Kreis Sigmaringen – Ein überwiegend positives Echo ist bei den Institutionen, wie der Kreishandwerkerschaft und dem Landratsamt, in puncto der sich entwickelnden Schülerzahlen bei den Berufsschulen im Landkreis Sigmaringen zu erfahren. „Insgesamt sehr zufrieden“ äußert sich Claudia Baur, Leiterin der Stabsstelle Schule und Bildung im Landratsamt Sigmaringen über die Anmeldezahlen im Bereich der Berufsschulen. Speziell im Bereich der dualen Ausbildung, wo der Landkreis als Schulträger von vier beruflichen Schulen (Bertha-Benz-Schule Sigmaringen, Ludwig-Erhard-Schule Sigmaringen, Willi-Burth-Schule Bad Saulgau, Helene-Weber-Schule Bad Saulgau) fungiert.

„Wir freuen uns insbesondere darüber, dass gewerbliche Ausbildungsberufe, bei denen die Schülerzahlen in den letzten Jahren etwas abgenommen hatten, wieder zugelegt haben“, resümiert Claudia Baur. Dies treffe zum Beispiel beim Ausbildungsberuf des Friseurs, der Friseurin an der Willi-Burth-Schule in Bad Saulgau zu: „Dort hatten wir im vergangenen Schuljahr lediglich 15 Schülerinnen und Schüler im ersten Ausbildungsjahr, während momentan bereits 19 Anmeldungen vorliegen.“

Auch der Ausbildungsgang Farbtechnik, der mit dem Ausbildungsberuf des Malers zusammenhängt, an der Bertha-Benz-Schule Sigmaringen, habe sich stabilisiert. „Es gab hier in den letzten Jahren schon Schuljahre, in denen lediglich 12 oder 13 Schülerinnen und Schüler im ersten Ausbildungsjahr zu verzeichnen waren. Schon zwei Schuljahre in Folge liegen wir hier bei 16 Schülern“, freut sich Claudia Baur.

Kraftfahrzeugmecha-troniker, wie hier in der bertha-Benz-Schule, sind sehr gefragt. Im Verbreitungsgebiet der Handwerkskammer Reutlingen mussten sie sogar wegen des Interesses auf weitere Klassen verteilt werden.
Kraftfahrzeugmecha-troniker, wie hier in der bertha-Benz-Schule, sind sehr gefragt. Im Verbreitungsgebiet der Handwerkskammer Reutlingen mussten sie sogar wegen des Interesses auf weitere Klassen verteilt werden. | Bild: Reinhard Rapp

Zum jetzigen Zeitpunkt etwas kritisch gesehen wird von der Stabstellenleiterin tatsächlich das Holzhandwerk. Für das Erlernen der Berufe des Zimmerers und Tischlers besuchen die Jugendlichen im ersten Jahr die einjährige Berufsfachschule. In diesen beiden Fällen seien jeweils 14 Schüler angemeldet worden. Allerdings sei eine Klassengröße von 14 erst bedenklich, wenn dies mindestens drei Jahre in Folge der Fall sei, erläutert Claudia Baur: „Auch zeigt die Erfahrung, dass in den Handwerksberufen sich am Schuljahresbeginn noch einiges bewegt. Oft werden noch bis weit in den Oktober hinein Schüler aufgenommen.“

Von daher könne noch nicht abschließend von einer „kritischen Situation“ gesprochen werden, schränkt die Fachfrau vorsichtig ein. Erst Ende Oktober/Anfang November stehe mit der amtlichen Schulstatistik dann die endgültige Schülerzahl fest. Beim Beruf des Tischlers hätten die Schülerzahlen in den vergangenen Schuljahren immer zwischen 17 und 21 gelegen. „Beim Beruf des Zimmerers hatten wir im vergangenen Schuljahr 16 Schüler, im Jahr davor, im Schuljahr 2016/17, waren es lediglich 13“, bemerkt Claudia Baur auch hier einen leichten Aufwärtstrend.

Auch bei der Kreishandwerkerschaft Reutlingen wird der Markt aufmerksam beobachtet, welche Veränderungen sich hier auftun könnten. Außerdem sei es ja nicht so, dass ein Auszubildender seine Berufsschulklasse wechseln und eine Bildungsstätte im Nachbarkreis aufsuchen müsse, sagt Ewald Heinzelmann. Auch in der Reutlinger Region hätten sich fast alle Berufsfelder konstant gehalten: „Die Klassen sind gut voll. Die Kfz-Mechatroniker haben wir sogar auf zwei Berufsschulen verteilen müssen.“ Lediglich bei den Fliesenlegern hätte man zusammenlegen müssen, weil die magische Zahl von 16 Schülern nicht erreicht worden war.