Nachdem lange unklar war, wie sich das Land die konkrete Umsetzung des schon Anfang Dezember verkündeten Impfkonzepts vorstellt, besteht für die Verantwortlichen im Landkreis nun Klarheit. Der Landkreis wird die Koordination, den Aufbau und die Organisation vor Ort übernehmen. Rolf Vögtle koordiniert als Erster Landesbeamter alles rund um die Einrichtung, die nach Vorstellungen des Landes bereits am 15. Januar 2021 in Betrieb gehen soll.

Wie soll die Einrichtung aussehen?

„Die Sporthalle der ehemaligen Oberschwabenkaserne in Hohentengen soll entsprechend hergerichtet werden“, informiert Tobias Kolbeck, Pressesprecher des Landratsamtes. Die dortige Sporthalle bietet ausreichend Platz und wird in den kommenden Wochen eingerichtet. Hierfür laufen die Planungen aktuell auf Hochdruck. Im Fokus steht der Ablauf der Impfung in einem geschützten Rahmen und unter der Beachtung der hohen Anforderungen der Hygiene- und Abstandsmaßnahmen.

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Wie soll der Betrieb ablaufen?

Geplant ist, dass rund 750 Menschen am Tag geimpft werden können. Geimpft werden soll im Zweischichtbetrieb von 7 bis 21 Uhr, und zwar sieben Tage die Woche. Wer einen Termin erhalten hat, muss sich zunächst anmelden. Anschließend wird man per Video über die Impfung aufgeklärt und kann offene Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt klären. Die Impfung selbst nimmt dann medizinisches Fachpersonal vor. Nach der Impfung sollte man noch einige Minuten zur Beobachtung im Impfzentrum bleiben. Hierfür wird es extra Räumlichkeiten geben. Abschließend erhält man einen Nachweis über die Impfung.

Ärzte und medizinisches Personal werden gesucht

Die Kassenärztliche Vereinigung hat bereits einen Aufruf gestartet, um Ärzte und medizinisches Fachpersonal zu finden. Der Landkreis unterstützt hier und sucht zudem nach dem übrigen Personal. „Im Landratsamt haben wir bereits alle verfügbaren Mitarbeiter zur Unterstützung des Gesundheitsamtes herangezogen, so dass wir nun auf Bürger des Landkreises angewiesen sind“, so Vögtle. Die Hilfsorganisationen im Kreis unterstützen mit ihrem Fachwissen bei der Organisation, dem Aufbau und mit Personal. Die Hard- und Software organisiert das Land. Bund und Land sorgen auch dafür, dass der Impfstoff nach Hohentengen geliefert wird.

Welches Personal ist notwendig?

Es werden pro Tag für die zwei Schichten, in denen gearbeitet werden soll, rund 14 Ärzte, zwölf medizinische Fachangestellte, 28 Kräfte, die bei Verwaltung und Organisation unterstützen, sowie zwei Dolmetscher benötigt. In Summe werden allein hierfür rund 100 Vollzeitkräfte notwendig sein, um den Betrieb zu stemmen. Die Reinigung, die IT-Administration und der Sicherheitsdienst werden zusätzlich durch Dienstleister übernommen, hierfür sucht der Landkreis kein Personal.

Landrätin hofft, dass sich genügend Bürger für Mitarbeit finden

„Ob das Impfzentrum wie geplant an den Start gehen kann, hängt hier vor Ort ganz entscheidend davon ab, ob wir ausreichend Menschen finden, die mithelfen“, macht Landrätin Stefanie Bürkle klar. Der Landkreis startet aktuell einen großen Aufruf. Sie wird auch ehemalige Mitarbeiter und andere Behörden um Unterstützung bitten.

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Wo können sich Interessierte melden?

Wer Interesse hat mit zu arbeiten, findet alle Informationen auf der Homepage des Landkreises oder in den Aufrufen, die in den Jobportalen, Zeitungen und Mitteilungsblättern in den kommenden Tagen zu finden sein werden. Gesucht wird vor allem nach Menschen, die vollzeitbeschäftigt an fünf Tagen oder zumindest in einem möglichst großen Teilzeitbeschäftigungsverhältnis arbeiten wollen. Es sollte die Bereitschaft bestehen auch an Wochenenden zu arbeiten. Alle Mitarbeiter werden beim Landkreis angestellt und erhalten eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Mehr Informationen gibt es unter landkreis-sigmaringen.de/impfen

Ab wann kann sich wer zur Impfung anmelden?

Welche Bevölkerungsgruppen sich wann impfen lassen können, werden Bund und Land noch konkreter regeln. Wie die Menschen erfahren, ab wann sie impfberechtigt sind, ist noch nicht geklärt. Bislang hieß es von Seiten des Landes lediglich, dass die Anmeldung digital und telefonisch über Hotline 116 117 und ein Callcenter des Landes ablaufen soll.

Welche Rolle übernehmen die mobilen Impfteams?

Die mobilen Teams werden zunächst Pflegeheime und andere Einrichtungen aufsuchen. Das Land hat festgelegt, dass jeder Landkreis neben einem Impfzentrum zwei mobile Impfteams einrichten kann und muss. Auch hierfür werden vier medizinische Fachkräfte und vier Verwaltungskräfte gesucht.

Wie geht es weiter?

Bis in Hohentengen der Aufbau des Impfzentrums startet, ist noch viel zu tun. Die Organisation, die räumliche Ausgestaltung und die Personalsuche laufen parallel. Wann die Arbeiten in Hohentengen starten, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Auch ist noch nicht klar, wie viel Impfstoff am 15. Januar 2021 überhaupt zur Verfügung stehen wird und inwieweit das Impfzentrum und die mobilen Impfteams sofort mit Impfungen loslegen können. „Auch wenn vieles von Bund und Land noch nicht geklärt ist, legen wir vor Ort los. Wir versuchen jeden Tag Vorlauf auszunutzen und werden auch über den Jahreswechsel Gas geben“, macht Rolf Vögtle deutlich.