Der Landkreis ist vorbereitet, jetzt fehlt nur noch das Serum: Unter Hochdruck haben die Verantwortlichen die Sporthalle der ehemaligen Oberschwabenkaserne in Hohentengen zum Kreisimpfzentrum ausgebaut. Ab Freitag, 22. Januar, soll gegen Corona geimpft werden; bereits ab Dienstag, 19. Januar, können Termine von Personen gebucht werden, die zu der Gruppe gehören, die zuerst geimpft wird. „Im Januar sollen wir 487 Impfdosen pro Woche erhalten. 300 davon werden von den zwei mobilen Teams verimpft, die im Landkreis ausschwärmen. Der Rest wird hier eingesetzt“, schilderte Landrätin Stefanie Bürkle der Presse am Dienstag in der Halle.

Unter Hochdruck Impfzentrum fertiggestellt

Insgesamt umfasst die Sporthalle nach Angaben von Baudezernent Bernhard Obert, der für die bauliche Ausgestaltung verantwortlich zeichnet, rund 1200 Quadratmeter Fläche. Erst Mitte Dezember habe der Kreis erfahren, dass die Halle zum Kreisimpfzentrum ausgebaut werden solle, der ursprüngliche Fertigstellungstermin sollte der 15. Januar sein. „Deshalb mussten wir über Weihnachten ausschreiben“, schilderte Obert. Drei Firmen beteiligten sich, Anfang Januar begannen die Arbeiten und die Firma schaffte es tatsächlich, die Halle bis zum anvisierten Termin für den Impfbetrieb zu gestalten.

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Inzwischen hat sich der Startzeitpunkt auf den 22. Januar verschoben. „Wir sind alle froh, dass es dann losgeht“, sagte Rolf Vögtle, der als Erster Landesbeamter die Einrichtung des Impfzentrums koordiniert. „Die erforderliche Logistik ist gewaltig. Es ist ein kleines Unternehmen, das man auf die Beine gestellt hat“, betonte Vögtle.

Kühlsysteme bis zu minus 70 Grad

Geschaffen wurden Warte- und Ruhezonen (mit viel Abstand zwischen den Sitzplätzen der Wartenden), Informationsbereiche, Kabinen für Gespräche mit den Ärzten, Lagerungsräume sowie ein Labor für die Aufbereitung des Impfstoffes, die Impfkabinen selbst sowie ein Sanitätsbereich, wie Bernhard Obert erklärte. Bevor die ersten Impfdosen tatsächlich eintreffen, werden noch Kühlschränke angeliefert mit Kältezonen von bis zu minus 70 Grad, um das Serum fachgerecht zu kühlen.

Zunächst geht es zur Registierung. Hier müssen die zwölfstellige Anmeldenummer, der Personalausweis und – falls vorhanden – die Medikamentenliste und der Impfpass vorgezeigt werden.
Zunächst geht es zur Registierung. Hier müssen die zwölfstellige Anmeldenummer, der Personalausweis und – falls vorhanden – die Medikamentenliste und der Impfpass vorgezeigt werden. | Bild: Stefanie Lorenz

Ohne Anmeldung ist eine Impfung nicht möglich. Wichtig sei, so Stefanie Bürkle, gleich beide für eine vollständige Immunität notwendigen Impftermine im Abstand von etwa 21 Tagen einzubuchen – egal ob telefonisch unter der Nummer 116117 oder online unter www.impfterminservice.de. Ist es dann soweit, durchlaufen die Bürger im Einbahnstraßen-System die Impfstraße, wie Willi Römpp, Verwaltungsleiter des Kreisimpfzentrums, schilderte. Wer dies nicht alleine schafft, darf eine Begleitperson mitbringen, die nicht angemeldet sein muss. Ein Securitymitarbeiter werde am Eingang die ausgedruckte oder auf dem Handy gespeicherte Anmeldung überprüfen sowie eine Fiebermessung durchführen.

Anmeldenummer und Personalausweis zwingend notwendig

„Die Halle darf nur mit FFP-2-Masken betreten werden. Andere Mund-Nasen-Bedeckungen sind nicht zulässig“, betonte Römpp. Danach geht es zur Registrierung in einer der fünf Kabinen, wozu zwingend die zwölfstellige Anmeldenummer sowie ein Personalausweis erforderlich sind. Anschließend können sich die Impfwilligen einen dreiminütigen Informationsfilm zum Thema „Impfen“ anschauen, wenn sie das möchten.

Willi Römpp, Verwaltungsleiter des Kreisimpfzentrums, zeigt beim Presserundgang die Impfkabinen, in denen das medizinische Fachpersonal ab 22. Januar aktiv sein wird.
Willi Römpp, Verwaltungsleiter des Kreisimpfzentrums, zeigt beim Presserundgang die Impfkabinen, in denen das medizinische Fachpersonal ab 22. Januar aktiv sein wird. | Bild: Stefanie Lorenz

„Zwingend ist jedoch die ärztliche Aufklärung“, so Römpp. Wie Römpp und Dr. Franz Konrad, medizinischer Leiter des Kreisimpfzentrums, berichteten, hätten sich insgesamt 186 Ärzte für das Impfen in Hohentengen zur Verfügung gestellt. Gestartet werde zunächst mit vier Ärzten pro Tag, die in zwei Schichten arbeiten sollen; möglich sei, dass bis zu 14 Ärzte pro Tag im Kreisimpfzentrum tätig sind.

Medizinische Fachangestellte dürfen impfen

Darüber hinaus gibt es noch medizinische Fachangestellte, welche die Impfungen durchführen dürfen, die nach dem Aufklärungsgespräch stattfinden. „35 bis 40 Mitarbeiter werden im Impfzentrum tätig sein“, sagte Bernhard Obert. Für die Mitarbeiter wurde ein eigener, abgetrennter Bereich geschaffen, unter anderem mit Sozialräumen zum Aufenthalt.

Ausruhen nach der Impfung ist wichtig

Nach der Impfung ist ein kurzes Ausruhen vorgesehen. Dafür wurde eine spezielle Zone im Kreisimpfzentrum geschaffen. Sollten gesundheitliche Probleme während oder nach der Impfung auftreten, steht ein Sanitätsbereich zur Verfügung, in dem das geschulte Personal den Betroffenen helfen kann. Insgesamt soll durchschnittlich rund eine Stunde für das gesamte Prozedere vom Fiebermessen am Eingang bis zum Verlassen der Halle nach der Impfung benötigt werden.

Immer wieder neue Erkenntnisse

Neben der Begleitung der Impflinge steht der fachgerechte Umgang mit dem Impfstoff im Vordergrund, wie Dr. Franz Konrad deutlich machte. „Der Impfstoff muss von minus 50 Grad Anfangstemperatur aufgetaut und sachgerecht von einer medizinischen Kraft aufbereitet werden“, schilderte er. Das System der Impfung unterliege einer starken Dynamik. „Bei steigenden Impfzahlen lernen wir jede Woche dazu. Die Erfahrungen fließen in den Prozess mit ein“, warb der Mediziner für Verständnis dafür, dass sich derzeit immer wieder Erkenntnisse verändern.