So nass waren die Schwäbischen Highlandgames noch nie wie am Sonntag bei der 18. Auflage auf dem Kreenheinstettener Dorfanger. Der prasselnde Regen konnte aber weder die 32 Gladiatoren in 16 Teams noch die zahlreichen Zuschauer daran hindern, die Spiele zu absolvieren und mit sichtlicher Begeisterung zu genießen. Die meisten Besucher hatten sich vorbereitet: Wärmende Regenkleidung war angesagt, fast jeder Besucher hatte einen Schirm bei sich. Erst zum Schluss beim Schlampatscha schaltete sich die Sonne wieder ins Geschehen ein und sorgte für ein versöhnliches Ende.

Das war zu Beginn nicht absehbar. Die Dudelsackpfeifer und die Gladiatoren zogen bei strömendem Regen ein. Bei den Organisatoren herrschte aber noch die Hoffnung, es nur mit einer missgünstigen Wolke zu tun zu haben. Als es nach einer knappen Viertelstunde immer noch regnete, wurde das Startzeichen gegeben. Die Leidtragenden des Regens waren in erster Linie die Teilnehmer, denn alles wurde rutschig. Das bekamen die Gladiatoren zum Beispiel beim Stoiwuchta zu spüren. Hier galt es immerhin, einen 90-Kilo-Felsbrocken nach oben zu ziehen. Der schlammige Boden gab nach. Der erste Durchgang beim Sautreiba zeigte die Schwierigkeiten besonders deutlich: Die Gladiatoren sollten einen großen, zur Hälfte mit Wasser gefüllten Ball über Hindernisse ans Ziel rollen. Der Regen hatte das Holz der Hindernisse aber so glitschig gemacht, dass Hindernisse aus der Wertung genommen werden mussten. Des Wetters wegen wurde auch auf die sonst übliche große Pause verzichtet. Die Gladiatoren sollten nicht in Gefahr geraten, auszukühlen.

Das Strohballenrollen brachte selbst Matthias Wischnewski aus Ringgenbach außer Puste
Das Strohballenrollen brachte selbst Matthias Wischnewski aus Ringgenbach außer Puste | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Apropos „Kraftprotze“. Zum ersten Mal seit drei Jahren waren die Männer unter den Gladiatoren nicht mehr unter sich. Lisa Gründig aus Aldingen (Kreis Tuttlingen) bildete mit ihrem Mann Manuel Gründig ein Team. Sie konnte gegen die männliche Konkurrenz zwar nur bedingt ankommen. Aber schon nach den ersten Minuten wurde sie zur „Gladiatorin der Herzen“ bei den Zuschauern. Während sechs der Wettbewerbe aus bereits bekannten Disziplinen bestanden, gibt es unter der Nummer sieben immer eine neue Station. In diesem Jahr war es der Highlander-Slalom. Die Teilnehmer mussten dabei einen vier Meter langen Baumstamm auf ihren Schultern durch eine Slalomstrecke zu tragen.

Nicht mitfliegen – Sebastian Zepf aus Dürbheim beim Baumstammweitwurf. Die Highlandgames in Kreenheinstetten fielen in diesem Jahr sehr nass aus. Bilder: Hermann-Peter Steinmüller
Nicht mitfliegen – Sebastian Zepf aus Dürbheim beim Baumstammweitwurf. Die Highlandgames in Kreenheinstetten fielen in diesem Jahr sehr nass aus. Bilder: Hermann-Peter Steinmüller | Bild: H.-P.Steinmueller hps

Wem es unter den Zuschauern zwischendurch nach etwas Wärme war, fand im Bürgersaal eine gute Zuflucht. Hier spielte Musik, hier gab es etwas zu essen. Besonders zur Mittagszeit war es kaum möglich, im Saal noch einen freien Platz zu finden. Vor der Halle grillte ein Spanferkel vor sich hin. Auch der Informationsstand des SÜDKURIER fand das Interesse der Festbesucher.

Die Wettbewerbe

  • Traktorziehen: Ein schwerer Traktor muss über 18 Meter gezogen werden.
  • Stoiwuchta: Ein 90-Kilo-Stein muss in die Höhe gezogen werden.
  • Sautreiba: Hindernisparcours für einen teils mit Wasser gefüllten Ball.
  • Rundballenrollen: Ein Strohrundballen muss über zwei mal 20 Meter und über Hindernisse gerollt werden.
  • Baumstammweitwurf: Jeder Gladiator hatte zwei Würfe.

Highlanderslalom und das beliebte Schlampatscha bildeten den Abschluss. Der SÜDKURIER wird noch berichten. (hps)