Bundesweit 625 Fairtrade-Towns

Nun ist es offiziell: Sigmaringen wird Fairtrade-Town, informiert die Verwaltung, dass sie offiziell von der Organisation über diese Auszeichnung informiert wurde. Die Zertifizierungsfeier soll am Sonntag, 29. September, im Rahmen des „Tag der Schöpfung“ stattfinden. Damit wird Sigmaringen eine von inzwischen 625 Fairtrade-Towns in Deutschland. „Mit der Zertifizierung möchten wir die Bürgerinnen und Bürger für den fairen Handel und faire Arbeitsbedingungen sensibilisieren und damit soziale Verantwortung übernehmen.“, erklärt Silvia Bregenzer, Sprecherin der Steuerungsgruppe.

Steuerungsgruppe eingerichtet

Im Mai 2017 stellte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen durch Silvia Bregenzer im Gemeinderat den Antrag, zu prüfen, ob die Stadt Fairtrade-Town werden kann. Aus dieser Initiative entstand eine Lenkungsgruppe, die aus Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche, der Stadtverwaltung, Vereinen und der Wirtschaft besteht. Und für die Zertifizierung mussten vier Geschäfte, zwei Gastronomiebetriebe, eine Schule, eine Kirchengemeinde und ein Verein den Verkauf von fair gehandelten Produkten nachweisen. „Wir waren erstaunt, wie positiv unsere Anfragen bei den Geschäften und Gastronomen aufgenommen wurden. Tatsächlich gibt es in Sigmaringen schon viele fair gehandelte Produkte, aber oft sind diese nur noch nicht so bekannt“, erklärte Bregenzer.

Information über fairen Handel

So fasste der Gemeinderat am 30. Januar 2019 den Beschluss, sich an der Kampagne „Fairtrade Towns“ zu beteiligen und auch selbst künftig fair gehandelten Kaffee auszuschenken und andere fair gehandelte Produkte zu verwenden. Die Steuerungsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bei Veranstaltungen, wie beim Fest der Kulturen am 13. