Susanne Grimm

Nach zwei Jahren Pause hat das Heeresmusikkorps Ulm in der St. Martinskirche zu Beuron wieder ein Benefiz-Konzert gegeben. Der Hausherr der Klosterkirche, Erzabt Tutilo Burger, und der Kommandeur des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen aus Pfullendorf, Oberst Albrecht Katz-Kupke, konnten ein Publikum begrüßen, das in der vollbesetzten Abteikirche begierig auf die vermissten Darbietungen der Ulmer Musiker wartete.

Dank an die „Freunde der Erzabtei Beuron“

Der Oberst drückte seine Freude darüber aus, die einst von der 10. Panzerdivision begründete Tradition der Adventskonzerte in Beuron wieder aufnehmen zu können. Dabei richtete er seinen ausdrücklichen Dank an die Spender und Mitglieder des Vereins „Freunde der Erzabtei Beuron“, die auch in den konzertlosen Jahren für das Soldatenhilfswerk und den genannten Verein „großzügig gespendet haben“. Wie in den vorangegangenen Jahren kommen die Einnahmen des Konzerts und Spenden zu gleichen Teilen dem Soldatenhilfswerk und dem Verein „Freunde der Erzabtei Beuron“ zugute. Letztere investieren diese Gelder in den Erhalt und Sanierung der Klostergebäude sowie der Beuroner Kunstschätze.

Die Musiker freuen sich sichtlich über den Applaus für ihren Auftritt.
Die Musiker freuen sich sichtlich über den Applaus für ihren Auftritt. | Bild: Susanne Grimm

Weihnachten im eigentlichen Sinne feiern

Sowohl der Oberst als auch der Erzabt riefen dazu auf, Weihnachten im eigentlichen Sinne zu feiern, in dem die Bedeutung der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem bewusst gemacht werden soll, angesichts der üblen Nachrichten über Krieg, Pandemie, Energie- und Klimakrise, von Inflation und Fußballdebakel, denn es gehe um mehr als Weihnachtsmärkte, Essen, Geschenke und Familienidylle. Dem stimmten die Musikerinnen und Musiker des Heeresmusikkorps auf ihre Weise zu, indem sie die weihnachtliche Ouvertüre „Adeste Fideles“ machtvoll zu Gehör brachten. Wie immer war es ein Genuss, dem Orchester unter der Leitung von Hauptmann Dominik M. Koch zuzuhören, das mit seinem fulminanten Klangkörper schlechte Gedanken fortblies. Der Konzertmarsch „The Thunderer“, ein Satz aus der Sinfonie über Themen von John Philip Sousa, hatte das Zeug dazu. Mit „Haeven‘s Light“ von Steven Reineke folgte eine beeindruckende und ausdrucksstarke Komposition mit dichten Harmonien und einprägsamen Melodien, die von Holzbläsersoli geprägt und von Marimba oder Glockenspiel begleitet worden sind.

Das Publikum war begeistert und spendet stehend Applaus. Ganz links Bürgermeister Raphael Osmakoswki-Miller, ganz rechts Oberst Albrecht ...
Das Publikum war begeistert und spendet stehend Applaus. Ganz links Bürgermeister Raphael Osmakoswki-Miller, ganz rechts Oberst Albrecht Katz-Kupke, Kommandeur des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen, mit Ehefrau und Sohn. | Bild: Susanne Grimm

Zufriedenes Lächeln von Dominik Koch

Nach der Meditation von Erzabt Tutilo Burger gehörte das Auditorium einem Posaunenquartett, das von der Empore unter anderem ein Weihnachtslieder-Potpourri spielte, das manchem Zuhörer und auch Musikerkollegen im Orchester, ein versonnenes Lächeln auf die Gesichter zauberte. Ein zufriedenes Lächeln zeigte auch immer wieder der Leiter des Musikkorps beim Dirigieren seines Orchesters, mit dem er seinem Musikkorps offensichtliches Einvernehmen und Harmonie signalisierte. Mit „Cast away“ betraten die Musiker den Bereich der Filmmusik, was Freunden von Schauspieler Tom Hanks – zu denen gehört auch Beurons Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller, wie er nach dem Konzert zugab – Kinofeeling bescherte. Nach dem musikalischen Abstecher auf die Leinwand erklangen mit „The Proclamation of Christmas“ und einer Fantasie über das Lied „Süßer die Glocken nie klingen“ wieder weihnachtliche Melodien.

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Moderator will als Zuhörer wiederkommen

Zwischen den einzelnen Stücken sorgte Oberstabsfeldwebel Thomas Schütte mit kleinen Geschichten für besinnliche Momente. Gleichzeitig verabschiedete sich der langjährige Flötist und bewährter Moderator der Beuroner Adventskonzerte von den Zuhörern, da er im kommenden Jahr in den Ruhestand geht. Da er, wie er sagte, diese Konzerte in Beuron „zu den Höhepunkten für mich, aber auch des gesamten Orchesters gehört“, versprach er, als Zuhörer wiederzukommen. Zum Abschluss hatte Hauptmann Dominik Koch als wunderbare Zugabe den 9. Satz „Nimrod“ aus den Enigma-Variationen von Edgar Elgar im Gepäck. Wie schon in den Vor-Corona-Jahren lud die Bundeswehr das Publikum zu Glühwein, Zopfbrot und Geselligkeit auf der historischen Donaubrücke ein, was gerne angenommen worden ist.