Die Kraftprotze der Region sind in Aufregung. Jedenfalls jene unter ihnen, die am 4. September bei den Schwäbischen Highlandgames in Kreenheinstetten mitmachen. Dort werden immer noch Teams gesucht, die sich dem regionalen Kräfte- und Geschicklichkeitstest auf dem Dorfanger beim Gemeindehaus stellen wollen.

Aufforderungen dieser Art sind für vier langjährige Gladiatoren im Ortsteil Oberndorf von Herdwangen-Schönach nicht erforderlich. Die Teams Oberndorf I und Oberndorf II gehören zu den Stammteilnehmern in Kreenheinstetten. Auf dem Warnke-Hof in Oberndorf hat das Training für die Dorfwiese längst begonnen. Die vier unermüdlichen Highlander sind der 20 Jahre alte Maschinenbaustudent Julian Braun, der 35 Jahre alte Streckenmonteuer bei der Bodenseewasserversorgung Thomas Warnke, der 26-jährige Kunststofftechniker Thomas Stadler und der 36-jährige Banker Manfred Kohl.

In der Vorwoche hatten sich außer Kohl alle Oberndorfer Gladiatoren auf dem Warnke-Hof zum Training eingefunden. Auf dem Bio- und Pferdehof ist zwar im Augenblick die Strohernte in vollem Gang. Aber Platz, Zeit und Gerätschaften für das Training sind vorhanden. Hofbesitzer Josef Warnke steht ebenso hinter dem Training der beiden Teams auf seinem Hof, wie seine Tochter Linda Kelly, die Schwester von Thomas Warnke. Sie macht zwar bei den Highlandgames nicht mit, trotzdem ist sie beim Training unentbehrlich. Das wird beim Traktor-Zieh-Trainung deutlich: Während einer der Männer den Oldtimer-Traktor zu sich herzieht und die anderen ihn beobachten, sitzt die Warnke-Schwester hinter dem Steuer des Traktors.

Alles soll so echt wie möglich sein, erläutert Thomas Warnke. Allerdings müssen auch die beiden Oberndorfer Teams Abstriche machen. Beim Üben für die Kreenheinstetter Königsdisziplin können die Recken zwar gegenseitig auf einem freiliegenden Balken mit den Sandsäckchen versuchen, den jeweils anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Allerdings ist unter dem Balken kein Bassin mit Moorwasser, sondern der blanke Erdboden. Sogar eine eigens konstruierte Vorrichtung zum "Stoiwuchte" steht dem Ouartett zur Verfügung. Und selbst Heuballen für das Weitwurftraining stellen auf einem Bauernhof natürlich kein Problem dar. Warnke: "Sogar den Baumstammweitwurf können wir hier üben." Allerdings wird das Training in Zivilkleidung absolviert. Die Kilts kommen erst am 4. September zum Einsatz.

Warum macht erwachsenen Männern einmal im Jahr das Highlandersein so viel Freude? Julian Braun ist mit seinen 20 Jahren der Jüngste aus dem Viererbund. Er macht in diesem Jahr aber bereits zum dritten Mal mit. Er sagt zu seinen Beweggründen: "Es ist der Spaß an der Freude." Thomas Stadler, der in diesem Jahr zum fünften Mal mitmachen wird, gibt zu: "Man muss etwas verrückt sein. Außerdem ist es eine Frage des Ehrgeizes." Für Thomas Warnke ist es das Gemeinschaftsgefühl unter den Teilnehmern, das ihn in jedem Jahr zur Fahrt auf den Heuberg veranlasst.

Welche Gründe auch immer hinter der Leidenschaft für die Schwäbischen Highlandgames stecken: Sseit Anfang August wird unter möglichst authentischen Bedingungen geübt. Denn trotz allem Spaß an der Freude und der Zusicherung, man nehme nicht alles so ernst, haben die Oberndorfer das Ziel, sowohl in der Team- als auch in der Einzelwertung möglichst weit nach vorn zu kommen. Im vergangenen Jahr kam Thomas Warnke in der Einzelwertung auf Platz zwei und Thomas Stadler wurde Vierter. In der Teamwertung fanden sich die Teams Oberndorf 1 auf Platz zwei und Oberndorf 2 auf Platz vier wieder.

Teams gesucht

Noch werden kräftige und geschickte Männer und Frauen gesucht, die sich bei den Schwäbischen Highlandgames am 4. September auf den Kreenheinstetter Dorfanger trauen. Es stehen wie üblich sechs urige Disziplinen auf dem Programm, dazu kommt die geheime Nummer sieben. Dieses Geheimnis wird erst bei der Generalprobe am Samstag, 3. September gelüftet. Wer als Zweierteam mitmachen möchte, sollte sich mit Bettina Fecht unter Tel. 0 75 70/6 15 in Verbindung setzen. (hps)

Informationen im Internet:www.schwaebische-highlandgames.de