Die Zugangszahlen haben sich im zurückliegenden Jahr im Vergleich zu 2020 mehr als verdoppelt und dieser Anstieg macht sich auch im Landkreis Sigmaringen bemerkbar. Bleiben die Zugangszahlen auf diesem hohen Niveau, werden die zur Verfügung stehenden Unterbringungsplätze in den beiden Gemeinschaftsunterkünften in Sigmaringen bis spätestens im März 2022 voll belegt sein. Dort können derzeit, unter Beachtung der Corona-Lage 117 Menschen untergebracht werden. Diese Entwicklung hat Claudia Wiese, Erste Landesbeamtin, schon mehrfach im Kreistag thematisiert.

Einstöckige Anlage wird für 24 Monate angemietet

Es wurde intensiv nach geeigneten Immobilien gesucht, die ausreichend Platz und die notwendige Infrastruktur für die gemeinschaftliche Unterbringung von Geflüchteten bieten, informiert das Landratsamt in einer Pressemitteilung. „Bei den angebotenen Objekten hätte noch viel umgebaut und saniert werden müssen. Insbesondere beim Brandschutz bestand Nachholbedarf. Bei einzelnen Objekten war auch die Lage und die fehlende Infrastruktur ein Ausschlusskriterium“ berichtet Wiese. Doch die Zeit drängt. Deshalb hat sich der Landkreis dazu entschlossen, in einem ersten Schritt die vom Land zugewiesenen Flüchtlinge und Schutzsuchenden in geeigneten Wohncontainern unterzubringen. Es soll eine einstöckige Anlage für zunächst 24 Monate angemietet werden, die ausreichend Platz für rund 50 Personen bietet.

Mengen stellt Grundstück in der Bussenstraße zur Verfügung

Auf den Aufruf des Landkreises hat die Stadt Mengen ein Grundstück in der Bussenstraße angeboten, das insbesondere hinsichtlich Lage und Erreichbarkeit von Versorgungseinrichtungen wie beispielsweise Supermärkten gut geeignet wäre. Aktuell plant der Landkreis einen Bauantrag, für die Errichtung einer temporären Wohnanlage in Modulbauweise zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Geflüchteten auf dem Flurstück 500/1 in der Bussenstraße einzureichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Vorarbeiten zum Bauantrag laufen auf Hochtouren. Das Land hat bereits grünes Licht zu dem Vorhaben gegeben. „Wir freuen uns über die rasche Zustimmung des Landes und hoffen, dass wir bereits im Laufe des Monats März dieses Jahres Geflüchteten eine Unterkunft in Mengen anbieten können. Die soziale Betreuung der Schutzsuchenden soll wie in Sigmaringen über die Fachkräfte des Caritasverbandes sichergestellt werden. Und der Landkreis wird auch eine Heimleitung vor Ort einrichten“, berichtet Wiese.

Landkreis sucht weitere Unterkünfte

„Ich danke der Stadt Mengen für die überaus konstruktive und partnerschaftliche Bereitschaft, uns hier zu unterstützen. Mit den 50 Plätzen, die wir dort schaffen könnten, dürften wir, sofern die Zugangszahlen auf dem aktuellen Niveau bleiben, bis etwa Juli 2022 genügend Unterbringungskapazitäten haben“, so Claudia Wiese. Der Landkreis ist also weiterhin auf der Suche nach weiteren Unterkünften.