Landratsamtspressesprecher Tobias Kolbeck sagte: „Das Bundesverkehrsministerium muss zustimmen, mit unseren fünf Nachbarlandkreisen muss ein Bewirtschafttungskonzept vereinbart werden. Die Zulassungssoftware der Kreisverwaltung muss umgeschrieben werden und neue Antragsformulare sind zu drucken.“

Die Online-Reservierung ist erst etwa drei Wochen vor der offiziellen Einführung der Altkennzeichen möglich. Das Landratsamt werde, so Kolbeck, in jedem Fall rechtzeitig informieren.

Welche Kosten bei Zulassung und Umschreibung anfallen

Um eines der Altkennzeichen kann sich jeder Autobesitzer aus dem Landkreis bemühen, unabhängig davon, ob er in einer Gemeinde des jeweiligen Altkreises wohnt oder nicht. Die Auswahl zwischen den Kennzeichen bei der Anmeldung kostet keine Extragebühr. „Eine Wunschkennzeichengebühr von 10,20 Euro fällt erst an, wenn eine bestimmte Buchstaben-Zahlenkombination gewünscht wird“, erklärt der Pressesprecher.

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Wer sein bisheriges SIG-Kennzeichen ohne die erwähnten Sonderwünsche tauschen will, wird mit der üblichen Umschreibegebühr von 27,60 Euro zur Kasse gebeten. Dazu kommen noch die Ausgaben für die neuen Nummernschilder. Die Zulassung schlägt immer mit 27 Euro zu Buche, plus Dokumentengebühren.

Initiative pro Wiedereinführung verfolgt Diskussion im Kreisrat

Im Zuschauerraum saßen Gründer und Unterzeichner einer Unterschriftensammlung für die Zulassung des SLG-Kennzeichens, die jede Stellungnahme für die Wiedereinführung mit Beifall honorierten.

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Freie Wähler stellen Antrag, alle drei Altkennzeichen zuzulassen

Ein Antrag der Freien Wähler (FWV) erleichterte die Diskussion. Wie Fraktionssprecherin Doris Schröter betonte, solle die Entscheidung keine „Lex Saulgau„ werden. Deshalb hatte die FWV den Antrag vorgelegt, alle drei infrage kommenden Altkennzeichen zuzulassen.

Geteilte Meinungen in der CDU-Fraktion

Die Frage, ob diese mit der Kreisreform verschwundenen Kennzeichen bald wieder zum Alltag der Zulassungsstelle gehören sollen, spaltete erkennbar den Kreistag. CDU-Fraktionschef Thomas Kugler sagte, in seiner Fraktion gebe es keine einheitliche Meinung.

SLG im Landkreis Ravensburg wieder möglich

Eigentlich hätte der Pfullendorfer Rathauschef am liebsten mit Nein gestimmt. Aber da ist noch der Landkreis Ravensburg, der das SLG-Kennzeichen für den ehemaligen Kreis Saulgau bereits zugelassen hat. Deswegen sah der Christdemokrat keinen Grund mehr, dagegen zu sein.

Sozialdemokrat Mathias Seitz: „Ein Kreis, ein Kennzeichen“

Ganz anders sah es der Sozialdemokrat Mathias Seitz. Der Fraktionssprecher bekannte, dass er bereits 2012 gegen die Wiedereinführung des Altkennzeichens SLG gestimmt habe. An dieser Haltung habe sich bis heute nichts geändert. Er formulierte seine Grundhaltung so: „Ein Kreis, ein Kennzeichen.“ Die 3000 Unterzeichner der Unterschriftenliste bezeichnete der Kreisrat als „Nostalgiker“.

Grüne plädieren für „Einheit in Vielfalt“

Für Fiona Skuppin von den Bündnisgrünen sind die neuen, alten Kennzeichen kein Problem. Sie sprach im Namen ihrer Fraktion von „Einheit in Vielfalt“. Zum Bürgerinteresse berichtete sie: „Ich habe beim Landratsamt in Ravensburg nachgefragt. Dort hatten sich bereits am ersten Tag 1300 Interessenten gemeldet.“