Kraftprotze messen sich

Die Oberndorfer Recken bereiten sich schon intensiv auf ihren Auftritt bei den Schwäbischen Highlandgames am 1. September vor und üben schon mal das „Stoiwuachta“ (v.l.): Dominik Kugler, Thomas Stadler, Daniel Schlegel, Thomas Warnke, Julian Braun und Manfred Kohl
Die Oberndorfer Recken bereiten sich schon intensiv auf ihren Auftritt bei den Schwäbischen Highlandgames am 1. September vor und üben schon mal das „Stoiwuachta“ (v.l.): Dominik Kugler, Thomas Stadler, Daniel Schlegel, Thomas Warnke, Julian Braun und Manfred Kohl | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Am 1. September ist es wieder soweit – die kräftigsten Männer der Region und eine Frau treffen sich zum 20. Mal auf dem Kreenheinstetter Ortsanger zu den Schwäbischen Highlandgames. Bei den Wettbewerben sind Kraft und Geschicklichkeit gefordert. Deswegen bereiten sich viele der 32 als 16 Zweier-Teams gemeldeten Kraftprotze auf ihren Auftritt vor. Das gilt auch für die sechs Recken aus Oberndorf, einem Teilort von Herdwangen-Schönach. Manfred Kohl ist einer von ihnen. Der Banker aus Sauldorf berichtet: „Wir drei Zweier-Teams aus Oberndorf haben uns schon im April in Kreenheinstetten angemeldet. Seit zwei Monaten sind wir im Training.“

Training auf dem Bauernhof

Sie üben schon Hand in Hand, wenngleich der geplante gemeinsame Auftritt von Vater Manfred und Sohn Rafael Kohl bei den Highlandgames noch in einiger Zukunft liegt.
Sie üben schon Hand in Hand, wenngleich der geplante gemeinsame Auftritt von Vater Manfred und Sohn Rafael Kohl bei den Highlandgames noch in einiger Zukunft liegt. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Wer sich auf eine gewöhnliche Sportveranstaltung wie Fußball, Reiten oder Leichtathletik vorbereitet, findet in der Region ein breites Angebot an Trainingsmöglichkeiten. Das gilt in erster Linie für die Traktoren. Das Ziehen der Dieselrösser gehört zu den Highlandgames wie der geschmückte Weihnachtsbaum zum Christfest. Das bestätigt Rebekka Straub. Sie arbeitet beim Organisationskomitee und versichert, dass in diesem Jahr wieder Traktorziehen angesagt ist. Auf dem Oberndorfer Bauernhof steht ein Traktor-Oldtimer Baujahr 1950 bereit. Dabei kommt Rafael Kohl eine wichtige Aufgabe zu. Der acht Jahre alte Sohn von Manfred Kohl sitzt auf dem am Seil gezogenen Uraltbulldog und sorgt durch Gegensteuern dafür, dass der Kurs der zweckentfremdeten Zugmaschine in einer geraden Linie bleibt. Sein Wunsch ist es, in einigen Jahren zusammen mit seinem Vater als eigenständiges Team in Kreenheinstetten mitzumachen. Jetzt muss „nur“ noch gezogen werden. Die sechs Männer geben ihr Äußerstes und müssen erst einmal eine Verschnaufpause einlegen, wenn der mit Muskelkraft bewegte Traktor am Zielbalken angekommen ist. Beim „Stoiwuchta“ bei dem ein schwerer Stein bis zum Anschlag nach oben gezogen werden muss, beim Strohballenrollen und beim „Sautreiben“ ist zwar viel Spaß beim Training dabei. Aber dennoch nehmen die sechs die Vorbereitung ernst. Manfred Kohl: „Wir wollen uns ja nicht blamieren.“

Kohl ist mit seinen 39 Jahren der Älteste aus dem Oberndorfer Team. Auf der anderen Seite der Altersskala steht Julian Braun. Der Maschinenbaustudent ist mit 23 Jahren der Benjamin. Zum ersten Mal ist Dominik Kugler aus Pfullendorf dabei. Der Bürgermeister-Sohn ist ebenfalls Banker, und Manfred Kohl kommentiert: „Es hat einige Jahre Überzeugungsarbeit gekostet, ihn zur Teilnahme zu bewegen“. Die Oberndorfer treten mit zwei starken Anwärtern auf einen der vorderen Plätze an. Der 38 Jahre alte Thomas Warnke war schon Sieger. Der Streckenmonteur der Bodensee-Wasserversorgung dürfte deshalb zu den Favoriten gehören. Zum Team gehören außerdem Logistik-Facharbeiter Daniel Schlegel (32) und der 29 Jahre alte Kunsstofftechniker Thomas Stadler.