Die Zahl der von 14- bis 21-Jährigen begangenen Straftaten hat sich im Jahr 2019 leicht auf 652 Fälle erhöht, wobei bei den 18- bis 21-Jährigen sogar ein Rückgang von 253 auf 218 Fälle gegenüber dem Jahr 2018 verzeichnet wurde. Über die Entwicklung der Strafverfahren im Kreis Sigmaringen informiert die Jugendhilfe am 13. Juli, 8.30 Uhr, in der Sandbühlhalle Bingen die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses in einer öffentlichen Sitzung.

„Polizei listet alle Delikte von Tatverdächtigen auf“

Bei der Jugendhilfe werden alle Strafverfahren erfasst, die nach einem Delikt auch zu einer Anklage führen. Unabhängig davon erfasst die Polizei zur Jugendkriminalität alle Delikte von Tatverdächtigen. Entsprechend den Ausschussunterlagen registriert die Jugendhilfe seit 2012 einen Anstieg der Fälle von 414 auf nunmehr 652, wobei die Fallzahlen ab 2017 sich von 449 deutlich auf 643 im Folgejahr erhöhten.

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Einführung der Ermittlungsgruppe „Rauschgift“

Grund ist nach Angaben der Jugendhilfe die Einführung der Ermittlungsgruppe „Rauschgift“ bei der Polizei, wodurch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz nun deutlich häufiger festgestellt werden und 2019 die häufigste Straftat im Kreis Sigmaringen bildeten. „Zum anderen sind die Steigerungen auf einzelne Intensiv- und Schwellentäter im Landkreis zurückzuführen, die eine Vielzahl von Straftaten begingen“, geben die Behördenmitarbeiter an.

Jugendhilfe ist Ansprechpartner bei Strafverfahren und bei Gericht

Die Jugendhilfe begleitet Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie Heranwachsende im Alter von 18 bis 21 Jahren während eines Strafverfahrens bei Amts- oder Landgerichten. Dabei werden die jungen Leute sozialpädagogisch begleitet und sie bringen vor Gericht die erzieherischen, sozialen und fürsorglichen Gesichtspunkte eines Verfahrens vor. Ziel ist dabei, durch entsprechende Angebote der Stigmatisierung junger Menschen entgegenzuwirken, Entwicklungsverzögerungen zu verhindern und letztlich die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu fördern.

Verfahrensrechte von jugendlichen Beschuldigten werden gestärkt

Im Oktober 2019 wurden die Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren durch verstärkt. Künftig wird die Jugendhilfe schon bei den polizeilichen Ermittlungen miteinbezogen und ihre Anwesenheit ist bei allen Gerichtsverfahren verpflichtend. Deshalb wurde die Jugendhilfe im Strafverfahren im Landratsamt Sigmaringen um eine halbe auf 1,5 Vollzeitstellen aufgestockt.