Der April ist üblicherweise ein Monat, in dem die Arbeitslosigkeit zurückgeht. Im vergangenen Jahr war das ganz anders. Mit voller Wucht hatte Corona im Jahr 2020 den Arbeitsmarkt getroffen und für einen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenzahlen um rund 15 Prozent gesorgt. Nun aber setzt sich der Rückgang der vergangenen Monate fort. Eine leichte Frühjahrsbelebung macht sich bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen ist in den vergangenen vier Wochen nochmals um 2,9 Prozent auf 7000 gesunken und liegt inzwischen um 700 unter dem schwierigen Jahresauftakt.

Zum dritten Mal in Folge sind die Arbeitslosenzahlen zum Monatsende rückläufig

„Wir verzeichnen über ein Viertel weniger neue Arbeitslosmeldungen als vor einem Jahr und fast 60 Prozent mehr Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit. Trotzdem haben wir Corona weder in der Gesellschaft noch auf dem Arbeitsmarkt überwunden“, so Anke Traber, Leiterin der Agentur für Arbeit Balingen. „Nach wie vor ist die Arbeitslosigkeit deutlich höher als sie es ohne die Auswirkungen der Pandemie wäre. Die Entwicklung der vergangenen Wochen stimmt dennoch vorsichtig optimistisch“, bilanziert Traber die Entwicklung im April.

Jugendarbeitslosigkeit geht überdurchschnittlich zurück

Am stärksten profitieren jüngere Arbeitslose von der Entwicklung. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ging in den vergangenen vier Wochen um 75 und damit um 9,5 Prozent auf 690 zurück. Das sind neun Prozent weniger als vor einem Jahr.

Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt

Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist die Lage für Jugendliche verhältnismäßig günstig. Zwar ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen rückläufig. Seit Oktober 2020 werden die Ausbildungsstellen für den diesjährigen Ausbildungsbeginn gezählt. Ihre Zahl ist mit 2670 um 130 bzw. 4,6 Prozent niedriger als im Vorjahr.

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Die Zahl der Bewerber ist ebenfalls rückläufig. Bisher sind 1250 erfasst, rund ein Zehntel weniger als im Jahr zuvor. Damit ergibt sich aber rein rechnerisch für Ausbildungsplatzsuchende die Auswahl zwischen mehr als zwei freien Ausbildungsplätzen.

Mehr Menschen benötigen Grundsicherung von den Jobcentern

In der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Arbeitslosen rückläufig und um 6,7 Prozent niedriger als im März. Von der Agentur für Arbeit werden derzeit mit 3890 rund 55 Prozent der im Agenturbezirk gemeldeten Arbeitslosen betreut, davon rund 2350 im Zollernalbkreis und 1540 im Landkreis Sigmaringen. In der Grundsicherung stieg die Zahl der Arbeitslosen dagegen zuletzt um 2,2 Prozent. 70 Arbeitslose mehr als im März führen zu derzeit 3130 Personen, die in den Jobcentern betreut werden, davon 1970 vom Jobcenter Zollernalbkreis und 1160 vom Jobcenter Landkreis Sigmaringen.