Wie geplant startet das Kreisimpfzentrum (KIZ) Meßstetten am Freitag mit den ersten Impfungen bei den über 80-Jährigen. In der ehemaligen Kaserne auf dem Meßstetter Geißbühl wartet eine bestens vorbereitete Einrichtung darauf, bis zu 800 Personen täglich gegen das Covid-19-Virus immunisieren zu können. Doch weil nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht, können derzeit nur etwa 42 Menschen pro Tag geimpft werden. Für den Start des KIZ sind 1170 Impfdosen zugesagt worden, die in den kommenden Tagen geliefert werden sollen. Davon geht 50 Prozent an die impfwilligen Senioren in den Pflegeheimen sowie dessen Personal.

Landrat bedauert Verzögerung

KIZ-Leiter Stephan Hermann mit einer Ampulle des Biontech-Impfstoffs.
KIZ-Leiter Stephan Hermann mit einer Ampulle des Biontech-Impfstoffs. | Bild: Susanne Grimm

Diese Verzögerungen bedauerte der Landrat des Zollernalbkreises, Günther-Martin Pauli, der mit dem Verantwortlichen des KIZ und Leiter des neu eingerichteten Amts für Bevölkerungsschutzes, Kreisbrandmeister Stephan Hermann, durch das Impfzentrum führte, ausdrücklich. Pauli verteidigte allerdings die Stuttgarter Landesregierung, die die Hälfte des sowieso schon knappen Impfstoffs zurückhält, damit bei den Erstgeimpften die drei Wochen später fällige Zweitimpfung gewährleistet werden kann. Die zugesagten Impfdosen für drei Wochen waren bereits am ersten Anmeldetag vergeben worden. Derzeit sei es nicht sinnvoll, die bereits überlasteten Anmelde-Hotlines zu kontaktieren. „Sobald genügend Impfstoff da ist, wird das auf allen Medien kommuniziert werden“, versprachen die beiden Verantwortlichen. „Frühestens in 14 Tagen kann es wieder Termine geben“, sagte Pauli. Für Mitte Februar erwarte er aber größere Lieferungen. Dann könnten sich die jeweiligen Impfberechtigten anmelden. „Im Moment müssen wir einfach noch Geduld aufbringen“, so der Landrat.

Räumliche Voraussetzungen sehr gut

Das Impfzentrum Meßstetten in der ehemaligen Kaserne und der einstigen Landeserstaufnahmestelle auf dem Geißbühl.
Das Impfzentrum Meßstetten in der ehemaligen Kaserne und der einstigen Landeserstaufnahmestelle auf dem Geißbühl. | Bild: Susanne Grimm

Bei der Führung durch die Einrichtung konnten sich Pressevertreter einen Eindruck über die Abläufe und die geschaffene Infrastruktur verschaffen. Auch wenn das KIZ-Areal nicht gerade vor der Haustüre liegt, bietet die ehemalige Kaserne mit der einstigen Landeserstaufnahmestelle (LEA) fast ideale Bedingungen durch ihre Barrierefreiheit und der Weitläufigkeit innerhalb des Gebäudes. Mithilfe von Piktogrammen, Wegweisern und einem in Wechselschicht arbeitenden 40-köpfigen Helferteam könne der Besucherstrom sicher geleitet werden, ist sich der KIZ-Leiter sicher. Zudem biete das Gelände genügend Parkplätze vor dem KIZ und für es stehen Rollstühle zur Verfügung.

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Wer einen Impftermin bekommen hat, wird nach dem Einlass registriert und kann sich dann in zwei großen Wartesälen einen Film über den Immunisierungsvorgang im Körper und möglichen Nebenwirkungen der Impfung ansehen. Im dritten Schritt erfolgt das Gespräch mit einem Arzt, der dann, sollte nichts gegen die Impfung sprechen, die Spritze setzt. Eine Ruhepause von einer halben Stunde beendet das Prozedere, für das eine gute Stunde Zeit mitgebracht werden muss. Zu dem Termin kann gerne eine Begleitperson mitgebracht werden. Für eventuelle Notfälle ist auch eine mobile Notfallstation eingerichtet worden.

Anmeldung online oder telefonisch

Erste Station: Registrierung und Überprüfung der Impfberechtigung.
Erste Station: Registrierung und Überprüfung der Impfberechtigung. | Bild: Susanne Grimm

Da das KIZ eine Einrichtung des Landes ist, kann sich jeder Impfwillig in einem beliebigen Impfzentrum seiner Wahl anmelden. Zur Impfung muss mitgebracht werden der zwölfstellige Termincode, der bei der erfolgten Anmeldung mitgeteilt, beziehungsweise angezeigt wird, je nachdem die Anmeldung online oder telefonisch getätigt worden ist. Der Personalausweis/Pass, die elektronische Gesundheitskarte, sowie der Impfpass müssen vorgelegt werden und wenn möglich der Aufklärungsbogen, der über www.zollernalbkreis.de/kiz heruntergeladen werden kann. Zwei mobile Impfteams gehören ebenfalls zum KIZ. Diese sind im Zollernalbkreis unterwegs, um die Bewohner und das Personal von Pflegeheimen zu impfen. Bisher haben sechs der 27 Einrichtungen – in Zahlen: über 300 der insgesamt 1600 Pflegebedürftigen – die Impfung erhalten.

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Zu Beginn Impfstoff von Biontech

Auch für Gehbehinderte ist im barrierefreien Impfzentrum gesorgt (von links) Bürgermeister Frank Schroft, Landrat Günther-Martin Pauli und KIZ-Leiter Stephan Hermann.
Auch für Gehbehinderte ist im barrierefreien Impfzentrum gesorgt (von links) Bürgermeister Frank Schroft, Landrat Günther-Martin Pauli und KIZ-Leiter Stephan Hermann. | Bild: Susanne Grimm

Im KIZ Meßstetten wir der Impfstoff von Biontech eingesetzt, der tiefgekühlt gelagert werden muss. Noch steht kein geeignetes Tiefkühlgerät zur Verfügung, „aber wir haben eins bestellt“, sagte Pauli. Allerdings halte sich der Impfstoff im mitgelieferten Trockeneis auch ohne Gerät zwei Wochen ohne Wirkverlust. Eine Impfung erfolgt nur mit Termin und nur für berechtigte Personen. Um den Termin muss sich selbst gekümmert werden. Berechtigte müssen je einen Termin für die Erst- und Zweitimpfung buchen. Die Buchung ist nicht über das Gesundheitsamt möglich.