Betriebsergebnis gesteigert

Die größte Genossenschaftsbank der Region, die mit 14 Filialen in der Region präsente Volksbank Bad Saulgau, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück. Trotz schwieriger Zinssituation ist es gelungen, das Betriebsergebnis um 8,1 Prozent auf 8,3 Millionen Euro zu steigern. "Ein Garant für diesen Erfolg waren die erfolgreichen Kreditvergaben", berichtet das Vorstandsduo Klaus Thaler und Klaus Remensperger beim Bilanzpressegespräch, dass man 860 Millionen Euro Kreditvolumen betreut, wobei die Darlehensneuvergabe auch vom Bauboom getrieben wird. Rund 80 Millionen an neuen Krediten entfielen 2018 auf Baufinanzierungen, wobei die Gewerbekredite mit 75 Millionen Euro fast gleichauf lagen. Dass trotz der Nullverzinsung für Sparbücher und Girokonten sich die Kundeneinlagen auf rund 1,3 Milliarden Eruo erhöhten, werten Thaler und Remensperger als Vertrauensbeweis für die in der Region verwurzelte Genossenschaftsbank. Aktuell zahlt die Bank, wenn sie bei der Zentralbank über Nacht Geld deponiert, einen Minuszins von 0,4 Prozent. Trotz dieser Entwicklungen erwirtschaftete man noch rund 10,3 Millionen Euro an Zinsgewinnen, was gegenüber dem Vorjahr ein Weniger von 0,2 Millionen Euro bedeutet. Dieses "Minus" wurde durch eine Steigerung der Provisionserträge um 500 000 Euro auf 7,7 Millionen Euro mehr als wettgemacht.

Filialnetz bleibt 2019 unangetastet

So wie in den vergangenen Jahren wird die Volksbank weiter in die Digitaltechnik investieren, wobei die klare Strategie ist, dass man keinen aktiven Personalabbau betreibt und auch das Filialnetz bleibt unangetastet. Im Gegenteil. Die Voba eröffnet im kommenden Monat eine neue Filiale in Hohentengen und wird in Sigmaringen ein Beratungszentrum schaffen. "Der Großteil unserer Mitglieder und Kunden nutzt die digitalen Möglichkeiten, möchte sich aber bei wichtigen Entscheidungen den Rat eines vertrauten Beraters einholen", erwarten Thaler und Remensperger trotz Digitalisierung eine Zunahme des Beratungsbedarfes, was wiederum qualifiziertes Personal erfordert. Zwar erhält die Voba noch ausreichend Bewerbungen für Lehrstellen, aber der Fachkräftemangel sei auch in der ländlichen Region angekommen.

Verwurzelung in der Region

Das Riesenpfund, mit dem Volksbanken wie auch Sparkassen wuchern, ist deren regionale Verwurzlung: "Heimat bleibt Heimat", bringt es Vorstandsmitglied Remensperger auf den Punkt und berichtet, dass Bad Saulgauer, die die Kurstadt längst verlassen haben, der heimischen Bank treu geblieben sind. Dank Digitalisierung können viele Dienstleistungen ortsunabhängig erledigt werden, und mit Video-Schalten auch Finanzierungen für den Wohnungskauf in Düsseldorf oder Berlin besprochen werden. Zu schaffen macht den heimischen Banken die zunehmende Regulatorik, was hohe Kosten verursacht. Wenn die Möglichkeit besteht, versuche man mit anderen Banken entsprechend zu kooperieren, berichtet Vorstandsmitglied Thaler von guten Erfahrungen mit der Volksbank Altshausen. Kooperation bedeute nicht Fusion, wehrt er Pressefragen nach etwaigen Übernahmeplänen ab.

Plattform für Crowdfunding

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums, das der Eröffnung der Volksbank Ennetach geschuldet ist, wird die Voba in diesem Jahr aus dem PS-Sparen 150 000 Euro für soziale oder kulturelle Zwecke zur Verfügung stellen. Gestartet hat man dazu eine Plattform für Crowdfunding-Aktionen von Vereinen. Dort können Vereine ihre Projekte präsentieren, und wenn sich genügend Spender finden, entscheidet die Voba, ob sie das Vorhaben mit einem Zuschuss unterstützt.