Echt schottischer Nieselregen, Dudelsackklänge, ein begeistertes Publikum und bis zum Umfallen kämpfende Gladiatoren. Das waren am Sonntag in Kreenheinstetten die 19. Schwäbischen Highlandgames. Trotz des Wetters waren zwischen 1500 und 2000 Zuschauer an den Rand des Dorfangers gekommen.

Dudelsackpfeifer sorgen neben dem Nieselregen für original schottische Stimmung.
Dudelsackpfeifer sorgen neben dem Nieselregen für original schottische Stimmung. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Ortsvorsteher Guido Amann sprach angesichts der Zuschauerkulisse davon, dass die Schwäbischen Highlandgames offenbar über eine starke Fangemeinde verfügten. Nach Schätzung der Freiwilligen Feuerwehr hatten sich fast 2000 Zuschauer auf den Weg in das Veranstaltungsdorf gemacht. Am Start waren 32 Teilnehmer in 16 Zweierteams. Unter ihnen als einzige Frau die Aldingerin Lisa Gründig, die zusammen mit ihrem Mann ein Starterteam bildete.

Das Geheimnis der Sieben

Wie in jedem Jahr üblich war die siebte Disziplin im Vorfeld geheim. Bis zur Generalprobe am Samstag wussten die Gladiatoren also nicht, was da auf sie zukommt. Entsprechend groß war die Spannung. Die Organisatoren lassen sich nämlich Jahr für Jahr etwas Neues einfallen. In diesem Jahr war es das "Highlander-Sackhüpfen", das nicht nur jede Menge Kraft kostete, sondern auch einen guten Teamgeist und eine Portion Geschicklichkeit der Starterteams voraussetzte.

Sackhüpfen für Fortgeschrittene – hier demonstriert beim Hüpfparcours von Lisa und Manuel Gründig.
Sackhüpfen für Fortgeschrittene – hier demonstriert beim Hüpfparcours von Lisa und Manuel Gründig. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Für diesen Wettbewerb mussten die beiden Gladiatoren in einen großen Sack schlüpfen und hüpfend einen Rundkurs bewältigen. Zunächst ging es im Slalom um vier Stangen. Zwischenziel war eine Wippe. Am oberen Ende des Parcours wartete ein mit Luft und Wasser gefüllter Schlauch auf die Hüpf-Gladiatoren. Sie mussten den 100 Kilo schweren Gummiring auf ein, ein Meter hohes Gestell wuchten.

Auch Thomas Wischnewski (rechts) und sein Teamkollege Thomas Scheck schaffen es, den 100 Kilo schweren Gummireif auf das einen Meter hohe Potest zu wuchten.
Auch Thomas Wischnewski (rechts) und sein Teamkollege Thomas Scheck schaffen es, den 100 Kilo schweren Gummireif auf das einen Meter hohe Potest zu wuchten. | Bild: Hermann-Peter

Danach führte der Rückweg, ebenfalls wieder hüpfend im Sack zu bewältigen, zur Ziellinie zurück. Als wäre das nicht schon anspruchsvoll genug, gab es auf diesem Rückweg vier niedrige Hindernistore, durch die das Sackgespann hüpfen musste. Ein Riesenspaß für die Zuschauer, eine starke körperliche Leistung für die Starter.

Viel Geschick erfordert beim Highlander-Slalom der Umgang mit dem schweren Balken auf dem Weg durch die Stangen.
Viel Geschick erfordert beim Highlander-Slalom der Umgang mit dem schweren Balken auf dem Weg durch die Stangen. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Die übrigen Wettbewerbe gehörten zum urigen Standard der Spiele: der Baumstammweitwurf, der Highlander-Slalom, Traktorziehen, das Stoiwuchta, die Highlander-Rutschbahn und das abschließende Schlammpatscha. Das Fest klingt heute, Montag, im Bürgersaal ab 17 Uhr mit dem Feierabendhock aus. Von 18 Uhr an musiziert der Musikverein Kreenheinstetten.

 

"Wir haben aber das Original"

Ortsvorsteher und Geschäftsführer der veranstaltenden Festgemeinschaft Guido Amann gehört seit Beginn der Schwäbischen Highlandgames 1999 zu den Organisatoren. Wie bewertet Amann die 19. Auflage?

 

Herr Amann, trotz des unfreundlichen Nieselregens waren fast 2000 Zuschauer gekommen. Ist das ein Erfolg?

Wir sind grundsätzlich zufrieden, wenn unsere Organisation gut steht. Angesichts der Witterung war nicht mehr zu erwarten. Das ist wirklich ein Erfolg.

Woran liegt es, dass die Highlandgames Jahr für Jahr tausende von Fans nach Kreenheinstetten locken?

Unsere Highlandgames waren die ersten in Süddeutschland. Wir bieten das Original der Schwäbischen Highlandgames. Wir gönnen den Nachahmern natürlich den Erfolg. Wir haben aber das Original und das kommt bei Teilnehmern und Fans an.

Wie sehen Sie die Zukunft der Veranstaltung?

Nächstes Jahr haben wir die 20. Highlandgames. Das werden wir entsprechend berücksichtigen. Details stehen natürlich noch nicht, aber es sind Überlegungen für einen dritten Veranstaltungstag da. Wir werden die Highlandgames so lange fortführen, wie sie beim Publikum ankommen – vorausgesetzt unsere Helfer bleiben bei der Stange.

Fragen: Hermann-Peter Steinmüller