„Ich wende mich heute in großer Sorge um die Situation in Sigmaringen im Hinblick auf die dortige Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) an Sie“, beginnt der Brief des heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß an Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Nach seinen Informationen habe sich die Situation in der Lea anscheinend verändert, schreibt Bareiß, dass das Land wohl die Höchstbelegungszahl auf 2100 erhöht habe, obwohl zwischen Stadt und Land eine Aufnahme von maximal 875 vereinbart worden war. Zudem würden in der Sigmaringen ausschließlich Flüchtlinge aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Türkei, Irak oder Georgien untergebracht, wobei es sich vornehmlich um junge Männer handle.

1400 Männer sind derzeit in der Lea Sigmaringen untergebracht

Von der Stadt Sigmaringen habe er vor einer Woche die Information erhalten, dass von den rund 2000 Flüchtlingen in der Lea fast 1400 Männer seien. Dies führe vermehrt zu Konflikten und Bürger berichteten ihm von „unerträglichen Zuständen“. Dies gelte auch für die Betreiber der Supermärkte wie für die Einzelhändler in der Stadt. Besonders bedrohlich werde das Auftreten der Asylbewerber in größeren Gruppen empfunden. Auch aus der benachbarten Hochschule hätten ihm Bürger von Vorfällen erzählt, die dazu führten, dass weibliche Studierende sich abends nicht mehr in die Stadt trauten.

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„Ich bitte Sie, die Sorgen und den Unmut der Bürger aus Sigmaringen ernst zu nehmen und eine für die Stadt verträglichere Lösung zu finden“, ist für Thomas Bareiß die Zahl von 2100 Personen in der Lea im Verhältnis zur Einwohnerzahl der Kernstadt von Sigmaringen mit rund 13 000 deutlich zu viel: „Sigmaringen hat die Belastungsgrenze aus meiner Sicht bereits deutlich überschritten.“ Nach seinem Eindruck würden die Menschen diese Entwicklung nicht mehr klaglos hinnehmen und der Ton werde rauer. Dabei bemühe man sich in der Stadt um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das bürgerschaftliche Engagement. „Ich bitte Sie eindringlich, die Höchstbelegungszahl in der Lea deutlich zu reduzieren“, fordert der CDU-Abgeordnete von der Landesregierung.