Die Hauptversammlungen der Kfz- und Elektro-Innung Sigmaringen fanden in Hohentengen statt. Bei den Wahlen der wurden die beiden Obermeister Siegmund Bauknecht und Klaus Strobel, für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Aufgrund des gemeinsamen Interessengebietes E-Mobilität bestanden die Versammlungen neben einem innungsinternen auch aus einem gemeinsamen Teil. Ziel war, die Perspektive und die gegebenen Voraussetzungen des jeweils anderen Gewerks besser zu verstehen und kennenzulernen, informiert Patricia Baumann, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.

Stärkere Zusammenarbeit und Versetzung

„Das Kfz-Handwerk repariert und liefert E-Autos, das Elektro-Handwerk sorgt für Energieerzeugung auf Dächern, passende Leitungen im Haus und Wallboxen“, erläuterte Siegmund Bauknecht, Obermeister der Kfz-Innung. „Ein Grund für uns, stärker zusammen zu arbeiten und uns zu vernetzen“, ergänzte Klaus Strobel, Obermeister der Elektro-Innung, „so werden wir die Zukunft gemeinsam bewältigen und bieten unseren Kunden ganzheitliche Leistungen an.“

Installationen oft sehr alt

Referent Steffen Häusler vom Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg berichte zum Thema E-Mobilität von der Problematik, dass das durchschnittliche Alter der Elektroinstallationen in vielen Häusern etwa 60 Jahre betrage. Privatpersonen rate er deswegen, vor Installation einer Ladestation die elektrischen Anlagen durch einen Elektroniker überprüfen zu lassen. Weiterhin gab er einen Ausblick auf die Pläne der Regierung im Bereich der Ladeinfrastruktur sowie aktuelle und geplante Förderprogramme.

Stromverfügbarkeit ein Problem

Der über Video zugeschaltete Andreas Zühlke von der Akademie des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes GmbH informierte über Antriebs- und Ladekonzepte für E-Fahrzeuge. In seiner Darstellung verwies er auf die Wichtigkeit der individuellen Fahrweise: „Je dynamischer die Fahrweise, desto weniger Reichweite“, betonte er. Mit statistischen Daten belegte er die zunehmende Bedeutung des Elektroautos. Das Hauptproblem der E-Mobilität sehe er derzeit in der Verfügbarkeit des Stroms. Um die zukünftige Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu decken, sei das Stromnetz noch nicht ausreichend ausgebaut. Als Innovation stellte er das bidirektionale Laden vor bei der E-Autos wieder Strom an die Haushalte abgeben können.

Handel mit Zertifikaten

Siegmund Bauknecht ging auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges auf den Neu- und Gebrauchtwagenmarkt ein. Aufgrund eines Mangels an Halbleitern, Kabelbäumen oder Rohstoffen müssten Kunden mit langen Lieferzeiten rechnen. Zudem ging er auf die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) ein. Diese schreibe den Mineralölunternehmen Ziele zur Einsparung von CO2-Emissionen vor. Um die THG-Quote zu erreichen, könnten die Unternehmen auch Zertifikate aus klimafreundlicher Mobilität kaufen. Auch Kfz-Betriebe mit E-Auto-Fuhrpark, E-Auto-Verkauf oder eigenen Ladesäulen haben die Möglichkeit an diesem Zertifikatehandel teilzunehmen.