Im Vorjahreswinter ereilte eine außergewöhnlich starke Grippewelle die Bevölkerung auch im Landkreis Sigmaringen. Als Grund wird zum Teil die Unwirksamkeit des Grippe-Impfstoffs gesehen. Neuerdings gibt es aber den Vierfach-Impfstoff gegen die Viren. Und das Gesundheitsamt des Landkreises Sigmaringen empfiehlt, dass jetzt im Herbst, wo die nächste Grippesaison im Anrollen ist, der richtige Zeitpunkt sei, um die jährliche Grippeschutzimpfung durchführen zu lassen.

Die Krankheit kann einen schweren Verlauf nehmen

„Im Gegensatz zu einer banalen Erkältungskrankheit, kann die Influenza oder die echte Grippe einen schweren Erkrankungsverlauf nehmen mit plötzlichem Erkrankungsbeginn, Husten, hohem Fieber, ausgeprägtem Krankheitsgefühl und langandauernder allgemeiner Schwäche“, so Susanne Haag-Milz, Fachärztin für öffentliches Gesundheitswesen und Leiterin des Fachbereichs Gesundheit. Gefürchtete Komplikationen wie eine Lungenentzündung, Gehirn- oder Herzmuskelentzündung treten vor allem bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen auf.

Impfung ist die beste Art der Vorbeugung

Obwohl eine Grippeschutzimpfung keinen hundertprozentigen Schutz gegen eine Grippeerkrankung bietet, ist sie doch die beste Möglichkeit der Vorbeugung. In diesem Jahr wird von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut der Vierfach-Impfstoff empfohlen, der gegen jeweils zwei Varianten der Influenzaviren A und B Schutz bietet.

Allgemein gelten die Impfstoffe als gut verträglich. Nur gelegentlich würden vorübergehende Allgemeinsymptome wie bei einer Erkältung festgestellt, etwa Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen. In der Regel klängen die Beschwerden aber nach ein bis zwei Tagen folgenlos wieder ab. „Auf jeden Fall ist der Schutz gegen eine Grippeinfektion jetzt höher, das Erkrankungsrisiko wird reduziert“, sagt Atilla Akinli, der mit Jürgen Winter in Pfullendorf eine Gemeinschaftspraxis im Ärztehaus am Oberen Tor hat.

Bei der Grippewelle im Winter 2017/18 wurde in Deutschland die Zahl der influenzabedingten Arztbesuche auf rund 9 Millionen geschätzt, die Anzahl der grippebedingten Krankenhauseinweisungen auf etwa 45 000. Die jährliche Influenzawelle begann meist nach der Jahreswende und hielt dann drei bis vier Monate qn. Der beste Zeitpunkt für die Impfung sei vor Beginn der kalten Jahreszeit, im Oktober bis November.

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Die Schutzwirkung würde zwei Wochen nach der Impfung beginnen und über die Saison anhalten. „In Baden-Württemberg wird die Grippeschutzimpfung ohne Einschränkung für alle Altersgruppen offiziell empfohlen, die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen“, macht Susanne Haag-Milz deutlich.

"Die Verteilung von Impfstoffen ist nicht durch die Aufsicht einer Behörde geregelt, sondern wird allein von Angebot und Nachfrage reguliert. Daher wissen wir auch nicht, ob und gegebenenfalls wo derzeit noch Grippeimpfstoffe in Arztpraxen oder Apotheken vorrätig sind", sagt Dr. Susanne Haag-Milz, Leiterin des Sigmaringer Gesundheitsamtes.
"Die Verteilung von Impfstoffen ist nicht durch die Aufsicht einer Behörde geregelt, sondern wird allein von Angebot und Nachfrage reguliert. Daher wissen wir auch nicht, ob und gegebenenfalls wo derzeit noch Grippeimpfstoffe in Arztpraxen oder Apotheken vorrätig sind", sagt Dr. Susanne Haag-Milz, Leiterin des Sigmaringer Gesundheitsamtes. | Bild: Tobias Kolbeck