Das Exerzitien- und Gästehaus Maria Trost in Beuron hat in der katholischen Welt einen guten Ruf. Um diesem auch in Zukunft gerecht zu werden, wird das Gebäude gegenwärtig mit einem geplanten Kostenaufwand von rund 1,5 Millionen Euro saniert, modernisiert und vergrößert. Der Tagungsbetrieb läuft während der Bauphase weiter. Mit dem Abschluss der Arbeiten rechnet Hans Hahn im Frühjahr 2021.

Hans Hahn, Jahrgang 1949, war in seiner beruflich aktiven Zeit Inhaber einer großen Baufirma im Raum Balingen. Ende der 90er Jahre zwang ihn eine schwere Krankheit zum Rückzug aus dem Geschäftsleben. 2001 hatte der Balinger seine Krankheit entgegen den Vorhersagen der Ärzte überwunden. Heute ist Hans Hahn überzeugt: „Das war ein Wunder!“

Ruheständler kauft Exerzitienhaus aus Dankbarkeit über überwundene schwere Erkrankung

Aus Dankbarkeit für die überraschende Genesung engagiert sich der Ruheständler bis heute mit tatkräftiger Unterstützung seiner Familie im Projekt Maria Trost. 2001 kaufte er das Gebäude von den Vinzenz-von-Paul-Schwestern, die hier seit 1925 unter anderem Exerzitien anboten.

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Familie arbeitet bei Glaubensveranstaltungen eng mit Erzabtei zusammen

An diese Tradition will der 71-Jährige anknüpfen. „In den Jahren 2001 bis 2017 haben wir versucht, mit Pächtern auch einen gastronomischen Betrieb für die Öffentlichkeit aufzubauen.“ Es habe in dieser Zeit regelmäßige Gebetskreise und religiöse Veranstaltungen gegeben. Weil sich die Kinder noch in der Ausbildung befanden und die Enkel noch klein waren, dauerte es bis 2017, bis Familie Hahn wieder durchstarten und an die unterbrochene Tradition der Glaubensveranstaltungen anknüpfen konnte. Dabei arbeitet die Familie eng mit der Erzabtei zusammen.

Weitere Familienmitglieder arbeiten mit

Wer gehört nun zur Familie? Sohn Andreas Hahn hat eine kirchliche Ausbildung als Katechet absolviert. Der studierte Betriebswirt kümmert sich in seiner Freizeit um Organisation und Betreuung der Exerzitienkurse. Außerdem erledigt er die kaufmännischen Arbeiten.

Enkel Fabian Hettinger (links) und Großvater Hans Hahn arbeiten Hand in Hand, um Maria Trost wieder zu neuem Leben zu erwecken
Enkel Fabian Hettinger (links) und Großvater Hans Hahn arbeiten Hand in Hand, um Maria Trost wieder zu neuem Leben zu erwecken | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Fabian Hettinger wird in Zukunft die Leitung übernehmen

Sein Neffe Fabian Hettinger, knapp 21 Jahre, ist ausgebildeter Mechatroniker und der einzige hauptberufliche Mitarbeiter. Er soll in Zukunft die Leitung von Maria Trost übernehmen und arbeitet daher beim Ausbau mit. In geschäftlichen Angelegenheiten steht dem neuen Geschäftsführer sein Onkel Andreas zur Seite. Daneben gibt es noch weitere Familienmitglieder, die ihre Freizeit nutzen, in Maria Trost mitzuarbeiten. Hans Hahn sagt: „Wir haben dann noch zwei Frauen unter Vertrag. Die eine ist für die Zimmer zuständig, die andere hat als Köchin in der Küche das Sagen.“

Haus erhält unter anderem einen Aufzug und vier Mietwohnungen

Das Haus wird komplett saniert und unter anderem mit einem Aufzug ausgestattet. Im Dachgeschoss sollen vier Mietwohnungen in der Größe zwischen 50 und 100 Quadratmetern sowie fünf Doppelzimmer entstehen. Es werde auch nach dem Ausbau bei 59 Betten bleiben. Andreas Hahn erklärt: „Der Tagungsraum, die Küche und die hauseigene Kirche sind für maximal 60 Personen ausgelegt.“ Einen öffentlichen Restaurantbetrieb wird es nicht geben. Die Gerichte aus der Küche bleiben den Hausgästen vorbehalten. Als Übernachtungsstätte steht Maria Trost jedoch auch für Wanderer, Urlauber und Radfahrer offen.

Das Jahresprogramm im Internet: www.mariatrost.de