Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, kommt in den Ortsteilen von Mengen in Testbus zum Einsatz. Diesen Einsatz haben die Stadtverwaltung Mengen im Zusammenwirken mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beschlossen, um die Testmöglichkeiten im Stadtgebiet zu erweitern. Der Bus fährt an mehreren Werktagen jeweils am frühen Abend die entlegenen Ortsteile Beuren, Blochingen, Rosna und Rulfingen an. Damit erhalten die Bürgerinnen und Bürger dort die Gelegenheit, sich vor Ort testen zu lassen, und sparen den Weg in die Kernstadt. Die Fuhrmannstadt hat also zum Testzentrum an der Ablachhalle, den Teststationen am Kreuzplatz und die von der Marienapotheke betriebene am Rathausplatz ein weiteres Angebot zum Testen auf Covid-19 geschaffen.

Platz im Innenraum des Busses geschaffen

Sie bilden ein eingespieltes Team: Thomas Kieninger und Wolfgang Schuler (von links).
Sie bilden ein eingespieltes Team: Thomas Kieninger und Wolfgang Schuler (von links). | Bild: Reinhard Rapp

Die Idee zum Einsatz einer mobilen Teststation in einem größeren Kraftfahrzeug kam von Bürgermeister Stefan Bubeck. Anfang April ging er auf den ortsansässigen Busunternehmer Thorsten Reisch zu, der als aktives Mitglied der Feuerwehr auch im Testzentrum mitarbeitet. Reisch machte der Stadt daraufhin ein Angebot für den notwendigen Umbau des Innenraums und die Betriebskosten. In der firmeneigenen Kfz-Werkstatt der Firma Omnibus-Reisch wurden durch den Ausbau einiger Sitze Platz geschaffen für die Gerätschaften und Materialien, Ladungssicherungen montiert und am Fahrerplatz ein Spuckschutz angebracht. Hinzu kam die Außenbeschriftung, welche die Stadt anbringen ließ. Bereits in der dritten Woche fährt der Testbus von Montag bis einschließlich Donnerstag die Ortsteile an. Am Freitagabend hat die Einwohnerschaft von Scheer die Gelegenheit, sich im Bus vor dem dortigen Feuerwehrhaus und von Angehörigen der Scheerer Feuerwehr testen zu lassen.

Andrang noch überschaubar

Hildegard Kuchelmeister: „Ich finde die Idee mit dem Testbus wunderbar, und wünsche mir, dass das Angebot mehr angenommen wird. Die beiden Männer sind sehr freundlich und einfühlsam“.
Hildegard Kuchelmeister: „Ich finde die Idee mit dem Testbus wunderbar, und wünsche mir, dass das Angebot mehr angenommen wird. Die beiden Männer sind sehr freundlich und einfühlsam“. | Bild: Reinhard Rapp

In Blochingen hat sich der SÜDKURIER den Testbus und den Ablauf der Testung angeschaut. Kurz nach Ankunft des Busses an der Haltestelle in Ortsmitte kommt Hildegard Kuchelmeister zu ihrem zweiten Test. Sie hatte am Folgetag einen Friseurtermin und benötigt dazu die Bescheinigung. Den Service und das Personal lobt sie in den höchsten Tönen und wünscht sich, dass das Angebot im Ort stärker angenommen wird. Im Innern kümmern sich Wolfgang Schuler und Thomas Kieninger um die Kundschaft. Die beiden Feuerwehrmänner fahren bereits zum dritten Mal Blochingen an. Sie sind ein eingespieltes Team, wobei Schuler auch als Fahrer fungiert. Mittlerweile treffen zwei weitere Frauen ein, die nach erfolgtem Abstrich im Außenbereich auf ihre Bescheinigung warten. Wer zuvor das Protokoll über das Buchungssystem ausdrucke, erspare sich das Warten auf die Bescheinigung, bemerkt Schuler. Da auch im Testbus, wie in den übrigen Teststationen, der QR-Code eingelesen werden könne, würden die getesteten Personen ihre Bescheinigung mit dem Testergebnis in relativ kurzer Zeit als Anhang in einer E-Mail erhalten. Der Andrang sei aktuell nicht so groß, verrät Wolfgang Schuler. Die Zahl bewege sich momentan überwiegend im einstelligen Bereich.

Schuler und sein Kamerad übernehmen jeweils am Dienstagabend den Testbus auf dem Betriebshof von Omnibus-Reisch. Zuvor kümmert sich ein Trupp der Feuerwehr um die materielle Ausstattung. Am Ende des Einsatzes kommt das Fahrzeug wieder in die Halle und die Protokolle ins Feuerwehrhaus zur Weiterleitung an die Stadtverwaltung. Analog zu Blochingen fahren weitere Teams an den anderen Tagen nach Beuren, Rosna und Rulfingen. Mit dem Einsatz des Busses als mobile Teststation kommt Mengen der gesteigerten Nachfrage nach Schnelltests entgegen. Diese zeigt sich in den Zahlen aus den stationären Einrichtungen. Laut Frank Seeger, Kommandant der Mengener Feuerwehr, gibt es Überlegungen, die Öffnungszeiten des Testzentrums an der Ablachhalle zu erweitern.