Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln hat sich ein junger Mann vor Gericht zu verantworten gehabt. Er hatte am 2. Dezember an einer Kreuzung in Langenhardt mit seinem Auto einem anderen Fahrzeug die Vorfahrt genommen. Bei dem Zusammenstoß war niemand verletzt worden. Der Verursacher stieg aus und entschuldigte sich beim Autofahrer, der zur Unfallaufnahme die Polizei rief.

Bei der Unfallaufnahme stellen die Beamten Marihuana-Geruch fest

Als der Angeklagte im Streifenwagen saß, stellten die Beamten einen starken Marihuana-Geruch fest. In der Jacke des Angeklagten fanden sie anschließend 7,7 Gramm Marihuana und veranlassten die Entnahme einer Blutprobe.

Angeklagter erklärt, die Jacke mit den Drogen gehöre einem Bekannten

In der Verhandlung berichtete der Angeklagte, dass er sich nach einem Ausflug mit Bekannten auf dem Heimweg befunden hatte. Der Straßenverlauf sei etwas irritierend gewesen und deshalb sei er entsprechend langsam gefahren. Er räumte vor Gericht ein, bereits zwei Tage zuvor etwas Marihuana konsumiert zu haben. Doch die Jacke mit dem Rauschgift gehöre nicht ihm, sondern einem Bekannten, der sie im Kofferraum vergessen habe. Nach dem Unfall habe er die Jacke aufgrund der Kälte angezogen. Drogen habe er bisher nur wenige Male konsumiert. Den Namen des Jackenbesitzers wollte er dem Gericht nicht preisgeben.

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Polizist: Angeklagtem war Drogenkonsum nicht anzumerken

Der als Zeuge geladene Autofahrer sagte aus, dass der Angeklagte sich an der Unfallstelle absolut ruhig verhalten und sofort entschuldigt habe. Auch der Sachbearbeiter des Polizeireviers Sigmaringen erklärte, dass dem Angeklagten der Drogenkonsum nicht anzumerken gewesen sei. Erst als er im Streifenwagen den Marihuana-Geruch bemerkt habe, habe er einen Drogenvortest gemacht.

Zwei Hände voll Marihuana-Kraut in der Jacke

Bei der Durchsuchung der Jacke habe man zwei Hände voll Marihuana-Kraut entdeckt. Ein Polizeihauptmeister erklärte, vor Ort habe der Angeklagte erklärt, dass die Jacke mit dem brisanten Inhalt schon wochenlang in seinem Kofferraum gelegen habe und er selbst nichts gerochen habe. Im Februar 2020 war dem Angeklagten der Führerschein vorläufig entzogen worden.

Zeugin: Angeklagter hat sich von Freundeskreis distanziert und nimmt keine Drogen mehr

Eine Mitarbeiterin der Jugendhilfe sagte aus, dass der bisher unbescholtene junge Mann sich nach dem Vorfall nicht nur von seinem bisherigen Freundeskreis distanziert habe, sondern auch keine Drogen mehr nehme. Sie empfahl dem Gericht die Anwendung des Jugendstrafrechts.

Mann erhält direkt nach dem Unfall Führerschein zurück

Neben der Geldauflage von 300 Euro muss der Angeklagte auch die Kosten des Verfahrens tragen. Direkt im Anschluss an die Urteilsverkündung erhielt er seinen Führerschein zurück, weil er nicht wegen einer fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt worden war. In der Urteilsbegründung stellte die Richterin klar, dass sie die Aussage, die Jacke habe einem Bekannten gehört, als Schutzbehauptung einstufe. Der Unfall mit seinen Folgen sei jedoch für den Angeklagten sehr nachhaltig gewesen.

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