Der Schnee ist da, und im Landkreis Sigmaringen sind die Straßenmeistereien für den Winterdienst gut gerüstet, informiert das Landratsamt. Alle Fahrzeuge und Winterdienstgeräte sind überprüft und wintertauglich. Die Streugutlager in den Straßenmeistereien Sigmaringen, Meßkirch und Bad Saulgau, sowie deren Stützpunkten in Gammertingen, Schwenningen und Pfullendorf wurden bereits Anfang Oktober aufgefüllt. „In unseren sechs Salzhallen haben wir insgesamt etwa 5000 Tonnen Streusalz gelagert“, berichtet Frank Dreher, Chef der Straßenmeistereien. Im vergangenen Winter wurden witterungsbedingt nur etwa die Hälfte der Salzmenge und 60 Prozent der Sole im Vergleich zu den letzten Jahren benötigt, nur der Winter 2013/2014 fiel noch milder aus.

Außer bei sehr niedrigen Temperaturen wird Feuchtsalz eingesetzt

Zum Vergleich: Im Winter 2009/2010 lag der Salzverbrauch mehr als viermal so hoch. 3700 Tonnen Streusalz und knapp eine Million Liter Sole wurden zur Glättebekämpfung eingesetzt. Der Landkreis Sigmaringen besitzt in jeder Straßenmeisterei und am Stützpunkt Pfullendorf eine Soleanlage, mit denen die Salzlösung selbstständig hergestellt werden kann. „Streusalz in Kombination mit Sole, das sogenannte Feuchtsalz, setzen wir ein, weil dieses besser auf der Straße haftet und vom Wind nicht verfrachtet wird und somit weniger Salz in die Umwelt gelangt. Zudem hat Feuchtsalz eine höhere Tauwirksamkeit und ist bei Glätte effektiver. Bei extremen Minustemperaturen müssen wir aber auf reines Trockensalz zurückgreifen, weil das Feuchtsalz bei diesen Temperaturen anfrieren könnte“, so der Fachmann.

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27 eigene und fremde Fahrzeuge im Einsatz

876 Kilometer Straße haben seine rund 70 Mitarbeiter freizuhalten. Neben 13 eigenen Fahrzeugen erhalten Sie Unterstützung von Dienstleitern mit 14 Fahrzeugen. „Wenn es hart auf hart kommt, sind wir mit 30 Leuten von 2.30 Uhr an im Einsatz. Bis morgens der Berufsverkehr losgeht, müssen wir möglichst alle Strecken freikriegen“, berichtet Dreher. Schneit es durch, drehen die bis zu 600 PS starken Lastwagen im Schichtdienst ihre Runden. Die Lkws werden von Straßenwärtern gelenkt. „Wir suchen jedes Jahr Auszubildende. Für den Ausbildungsbeginn Herbst 2021 nehmen wir noch Bewerbungen an“, so Dreher. Die Räumstrecken wurden so konzipiert, dass viel befahrene Straßen und Gefällestrecken, wenn möglich, frühzeitig geräumt werden. Der Winterdiensteinsatzleiter überwacht die Lage am Computer. So gut es geht, versuche der Landkreis, auch die Gemeinden zu unterstützen, die für innerörtliche Räumung zuständig sind.

Überholen eines Schneepflugs ist gefährlich

Für einen reibungsfreien Winterdienst sind die Straßenwärter auch auf die Mithilfe der Autofahrer angewiesen. „Wer einen Schneepflug überholt, gefährdet sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer“, macht Dreher deutlich.