Blitzeblank restaurierte Oldtimer-Traktoren und Longhorn-Rinder. In Baden-Württemberg zumindest ist diese Kombination eine absolute Ausnahme und so hatten sich viele SÜDKURIER-Leser für eine Teilnahme am Nachmittag mit Anton Biselli und seinem Sohn Alexander beworben, die ihre Besucher am gestrigen Nachmittag für rund zwei Stunden kurzweilig und zugleich informativ unterhielten.

Anton Biselli (links) ist in seinem Element, wenn er den Gästen über seine Sammelleidenschaft berichtet.
Anton Biselli (links) ist in seinem Element, wenn er den Gästen über seine Sammelleidenschaft berichtet. | Bild: Moser, Gregor

Anton Biselli sammelt gemeinsam mit seinem Sohn seit Jahren Oldtimer-Traktoren, vorzugsweise der Marke Porsche. Und vermutlich hätte er noch mehr Geschichten parat gehabt, als die, mit denen er die Besucher auf das Beste unterhielt und nebenbei veranschaulichte, dass hinter seiner Sammelleidenschaft auch eine riesen Portion Beharrlichkeit steckt. Denn so mancher Besitzer eines Porschetraktors konnte von ihm, so berichtete er, erst nach vielen Anläufen zum Verkauf überredet werden.

Bild: Moser, Gregor

Bis 1957 seien die von Porsche entwickelten Traktoren unter dem Firmennamen Allgaier in Friedrichshafen-Manzell gebaut worden. Danach habe Porsche übernommen und bis 1963 weiterproduziert. 40 Typen habe es gegeben, insgesamt seien rund 125 000 Exemplare produziert worden, darunter Exemplare, von denen es keine 100 Stück gibt und von denen Biselli ein Exemplar sein Eigen nennen kann. Früher noch erschwinglich seien die Traktoren heute "schier unbezalbar".

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Und so reue ihn heute jeder Traktor, den er früher wieder verkauft hat. Heute stünden die Traktoren oft bei ihren Besitzern im Schopf und würden einfach nicht mehr hergegeben. Die Exemplare, die er und sein Sohn kaufen konnten, wurden in Heimarbeit auseinandergenommen und restauriert.

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Aber nicht überrestauriert, wie Biselli meint. So gebe es Sammler, die jede einzelne Schraube sanierten. Soweit gehe es bei ihm nicht. Und dennoch: Den Lack lasse er vom Profi auftragen und die Elektrik sei bei seinen Modellen neu. "Wie frisch von der Fabrik" habe einmal der anerkennende Kommentar eines Betrachters gelautet. Und angesichts der vielen roten Traktoren sei ein Kind auch schon einmal auf die Idee gekommen, dass es da in Leibertingen eine Porschetraktoren-Fabrik geben müsse, schmunzelt er.

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Und dann ging es nach draußen, wo Alexander Biselli nach und nach mehrere Traktoren für die Besucher startete und sich die SÜDKURIER-Leser so über den charakteristischen Sound der Arbeitstiere freuen durften, der besonders bei einem Modell des Herstellers International Harvester mit einem V8-Motor gewaltig ausfiel. Auch ein John Deere aus dem Jahr 1935 mit einem liegenden Zweizylinder Benzinmotor war dabei. "Schlüssel rumdrehen und er läuft", bemerkte Alexander Biselli, wie der Oldtimer ohne zu mucken beim ersten Versuch ansprang.

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In seiner Jugend, erinnerte sich Anton Biselli, sei man zum Düngerholen nach Hausen ins Donautal hinuntergefahren, habe 100 Zentner geladen und auf dem Rückweg nach Leibertingen sei es dann bergauf darum gegangen, welcher Traktor besser zieht. Heute sei das das Traktor-Pulling wie jüngst in Irndorf, lächelt er.

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Dann gab es einen Szenenwechsel und gemeinsam ging es zur Weide, wo Alexander Biselli seinem anderen Hobby nachkommt und Longhorn Rinder züchtet. In Baden Württemberg gebe es vielleicht zwei Züchter, die das so wie er betrieben, sagte er. Und die Besucher zeigten sich besonders beeindruckt von dem kleinen Longhorn-Kalb.

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