Funken sprühen hell in den schwarzen Himmel, heller Feuerschein von mühsam arrangierten Scheiterhaufen brennt für Minuten Lichtlöcher in die Dunkelheit der Nacht. Das ist das Erkennungszeichen des ersten Sonntags nach Aschermittwoch, der folglich im schwäbisch-alemannischen Raum "Funkensonntag" heißt. Einige dieser Feuer sind am frühen Abend auch in der Region um Meßkirch zu sehen, eingebettet in kleine Vereinsfeste.

Die riesigen Funkenfeuer werden fachmännisch aufgebaut und in Brand gesetzt, wie dieses Archivbild zeigt.
Die riesigen Funkenfeuer werden fachmännisch aufgebaut und in Brand gesetzt, wie dieses Archivbild zeigt. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Veranstaltungen mit offenem Feuer in freier Landschaft unterliegen bestimmten Sicherheitsvorschriften. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Karl-Heinz Dumbeck aus Bad Saulgau ist speziell für den vorbeugenden Brandschutz zuständig. Dumbeck meint generell: "Gesunder Menschenverstand gehört zum Abbrennen eines Funkens dazu." Das bedeutet beispielsweise, dass bei starkem Wind auf das Abbrennen verzichtet werden sollte, um Funkenflug zu vermeiden. Die Erfahrung von Brandeinsätzen zeige, dass bei starkem Wind der Funkenflug Objekte in 60 oder 70 Metern Entfernung in Brand setzen könne, betont der Feuerwehrfachmann. Deshalb ist es auch wichtig, den vorgeschriebenen Mindestabstand von Gebäuden oder vom Wald mit 50 Metern einzuhalten.

Am Sonntag werden wieder viele Funkenfeuer die Nacht erhellen.
Am Sonntag werden wieder viele Funkenfeuer die Nacht erhellen. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Ein weiterer Teil der Vorschriften gehört in den Umweltschutzbereich. So darf für den Scheiterhaufen nur unbehandeltes Holz, beispielsweise alte Christbäume, verwendet werden. Auch Kartonagen seien in einem bestimmten Maß möglich. Von Papier rät der Fachmann ab: "Durch die Thermik kann brennendes Papier durch die Luft fliegen." Vorsicht ist auch beim Anzünden des Funkenfeuers angebracht. Leichtfertig handle, wer mit Brandbeschleuniger wie Benzin arbeitet. Dumbeck: "Das Benzin an sich ist nicht das Gefährliche, sondern die Dämpfe." Wer in einer solchen Dampfwolke stehe, könne sehr schnell in Brand geraten. Der Fachmann empfiehlt zum Anzünden Gaskartuschenbrenner oder normale Wachsfackeln. Ansonsten hält der Feuerwehrmann die Funkenfeuer für einen schönen Brauch: "In den letzten Jahren hat es bei den Funkenfeuern im Landkreis Sigmaringen keine Unfälle gegeben."

Die winterlichen Funkenfeuer, wie hier in Hausen im Tal, finden immer wieder interessierte Zuschauer.
Die winterlichen Funkenfeuer, wie hier in Hausen im Tal, finden immer wieder interessierte Zuschauer. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Funkensonntag

Der Funkensonntag ist der erste Sonntag nach Aschermittwoch und damit auch der erste von insgesamt sechs Fastensonntagen der katholischen Kirche. Es handelt sich um einen Brauch in der schwäbisch-alemannischen Region, damit sind Vorarlberg, Liechtenstein, Schweiz, Schwarzwald, Oberschwaben und das Allgäu genannt. In manchen anderen Gegenden Deutschlands werden an diesem Tag ebenfalls große Feuer entzündet, die dort aber Hutzelfeuer heißen.

Die frühere Erklärung, es handle sich um altes germanisches Brauchtum, konkurriert heute mit der Theorie, dass die Funkenfeuer im engen Zusammenhang mit dem Ende der von der katholischen Kirche maßgeblich ins Leben gerufenen Fasnet steht und nichts mit den Germanen zu tun haben. (hps)

Funkenfeuer in der Umgebung

Beuron-Hausen beim Schulhaus/Feuerwehrdepot: Ab 17.30 Uhr besteht die Möglichkeit zum Aufwärmen im Feuerwehrgerätehaus. Um 18 Uhr soll das Funkenfeuer angezündet werden. Veranstalter: Jugendfeuerwehr.

Inzigkofen-Engelswies auf dem Talsberg (Ortsausgang Richtung Meßkirch): Ab 13.30 Uhr kann der Funken besichtigt werden. Gleichzeitig gibt es in der Funkenstube Bewirtung mit Kaffee und Kuchen sowie herzhaften Speisen und Getränken. Das Abbrennen des Funkens beginnt um 19.30 Uhr. Veranstalter ist die Freiwillige Feuerwehr Inzigkofen, Abteilung Engelswies.

Leibertingen-Kreenheinstetten: Ab 17 Uhr gibt es beim Funken heiße Würste. Um 18 Uhr soll der Scheiterhaufen in Flammen aufgehen. Die Kreenheinstetter Gugge übernimmt die musikalische Unterhaltung. Veranstalter ist die Gugge.

Neuhausen: Funkenfeuer am Skihang in Richtung Fridingen. Der Fackellauf startet gegen 18 Uhr. Der Fackelverkauf startet um 17 Uhr in der Skihütte. Veranstalter ist der Schwäbische Albverein.

Neuhausen-Holzach: Funkenverbrennen ab 18.30 Uhr. Veranstalter ist die Dorfgemeinschaft.