Im Kreis Sigmaringen soll die Impfkapazität ausgebaut werden. Dazu werden in Sigmaringen sowie in den Krankenhäusern in Pfullendorf und Bad Saulgau Impfstützpunkte eingerichtet. 200 Impfungen pro Tag und Standort, von Montag bis Freitag, jeweils von 9 bis 16 Uhr, sollen angeboten werden. „Wenn die Impfstoffzulieferungen rechtzeitig eintreffen, starten die beiden Impfstützpunkte am 7. Dezember“, informiert das Landratsamt. In den Impfstützpunkten sind Erst-, Zweit- und Booster- Impfungen möglich, hierfür ist eine Anmeldung erforderlich. Das genaue Anmeldeverfahren wird noch bekannt gegeben.

2000 Impfungen pro Woche in den Krankenhäusern möglich

„Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, müssen wir vor allem die Impfquote deutlich erhöhen. Wir werden unseren Beitrag dazu leisten und je Standort ein Impfteam und ein Organisationsteams bereitstellen und können somit an beiden Standorten zusammen 2000 Impfungen pro Woche anbieten“, erklärt Dr. Jan-Ove Faust, Geschäftsführer der drei SRH Kliniken im Landkreis.

Erste Landesbeamtin freut sich über die Unterstützung von SRH

„Ich bin den Kliniken sehr dankbar, dass sie neben der Mammutaufgabe der Versorgung der Corona-Patienten und der Aufrechterhaltung der stationären Gesundheitsversorgung auch noch Fachpersonal, Infrastruktur und Räumlichkeiten für Impfungen anbieten und so den größtmöglichen Beitrag leisten, die Pandemie in die Knie zu zwingen“, würdigt Claudia Wiese, Erste Landesbeamtin, das Engagement der Krankenhäuser.

Zwei mobile Impfteams sind im Landkreis Sigmaringen im Einsatz

Täglich werden derzeit durch das mobile Impfteam bis zu rund 350 Impfungen verabreicht, das im gesamten Kreis unterwegs ist. In Pfullendorf macht das Mobil am 3. Dezember in der Stadthalle Halt, wobei schon alle Termine vergeben sind. Der nächste Stopp des Impfmobils ist für den 12. Dezember geplant und zwar wieder in der Stadthalle. Seit Dienstag, 30. November, impft zudem ein weiteres Team in Pflegeeinrichtungen.

Tausende lassen sich in Arztpraxen impfen

Die niedergelassenen Haus- und Fachärzte verimpften in der vergangenen Woche in 48 Praxen exakt 4982 Impfdosen, mehr als doppelt so viel als in der Woche zuvor. „Trotzdem lief alles rund. Viele Kollegen haben auch am Samstag geimpft“, zeigt sich Dr. Stefanie Ulrich-Colaicomo erleichtert und dankbar. „Die Ärztinnen und Ärzte verimpfen alles, was sie bekommen, herzlichen Dank dafür“, so die Erste Landesbeamtin Claudia Wiese.

Ist eine Terminvereinbarung notwendig?

Die Nachfrage nach Impfungen stieg in den letzten Tagen stark an, sodass mittlerweile nicht mehr alle Impfwilligen sofort geimpft werden können. Um Wartezeiten oder Abweisungen vor Ort zu vermeiden, wird für alle Termine eine Voranmeldung empfohlen. Die Termine vergibt bei mobilen Einsätzen die Gemeindeverwaltung, in deren Gemarkung die Aktion stattfindet. Informationen gibt es auf der Homepage der jeweiligen Gemeinde. Zuletzt war die Nachfrage aber so hoch, dass alle Termine innerhalb weniger Stunden vergeben waren. Für den Impftermin im Landratsamt Sigmaringen, der stets am Samstag stattfindet, ist für die Terminvereinbarung dienstags bis donnerstags zwischen 13 und 17 Uhr unter Tel. 0 75 71/102 64 65 eine Hotline geschaltet.

Unterstützung durch Hilfsorganisationen

In Kooperation mit den Hilfsorganisationen DRK und Malteser Hilfsdienst wird ab Mitte Dezember ein weiteres Impfteam im Landkreis zum Einsatz kommen. Die Hilfsorganisationen unterstützen zudem bei bereits bestehenden Impfaktivitäten. Und nach Angaben des Landratsamtes kommen auch immer wieder Impfwillige ohne Termin zum Zug.

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„Ein Teil der Leute kommt trotz vereinbartem Termin nicht, sodass Menschen nachrücken und Spontantermine ermöglicht werden können. So verfällt keine Impfdose und der ein oder andere kann auch ohne Termin geimpft werden“ erläutert Willi Römpp die Herangehensweise. Mit Wartezeiten muss aber gerechnet werden, sollte man keinen Termin vereinbart haben. Dass man ohne Termin dann auch tatsächlich geimpft werden kann, kann jedoch nicht garantiert werden.

Personalsuche ist sehr schwierig

Willi Römpp, der die Impfteams des Landkreises organisiert, berichtet von einer schwierigen Personalsuche: „Nachdem das Land uns verpflichtet hatte, das Impfzentrum in Hohentengen abzubauen und alle Verträge der Kolleginnen und Kollegen zu kündigen, mussten wir sechs Wochen nach Schließung des KIZ wieder bei Null anfangen. Viele haben sich verständlicherweise andere Stellen gesucht und standen uns nicht mehr zur Verfügung. Medizinische Fachkräfte sind überall gesucht. Wir konnten kurzfristig aber vor allem Pensionäre gewinnen“, beschreibt Römpp den schwierigen Weg, innerhalb weniger Wochen Impfmöglichkeiten zu schaffen: „Medizinische Fachangestellte und pharmazeutisch-technische-Angestellte suchen wir aber nach wie vor händeringend.“

Kapazitäten für 1000 Impfungen pro Tag

„Woran es aber derzeit am meisten hakt, ist die Tatsache, dass der Impfstoff rationiert ist. Wir erfahren vom Land erst wenige Tage vorher, wie viel Impfstoff wir tatsächlich bekommen. Das macht eine Terminplanung extrem schwierig“, berichtet Willi Römpp. „Wir schaffen in den nächsten Tagen gemeinsam mit Gemeinden, Kliniken und Hilfsorganisationen die Voraussetzungen, um 1000 Impfungen am Tag anbieten zu können, zur Umsetzung brauchen wir dann aber auch ausreichend Impfstoff“, so Claudia Wiese.