"Hier wächst das Glück", verheißt eine Holztafel im Gewächshaus von Marita Steidle in Kreenheinstetten. Und wer die strahlende Frau bei einer Führung durch ihren Garten erlebt, sieht, dass ihr Garten Marita Steidle glücklich macht.

Das große Sprossenfenster stammt aus einem Kloster. Aauf der Sitzbank, die aus einem alten Balken gebaut wurde, hat es sich Kater "Luchs" bequem gemacht.
Das große Sprossenfenster stammt aus einem Kloster. Aauf der Sitzbank, die aus einem alten Balken gebaut wurde, hat es sich Kater "Luchs" bequem gemacht. | Bild: Sandra Häusler

Altes Fester wird zum Hingucker

"Wir sind noch nicht in Rente", erklärt die 59-Jährige gleich zu Beginn. Bei schweren Gartenarbeiten hilft ihr Mann Arnold. Und wenn sie etwas für den Garten aus Holz will, fertigt es der 60-Jährige ebenfalls an. Zu Weihnachten hatte die Hobbygärtnerin ein großes, altes Holzsprossenfenster erhalten. Es stammt aus einem Kloster. Arnold Steidle baute es in einen Teil des Vordaches ein.

Die Sitzkissen für die vielen Sitzgelegenheiten rund um das Haus näht Marita Steidle selbst.
Die Sitzkissen für die vielen Sitzgelegenheiten rund um das Haus näht Marita Steidle selbst. | Bild: Sandra Häusler

Kissen näht die Damenschneiderin selbst

Einen 20 mal 20 Zentimeter starken, 100 Jahre alten Holzbalken aus einem Hausabbruch ihrer Tante in Buchheim positionierte Marita Steidle als Sitzbank davor. In die Auslassungen des Balkens pflanzte sie Hauswurz. Dann nähte die gelernte Damenschneiderin noch fix ein paar Sitzkissen, dekorierte stimmungsvolle Accessoires und schon wurde das Fenster zum neuen Lieblingsplatz von Marita Steidle und Tochter Susanne. "Das gefällt mir", sagt Marita Steidle. Auch die getigerten Katzen Luchs, Mutzi, Püppi und Tiger liegen dort gerne.

Das antike Fahrrad am Baumstamm sorgt für Nostalgie.
Das antike Fahrrad am Baumstamm sorgt für Nostalgie. | Bild: Sandra Häusler

Schöner Ort zum Feiern

Folgt man dem Gartenweg, kommt der Besucher an einem historischen "Blumenfahrrad" vorbei, das am Baumstamm lehnt. Uneinsehbar ist die geräumige Gartenhütte auf der Hausrückseite. "Party", verspricht das Schild und so manche Party oder maches "Käsfest" zum Abschluss der Schwäbischen Highlandgames haben hier stattgefunden.

Der schönste Platz im Garten ist der Sitzplatz unter dem Vordach mit dem großen Fenster aus dem Kloster, sagen Marita Steidle (links) und Tochter Susanne (rechts).
Der schönste Platz im Garten ist der Sitzplatz unter dem Vordach mit dem großen Fenster aus dem Kloster, sagen Marita Steidle (links) und Tochter Susanne (rechts). | Bild: Sandra Häusler

Auch so mancher Männerstammtisch trifft sich hier. Auf der Sitzgruppe vor dem Gartenhaus sorgen ebenfalls viele Kissen für Sitzkomfort. Dort holt sich Marita Steidle aus Gartenzeitschriften neue Ideen für ihren Garten. "Wenn ich über etwas Neues lese, muss ich das ausprobieren."

Im Gartenhaus wird manchmal eine Party gefeiert oder ein Frühschoppen abgehalten.
Im Gartenhaus wird manchmal eine Party gefeiert oder ein Frühschoppen abgehalten. | Bild: Sandra Häusler

Aus dem Küchenfenster sieht Marita Steidle sofort, ob es an den Apfel-, Birnen-, Zwetschgenbäumen etwas zu ernten gibt. Buntspecht und Eichhörnchen sind gern gesehene Gäste am dortigen Vogelfutterhäuschen. Auf einem stattlichen Baumstamm steht eine bepflanzte Zinkwanne mit Solanum, Geranien, Petunien und hießt die Gäste "Willkommen". Am Baum klettert eine Ramblerrose empor und kernlose grüne Trauben und Hopfen ranken am Vordach.

