Beim Zusammenstoß zwischen einem Triebwagen und einem Lastwagen auf einem Bahnübergang wurden am frühen Montagmorgen neun Zugpassagiere, darunter nach Angaben der Polizei zwei Kinder, leicht und der Lastwagenfahrer ebenfalls leicht verletzt.

Rettungshubschrauber fliegt Frau mit Kindern in Klinik

Eine Frau wurde nach Angaben der Bundespolizei in Konstanz in Begleitung ihrer Kinder mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Weitere Erkenntnisse zum Gesundheitszustand der betroffenen Personen liegen der Bundespolizei aktuell nicht vor.

Die Ermittlungen sind in vollem Gange, die von der Bundespolizei Konstanz geführt werden, die für den Gleisverkehr der DB zuständig ist.

Zug kam vom Bahnhof in Bad Saulgau

„Es gab einen großen Knall und dann ein Geräusch, wie wenn eine Mauer in sich zusammenfällt“, beschreibt Johannes Persterer den Zusammenstoß, der sich um 8.30 Uhr ereignete. Er wohnt rund einen Kilometer vom Unfallort entfernt, und hörte ein lautes Geräusch, „wie wenn ein Haus einstürzt.“ Der Triebwagen war nur wenige Minuten zuvor vom Bahnhof in Bad Saulgau losgefahren und mit Tempo 80 unterwegs, meldet die Deutsche Presseagentur. Allerdings befindet sich vor dem Bahnübergang eine langgezogenen Linkskurve, wo der Zug seine Geschwindigkeit reduzieren muss.

Großeinsatz von Rettungskräften: Zur Stunde sind mehrere Feuerwehren, Rettungsdienste und Notärzte im Einsatz.
Großeinsatz von Rettungskräften: Zur Stunde sind mehrere Feuerwehren, Rettungsdienste und Notärzte im Einsatz. | Bild: Reinhard Rapp

Bahnschranken werden manuell geschlossen

Der Lastwagen kam vom Gewerbegebiet, und nach Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn waren die Bahnschranken geöffnet. An dem Übergang befinden sich eine Baustelle, und ein kleines Häuschen, das seit Monaten der Arbeitsplatz eines Mitarbeiters ist, der die Schranken manuell schließt. „Warum sie geöffnet waren, wird nun ermittelt“, teilte die Sprecherin der Deutschen Bahn mit, die einen Schienenersatzverkehr zwischen Bad Saulgau und Herbertingen einrichtete.

Der Regionalexpress aus Ulm, der zuletzt in Bad Saulgau stoppte, soll mit 80 Stundenkilometern in den LKW gefahren sein.
Der Regionalexpress aus Ulm, der zuletzt in Bad Saulgau stoppte, soll mit 80 Stundenkilometern in den LKW gefahren sein. | Bild: Reinhard Rapp

117 Rettungskräfte im Einsatz

Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte exakt um 8.34 Uhr und die Wehren aus Herbertingen und Bad Saulgau hatten insgesamt 117 Frauen und Männer im Einsatz. Die verletzten Zugpassagiere wurden versorgt, wobei das DRK mit zehn Rettungswagen im Einsatz war. Dann eilten Mitarbeiter der DB zur Unfallstelle, und für die Einsatzkräfte begannen die Aufräumarbeiten.

An diesem Bahnübergang kollidierte ein LKW mit dem anfahrenden Zug.
An diesem Bahnübergang kollidierte ein LKW mit dem anfahrenden Zug. | Bild: Reinhard Rapp

Bagger musste Lastwagen von den Schienen holen

Der zerstörte Lastwagen wurde mit einem Bagger von den Schienen geholt und weil Öl ausgelaufen war, musste zusätzlich das Erdreich abgetragen werden. Am Triebwagen entstand Totalschaden. Der Zug war aus den Schienen gesprungen, und dabei hat sich der Rahmen verzogen.

Herbertingens Bürgermeister eilt zur Unglückstelle

„Die Zusammenarbeit der Wehren hat hervorragend funktioniert, ebenso mit Polizei und Rettungsdienst“, gab es von Herbertingens Feuerwehrkommandant Martin Eisele ein dickes Lob für die Einsatzkräfte. Stolz sind die Verantwortlichen, dass trotz oder gerade wegen der Urlaubszeit insgesamt 117 Feuerwehrleute der Alarmierung folgten. Auch Herbertingens Bürgermeister Magnus Hoppe war an den Unfallort geeilt, und beobachtete den Einsatz. Man habe noch Glück im Unglück gehabt, konstatierte der Rathauschef, denn kein Beteiligter habe sehr schwere Verletzungen davon getragen und im Triebwagen waren relativ wenig Passagiere. Auf derselben Strecke verkehren täglich auch moderne Neigetechzug, mit mehreren Waggons und deutlich höherer Geschwindigkeit. Nicht auszudenken, wenn dieser mit dem Lastwagen zusammen gestoßen wäre.

Schienenersatzverkehr eingerichtet

Aufgrund des Unfalls kames zu Verspätungen und Teilausfällen im Zugverkehr. Ein Schienenersatzverkehr zwischen Aulendorf und Herbertingen, so teilt die Deutsche Bahn mit, wurde eingerichtet Die Kreisstraße 8261 zwischen der B 311 und der B 32 von Hundersingen nach Herbertingen war mehrere Stunden lang in beide Fahrtrichtungen gesperrt.

Der LKW lag unmittelbar neben dem Regionalexpress. Zur Bergung musste ein Bagger herangezogen werden.
Der LKW lag unmittelbar neben dem Regionalexpress. Zur Bergung musste ein Bagger herangezogen werden. | Bild: Reinhard Rapp

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