Für die feierliche Eröffnung des Tags des offenen Denkmals 2018 ist zwar die Stadt Freiburg im Breisgau auserkoren worden. Sie bietet als Hauptstadt des Dreiländerecks – nahe der Grenze zur Schweiz und zu Frankreich – zahlreiche Anknüpfungspunkte. Doch auch der Landkreis Sigmaringen beteiligt sich am diesjährigen Motto: „Entdecken, was uns verbindet“, angelegt an das Thema des Europäischen Kulturerbejahres 2018 „Sharing Heritage“. Dabei rücken die Gemeinden Herbertingen und Ostrach am Sonntag, 9. September, in den Blickpunkt.

In Herbertingen ist es das Freilichtmuseum Heuneburg im Ortsteil Hundersingen. Hier wird die Keltenstadt Pyrene gezeigt. Dabei handelt es sich um eine der bedeutendsten Großsiedlungen der Späthallstattzeit aus dem 6. und 7. Jahrhundert vor Christus nördlich der Alpen. Die befestigte Kernanlage des frühkeltischen Fürstensitzes ist etwa 300 Meter lang und bis zu 150 Meter breit. Sie gilt als eine der bekanntesten Fundstellen aus keltischer Zeit in Mitteleuropa. Die bis 1979 betriebenen archäologischen Grabungen haben eine Besiedlung nachweislich belegen können und werden von der Fachwelt als wegweisend in der Archäologie bezeichnet. Sie beschränkten sich weitgehend auf die Kernburg.

Das Freilichtmuseum Heuneburg mit seinen rekonstruierten Gebäuden und der Lehmziegelmauer steht am Tag des Denkmals, am 9. September, im Rampenlicht der Öffentlichkeit.<br /><em>Archivbild: Hermann-Peter Steinmüller</em>
Das Freilichtmuseum Heuneburg mit seinen rekonstruierten Gebäuden und der Lehmziegelmauer steht am Tag des Denkmals, am 9. September, im Rampenlicht der Öffentlichkeit.
Archivbild: Hermann-Peter Steinmüller

In ihrem Umfeld befinden sich zahlreiche Grabhügel, die die Macht und den Prunk der lokalen Eliten der Kelten widerspiegeln. Herausragend: das Kammergrab einer keltischen Fürstin aus der Bettelbühl-Nekropole. Die Öffnungszeiten am 9. September sind von 10 bis 17 Uhr. Museumsleiter Klaus Haller bietet Führungen von 13 bis 15 Uhr an. Bei einer Kinderaktion von 11 bis 17 Uhr können in der Schmiede Messer geschmiedet werden.

So sieht die Rekonstruktion der Keltenstadt Pyrene aus, die im Auftrag Planstatt Senner aus Überlingen entwickelt hat.
So sieht die Rekonstruktion der Keltenstadt Pyrene aus, die im Auftrag Planstatt Senner aus Überlingen entwickelt hat. | Bild: Sabine Stark

Die für die breite Öffentlichkeit nicht mehr zugängliche Zehntscheuer in der Klosterstraße 10 im Ostracher Ortsteil Habsthal öffnet am Tag des Denkmals zwischen 10 und 18 Uhr ihre Pforten. Erbaut wurde sie 1705. Zum Teil als Wohnhaus wurde das Gebäude 1995 umgebaut. Im ehemaligen Rossstall befand sich bis vor fünf Jahren ein umfangreiches Kleidermuseum. Führungen sind nach Bedarf über den Ansprechpartner Rolf-Dieter Aufrecht möglich. Er ist unter Telefon 0 75 85/7 87 98 88 oder per E-Mail: rolf-dieter.aufrecht@t-online.de erreichbar.