Die Betreuung in den drei kommunalen Kinderhäusern in Leibertingen, Kreenheinstetten und Thalheim wird teurer. Am Montag beschloss der neu gewählte Gemeinderat in seiner ersten Sitzung einstimmig die Anhebung der Elternbeiträge im Kindergarten- um drei und im Krippenbereich um fünf Prozent. Damit liegen die Gebühren trotzdem noch unter den empfohlenen Beiträgen des baden-württembergischen Städte- und Gemeindetages.

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Mit diesen Gebühren müssen Eltern ab dem neuen Kindergartenjahr rechnen

Für ein Einzelkind in der Region Leibertingen verteuert sich die Fünf-Tage-Woche im Kindergarten um monatlich 4 Euro von bisher 124 auf künftig 128 Euro. Im Krippenbereich sieht es so aus, dass die Gebühren trotz der Anhebung um fünf Prozent deutlich geringer ausfallen als vom Städte- und Gemeindetag als angemessen eingestuft. Bisher kostet die Fünf-Tage-Woche für ein ein- bis zweijähriges Kind 319 Euro. Nach dem Vorschlag des Spitzenverbandes wären es 376 Euro. Tatsächlich bezahlen müssen die Leibertinger Eltern ab dem neuen Kindergartenjahr einen Beitrag in Höhe von 335 Euro.

„Das Leibertinger Kindergartenangebot ist seinen Preis wert.“Guido Amann, Gemeinderatsmitglied
„Das Leibertinger Kindergartenangebot ist seinen Preis wert.“Guido Amann, Gemeinderatsmitglied | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Sonderregelungen bleiben erhalten

Zwei Leibertinger Sonderregelungen werden auch in Zukunft gelten. Zum einen wird bei der Beitragsberechnung im Krippenbereich zwischen den einjährigen und den zweijährigen Jungen und Mädchen unterschieden. Zum anderen können die Eltern zwischen einer Drei-Tages- und einer Fünf-Tages-Betreuung im Kindergarten wählen.

Kostenlose Betreuung keine Option

In einigen Bundesländern sind Krippen und Kindergärten kostenlos. Diesem Vorbild wird sich Leibertingen nicht anschließen. Bürgermeister Armin Reitze stellte fest: „Finanziell sind wir nicht in der Lage, den Eltern kostenfreie Angebote zu unterbreiten.“

„Die Statistik zeigt für Leibertingen eine Zunahme der MehrkindfamilienArmin Reitze, Bürgermeister
„Die Statistik zeigt für Leibertingen eine Zunahme der MehrkindfamilienArmin Reitze, Bürgermeister | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Nach den Empfehlungen des kommunalen Spitzenverbandes sollten die Anhebungen in Leibertingen eigentlich noch deutlich höher ausfallen. Hauptamtsleiter Siegfried Müller: „Selbst wenn die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung im Krippenbereich so beschlossen wird, liegen wir bei den Kindern unter zwei Jahren bei 92 Prozent und bei den Kindern bis drei Jahren bei 69 Prozent der vom Städte- und Gemeindetag vorgeschlagenen Beitragssätze.“

Elternbeiträge ergeben pro Jahr bis zu 40 000 Euro

Bereits 2018 waren die Krippengebühren in Leibertingen um zehn Prozent erhöht worden. Damals hatte der Spitzenverband acht Prozent empfohlen. Jetzt hat der Gemeinderat fünf Prozent beschlossen, obwohl die Empfehlung bei drei Prozent liegt. Die Elternbeiträge, so Hauptamtsleiter Müller im SÜDKURIER-Gespräch, ergeben im Jahr durchschnittlich eine Summe von 30 000 bis 40 000 Euro. „Damit ist aber erst eine Kostendeckung von rund zehn Prozent erreicht.“ Wollte die Verwaltung jedoch auf voller Kostendeckung beharren, müssten die Eltern mit 400 000 Euro pro Jahr zur Kasse gebeten werden.

„Wir beschäftigen im Kindergartenbereich auf elf Vollzeitstellen 21 Fachkräfte.“Siegfried Müller, Hauptamtsleiter
„Wir beschäftigen im Kindergartenbereich auf elf Vollzeitstellen 21 Fachkräfte.“Siegfried Müller, Hauptamtsleiter | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Je kleinteiliger die Struktur, desto teurer

Ein Grund für die hohen Kosten in Krippe und Kindergarten sei die Struktur. Ein Kinderhaus für ganz Leibertingen wäre laut Müller billiger als drei Vorschuleinrichtungen. Gemeinden mit nur einem Kindergarten könnten daher preisgünstiger arbeiten. Diese Antwort erhielt auch Ratsmitglied Alexander Biselli (Freie Wähler) auf seine Frage, wieso Kindergartengebühren im Umland niedriger seien.

„Die Struktur mit unseren drei Kindergärten hat sich seit ihrer Einführung bewährt.“Klaus Buck, Gemeinderatsmitglied
„Die Struktur mit unseren drei Kindergärten hat sich seit ihrer Einführung bewährt.“Klaus Buck, Gemeinderatsmitglied | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Gemeinderatsmitglied Klaus Buck (Freie Wähler) erklärte, dass sich genau diese Struktur in den Jahren seit der Einführung 2013 bewährt habe. Ein weiterer Grund für die hohen Ausgaben seien die Personalkosten, sagte Siegfried Müller: „Wir beschäftigen auf elf Vollzeitstellen 21 Fachkräfte.“