Mit der vorläufigen Einstellung des Verfahrens gegen zwei junge Männer aus einer Kreisgemeinde endete eine Verhandlung wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Sigmaringen. Aus der Anklage ging hervor, dass ein 19-jähriger Industriemechaniker und ein gleichaltriger Maschinen- und Anlagenführer am 24. November gegen 4.30 Uhr auf dem Heimweg mit drei jungen Männern aus der Nachbarschaft in einen handfesten Streit geraten waren.

Auf dem Heimweg kommt es zum Streit

Dabei soll es auch zu einer Bedrohung gekommen sein. Der Maschinen- und Anlagenführer sagte vor Gericht aus, dass sein Mitangeklagter und er nach ein „paar Bierchen“ die andere Gruppe auf dem Heimweg getroffen hätten. Sie hätten als Wegzehrung noch eine Flasche Bier dabei gehabt. Die andere Gruppe sei vor einem Haus gestanden, habe provoziert und Ärger gewollt.

Auseinandersetzung entzündet sich an Rollerschlüssel

Nach diversen Beleidigungen wurden die Beteiligten handgreiflich, wie es in der Anklageschrift hieß. Der Industriemechaniker nahm einem 18-jährigen Schüler den Schlüssel von seinem Motorroller ab und schüttete ihm sein Bier über den Kopf. Der Schüler wollte seinen Rollerschlüssel zurück und holte daher zusammen mit einem Begleiter einen 18-Jährigen aus der Nachbarschaft zur Verstärkung. Die Rückgabe des Schlüssels scheiterte, denn der Industriemechaniker behauptete, den Schlüssel weggeworfen zu haben. Nach der Aufforderung, den Schlüssel selbst zu suchen, kam es zum Tumult.

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Hatte einer der Beteiligten eine Stange in der Hand?

Der Industriemechaniker soll den Helfer aus der Nachbarschaft am Hals gepackt und ihn in den Schwitzkasten genommen haben. Der Maschinen- und Anlagenführer soll dabei von hinten auf den Helfer eingeschlagen haben. Bei den Aussagen zu dem Tumult zu nächtlicher Stunde kam es vor Gericht jedoch zu erheblichen Widersprüchen. Während der Industriemechaniker berichtete, dass der Helfer eine Stange gehabt und er deshalb in Notwehr gehandelt habe, sagten der Schüler und seine Mitstreiter aus, dass man keine Gegenstände dabei gehabt habe. Der eigens aus dem Bett geholte Helfer wollte sogar gesehen haben, dass der Industriemechaniker sich mit einem Stein bewaffnet hatte.

Angeklagter entschuldigt sich am Folgetag bei Opfer

Ruhe war am Tatort erst eingekehrt, als die vom Schüler per Mobiltelefon alarmierte Polizei eingetroffen war. Am Folgetag hatte sich der Industriemechaniker beim Schüler entschuldigt. Zur Aufklärung des Sachverhaltes vor Gericht waren insgesamt sechs Zeugen geladen worden.

Teils erhebliche Widersprüche in Aussagen vor Gericht

Nach den erheblichen Widersprüchen zwischen den Aussagen der Angeklagten, der Geschädigten und eines Teils der Zeugen wollte der Staatsanwalt eine nachträgliche Untersuchung der Stangen auf Fingerabdrücke nicht ausschließen und gegebenenfalls auch die Polizeibeamten in den Zeugenstand holen.

Einstellung gegen Geldauflage von 500 Euro

Das Verfahren nahm dann jedoch einen anderen Verlauf. Auf Anregung des Staatsanwalts und des Verteidigers des Maschinen- und Anlagenführers verkündete Richterin Kristina Selig, dass das Verfahren gegen die beiden Angeklagten vorläufig gegen eine Geldauflage von jeweils 500 Euro zu Gunsten des Christlichen Jugenddorfs in Sigmaringen eingestelltwird. Die Richterin erklärte, dass der vorläufige Beschluss erst nach der Bezahlung der Geldauflagen endgültig sein werde.

Abschließend ermahnte die Richterin die beiden Angeklagten mit Blick auf ihre erhebliche Alkoholisierung bei der Tat: „Wenn Sie schon Alkohol trinken, dann in Maßen und nicht in Massen, damit es nicht mehr zu solchen Vorfällen kommt.“

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