Eintauchen in eine Traumwelt – das war am Wochenende zwei Tage rund um die Burg Wildenstein in Leibertingen angesagt. Zum zweiten Mal nach 2014 hatten die Betreiber der Jugendherberge Burg Wildenstein zusammen mit den Hegau-Rittern zum Mittelalterfest eingeladen. Heerlager, Handwerkermarkt, Mittelaltermarkt, Gaukler, Schwertkämpfe, Musikgruppen und eine Mittelalterhochzeit ergaben ein buntes Farben- und Geräuschespiel, in das die Besucher eintauchen konnten.

<p>Spannende Schwertkämpfe gehörten am Wochenende zum Showprogramm.</p>

Spannende Schwertkämpfe gehörten am Wochenende zum Showprogramm.

| Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Die Szene der Mittelaltergruppen hat die Spur aufgenommen und die Burg über dem Donautal als Treffpunkt für ein Mittelalterfest angenommen. Das gilt auch für die Zuschauer. An beiden Tagen standen die geparkten Autos bis an den Leibertinger Ortsrand. Herbergsvater Thomas Heinrich zeigte sich am frühen Sonntagnachmittag überzeugt, dass das Ziel mit mindestens 1000 Besucher pro Tag nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten werden konnte.

Wie sehr die Szene am Wildenstein interessiert ist, zeigte ein kleiner Stoßtrupp der Wikinger-Gruppe „Hallberclanen“ aus Tettnang. Mitglied Nicole Freimuth berichtet: „Ich habe den Wildenstein-Termin im Internet entdeckt. Jetzt sind wir mit sechs Erwachsenen und meinem Baby Johannes hier, um uns als Erkundungstrupp ein Bild von der Lage zu machen.“ Ihr Mann Tobias Freimuth ergänzt: „Ich denke, dass wir beim nächsten Mal 2018 als ganze Gruppe hier sein werden.“ Wie bunt die Szene der Mittelalter-Fans zusammengesetzt ist, wurde am Stand der „Kräuterfee“ Sabine Pfeiffer aus Spaichingen deutlich. Zwei oder drei Mal im Jahr bricht sie aus ihrem Alltag als Verwaltungsangestellte bei der Stadt Tuttlingen aus und verkauft auf Mittelaltermärkten selbst hergestellte Liköre, Essigsorten und Öle. Sie sagt: „Für mich ist das reines Hobby.“

Anders sah es im unteren Burggraben am Stand mit Holzspielzeugen aus. Elke Fuchs aus Würzburg ist im Auftrag ihrer Chefin Manuela Schenk an fast jedem Wochenende unterwegs, um auf Mittelaltermärkten selbst hergestelltes Holzspielzeug und Wollmützen zu verkaufen. Sie zeigte sich vom Ambiente des Mittelaltermarktes mit der Burg als Kulisse begeistert.
 

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde die alte Festung ihrer Aufgabe als Fluchtburg wieder gerecht. Heinrich: „Viele Leute aus dem Heerlager suchten vor dem Regen Schutz in der Burg.“ Alle Gänge und selbst die Burgkapelle seien belegt gewesen. Dazu kamen die 130 Gäste, die sich bereits im Vorfeld für eine Schlafmöglichkeit in der Jugendherberge entschieden hatten.