut Straub erinnerte an die intensive, insgesamt fast drei Jahre andauernde Vorbereitungszeit. In dieser Zeit seien viele Ideen umgesetzt worden. Unter anderem haben sich Altheimer für ein Jubiläumslogo entschieden. Dieses Erkennungszeichen schmückt sowohl Briefmarken wie Bierdeckel, um das Ereignis in der Region bekannt zu machen. Außerdem gibt es das ganze Jahr über Veranstaltungen, die an die erste urkundliche Erwähnung erinnern. Das wichtigste Projekt war jedoch die Ausarbeitung einer 160 Seiten starken Ortschronik.

Festlich mit Zylinder kamen die Thalheimer Hohenzollern-Musikanten zum Festakt.
Festlich mit Zylinder kamen die Thalheimer Hohenzollern-Musikanten zum Festakt. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Vorstellung der Ortschronik

Diese Ortschronik wurde im Rahmen des Festaktes der Öffentlichkeit vorgestellt. Wie Martina Straub erläuterte, sei das Buch als „interessanter Lesestoff“ geplant worden. Zahlreiche Autoren, unter ihnen die Meßkircher Armin Heim und Werner Fischer, haben sich in Beiträgen mit Aspekten der Dorfgeschichte von der Gründungszeit bis zur Gegenwart auseinandergesetzt. Der Paperback-Band enthält zahlreiche Fotos und eine CD mit dem Mitschnitt einer Radiosendung von 1987b über Altheim.

Am Sonntag stand das Dorffest mit mittelalterlichem Flair rund um das Bürgerhaus im Mittelpunkt. Es begann mit einer Messfeier. Bei den Ritterspielen ging es um die Verhinderung der Verbrennung einer Kräuterhexe. Für Stimmung sorgte die Gruppe „G’hörsturz“. Am Freitag traten die Hohenzollern-Musikanten, die „Spielleut vom Heuberg“ und Barde Michael Skuppin im vollbesetzten Saal auf. Das Fest klingt heute ab 17 Uhr mit dem Feierabendhock im Bürgersaal aus.

Martina Straub stellte die neue Ortschronik vor (rechts: Mitautor Armin Heim)
Martina Straub stellte die neue Ortschronik vor (rechts: Mitautor Armin Heim) | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter