Seit Mitte März 2018 wird am Wärmenetz des Bioenergiedorfes Kreenheinstetten gebaut. Durch einen Sonderzuschuss des Landes Baden-Württemberg aus Mitteln der Europäischen Union kann die Bioenergie Leibertingen GmbH das Netz realisieren, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heißt. Nach der Umsetzung des Wärmenetzes in Leibertingen vor einigen Jahren, ist es für die Kommune jetzt möglich, das zweite Klimaschutz-Großprojekt stemmen. Wie in Leibertingen wird ein Glasfasernetz zur Datenübertragung des Wärmenetzes genutzt, und ist Ende des Jahres real in Betrieb. Bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Kreenheinstetten berichtete Jörg Dürr-Pucher, Leiter Projektentwicklung der solarcomplex AG, über die Baufortschritte.

Das Nahwärmenetz soll aus der Abwärme der Biogasanlage auf dem Bäumlehof und durch zwei Hackschnitzelkessel mit je 350 Kilowatt Leistung zu beinahe 100 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Nur für Notfälle ist die weitere Nutzung eines Ölkessels im Bürgerhaus und am Bürgerhaus ein Anschluss für einen fahrbaren Ölkessel vorgesehen. Grundlage für den Start des Projektes waren knapp 50 abgeschlossene Verträge, darunter für alle kommunalen Gebäude des Ortes. Inzwischen sind weitere 20 Verträge hinzugekommen, meist Vorverlegungen aufs Grundstück und ins Gebäude. Eine echte Herausforderung für Planer und Baufirmen, denn es wurden 400 Meter mehr Rohrleitungen verlegt als ursprünglich geplant. Weitere Verzögerungen seien durch viel Fels in einigen Straßen sowie tieferen Gräben wegen der bestehenden Infrastruktur aufgetreten, erklärte der Projektleiter. Dennoch soll der ehrgeizige Zeitplan des Projektes eingehalten werden. Es wird für das engagierte Team keine Sommerpause geben und an den Samstagen wird weiterhin gearbeitet. Dadurch soll der Rohr- und Tiefbau des insgesamt fast fünf Kilometer langen Wärmenetzes spätestens Ende November 2018 fertig sein. Die ersten Gebäude sollen bereits im Oktober mit Wärme versorgt werden.

Jörg Dürr-Pucher bat die Mitglieder des Ortschaftsrates darauf hinzuwirken, dass mit Ablauf des Monats August keine weiteren neuen Verträge mehr abgeschlossen werden, denn die nachträglichen Umplanungen erhöhten den Aufwand erheblich. Er bezeichnete dieses Vorgehen als "Baggerakquise". Damit meinte er jene Hausbesitzer, die auch in Kreenheinstetten sich erst dann für einen Wärmelieferungsvertrag entscheiden würden, wenn der Bagger bereits den Hauptgraben entlang der Straße geöffnet habe. Schließlich werde über das Nahwärmenetz in Kreenheinstetten bereits seit mehr als fünf Jahren nachgedacht.