Nur noch wenige Tage trennen die Dorfgemeinschaft vom ersten Sonntag im September. An diesem Tag werden seit 1999, in diesem Jahr also zum 18. Mal, die Schwäbischen Highlandgames auf der Dorfwiese ausgetragen. Bevor die ersten Baumstämme und Heuballen durch die Luft fliegen und sich der erste Gladiator im Wasserbecken wiederfindet, sind die ehrenamtlichen Aufbauhelfer vom Highlander-Team gefordert. Während Ortsvorsteher Guido Amann als Geschäftsführer der Festgemeinschaft das ganze Jahr über die eher theoretischen Dinge wie Steuerfragen und Genehmigungen klärt, sind die Highlander für die konkrete Auf- und Abbauarbeit zuständig.

Seit Tagen laufen diese Vorbereitungen auf Hochtouren. Pflöcke müssen eingerammt, Absperrbänder gezogen und Gerätschaften aufgebaut werden. Das alles lässt sich nicht an einem Abend bewerkstelligen. Dazu kommt, dass die Helfer vom Highlander-Aufbauteam aktive junge Leute sind, die tagsüber im Beruf ihren Mann oder ihre Frau stehen müssen. Deshalb nutzen sie ihre freien Stunden seit Tagen dazu, den Dorfanger in die Bewährungsstrecke für Kraftprotze zu verwandeln. Wie seit 18 Jahren sind die Highlandgames eine rein ehrenamtlich vorbereitete und veranstaltete Angelegenheit.

Dazu kommt aus Sicht von Guido Amann ein weiterer Aspekt. Der Ortsvorsteher gehörte 1999 zu den Geburtshelfern der Highlandgames. Heute resümiert er: "Es ist uns vor einigen Jahren gelungen, die Organisation der Spiele zu einem großen Teil in jüngere Hände zu legen." Ein anderer Aspekt ist, dass bis heute das Dorf geschlossen hinter den Highlandgames steht.

Das hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt. 1999 wurden die Spiele eingeführt, weil der damalige Förderverein für den Bau eines Bürgerhauses eine originelle Idee umsetzen wollte, um zu Geld als Unterstützung für den geplanten Bau zu kommen. Damals dachte niemand daran, so erinnert sich Guido Amann, dass es die Highlandgames 18 Jahre später gibt. Das Bürgerhaus ist längst Stein gewordene Wirklichkeit. Um die Spiele auch in Zukunft auf eine feste organisatorische und finanzielle Basis zu stellen, schlossen sich zwölf Vereine und Gruppen aus dem Dorf zur "Festgemeinschaft Schwäbische Highlandgames" zusammen. Diese Festgemeinschaft ist seit 2009 für die Ulkspiele auf der Dorfwiese zuständig. Der finanzielle Überschuss des Wettkampfsonntags wird zwischen den Mitgliedsvereinen aufgeteilt. Außer dem Kirchenchor sind alle Vereine Mitglied in der Festgemeinschaft.

Für die praktische Organisation der Hochlandspiele ist es von ganz wesentlicher Bedeutung, dass Kreenheinstetten ein Dorf mit Landwirtschaft ist. Das ist wichtig, weil der Parcoursaufbau auf der Dorfwiese natürlich nur mit Muskelkraft nicht zu schaffen ist. Es ist "schweres Gerät" erforderlich. Gerät, das zum Arbeitsalltag auf einem Bauernhof gehört. Die jungen Männer vom Orgateam haben Zugriff auf entsprechende Traktoren und Arbeitsgeräte. Sollte einmal etwas nicht auf dem eigenen Hof vorhanden sein, gibt es immer einen Kollegen oder Nachbarn, der aushelfen kann.

Es sind tausend Kleinigkeiten, an die bei den Vorbereitungen zu denken ist. Viele Besucher freuen sich an den festlich mit Fichtenzweigen geschmückten Pfosten an der Absperrung. Dieses Tannenreisig muss aber erst aus dem Wald geholt und zugeschnitten werden. Natürlich hat der Waldbesitzer sein Okay gegeben und praktischerweise steht im Rahmen der bäuerlichen Aufbauhilfe auch ein Traktor mit Ladeanhänger bereit, um das Grüngut zu transportieren.

Viele Dinge müssen aufbewahrt werden, um sie im nächsten Jahr wieder verwenden zu können. Dazu zählen Pflöcke, Dekorationsgegenstände und die Folien zum Abdichten des Wasserbeckens für das Schlampatscha. Dafür stellt die Volksbank die ehemalige Lagerhalle für den inzwischen eingestellten Landhandel zur Verfügung – und der Tradition in Kreenheinstetten folgend sogar kostenlos.

Festprogramm

Sonntag, 3. September: 11 Uhr Frühschoppen mit der Stadtkapelle Meßkirch. Ab 11.30 Uhr Mittagstisch mit Spanferkel vom Holzkohlengrill. Um 13.30 Uhr beginnen mit dem Einzug der Gladiatoren unter schottischen Dudelsackklängen die 18. Schwäbischen Highlandgames. In diesem Jahr haben sich 30 Teilnehmer angemeldet, die in 15 Zweiergruppen den sieben Disziplinen stellen. Den ganzen Nachmittag über gibt es im Bürgersaal Bewirtung, musikalische Unterhaltung und Spiel und Spaß auf dem Platz vor dem Bürgerhaus. Unter anderem gibt es ofenfrische Dinnele, Kaffee und Kuchen und ein Kinderprogramm. Ab 17 Uhr ist im Bürgersaal für zünftige Blasmusik gesorgt. Am Montag endet das Wettkampfwochenende ab 17.30 Uhr mit Feierabendhock und Handwerkervesper. Ab 18 Uhr spielt der Musikverein Kreenheinstetten.