Alle Tomaten zieht Marita Steidle selbst aus Samen. Immer wieder entdeckt sie dabei neue Sorten.
Alle Tomaten zieht Marita Steidle selbst aus Samen. Immer wieder entdeckt sie dabei neue Sorten. | Bild: Sandra Häusler

Tomaten und Gurken aus Eigenproduktion

Auch im Nutzgarten blüht und gedeiht es. Den Mangold hat Marita Steidle ausschließlich wegen seiner schönen Stängel. Die Tomaten und Gurken im Gewächshaus zieht Marita Steidle aus Samen auf der Fensterbank. Dabei ist sie auch offen für neue Sorten. Den Samen der Sorte Siberian bekam sie zum Geburtstag. Isst Marita Steidle besonders aromatisch schmeckende Paprika oder Tomaten, wie zum Beispiel Honigtomaten, gewinnt sie daraus Samen. Die Tomaten in den Töpfen gießt die 59-Jährige oft zweimal am Tag. Auch Artischocken hat sie schon gesät und im Gewächshaus überwintert.

Die rosafarbene Nostalgie-Edelrose "Augusta Luise" blüht von Juni bis September. Sie gilt als eine der schönsten Edelrosen.
Die rosafarbene Nostalgie-Edelrose "Augusta Luise" blüht von Juni bis September. Sie gilt als eine der schönsten Edelrosen. | Bild: Sandra Häusler

Rosen als Blickfang

Den Hartriegel und Zieräpfel verwendet Marita Steidle im Herbst zu Dekorationszwecken, die Zweige der zwei Seidenkiefern für Adventskränze. Ausgewaschene Steine, auch Katzenköpfe genannt, finden sich an vielen Plätzen. Diese sammelte und pflegte schon ihr Vater Adolf. Und auch "Johann Wolfgang von Goethe", eine Rose mit süßlich-fruchtigen duftenden Blüten, fühlt sich in bei Steidles wohl. Vielleicht liegt es ja an seiner Nachbarin "Augusta Luise"? Sie wurde zu einer der schönsten Edelrosen gekürt. Vor der Garage bezaubern die Schmucklilien durch ihre großen Blüten.

Die Schmucklilie ist mit ihren großen Blüten ein Blickfang.
Die Schmucklilie ist mit ihren großen Blüten ein Blickfang. | Bild: Sandra Häusler
Das könnte Sie auch interessieren

Als Dünger gibt es Brennnesseljauche

Hauptsächlich gießt Marita Steidle ihren Garten mit Regenwasser aus der Zisterne und den Regentonnen. Bereits im Frühjahr setzt sie zum Düngen Brennessejauche an. An vielen Stellen im Garten liegen diverse Hacken und Baumscheren allzeit griffbereit. Kommt Marita Steidle abends eine neue Gestaltungsidee, steht sie tatsächlich nochmal vom Sofa auf, um diese umzusetzen. "Wie auf der Mainau", habe sich einmal eine ältere Besucherin vom Heuberg in ihrem Garten gefühlt, freut sich die Kreenheinstetterin.

Das könnte Sie auch interessieren


Wer schaut denn hier hervor?
Wer schaut denn hier hervor? | Bild: Sandra Häusler

Gartensteckbrief

  1. Gestaltungsidee: Ein großes, altes Sprossenglasfenster eines Klosters setzte Arnold Steidle in die Vordachseite am Hauseingang ein. Ein 100 Jahre alter Dachbalken dient als Sitzbank davor.
  2. Samen gewinnen: Alle Tomaten und Gurken sät Marita Steidle selbst aus und zieht die Pflanzen heran. Isst sie eine besonders aromatische gekaufte Tomate oder Paprika gewinnt sie daraus Samen.
  3. Polster selber nähen: Sitzkissen für Bänke und Hölzer kann näht Marita Steidle selbst auf Maß. Der Vorteil: Die Kissen passen exakt.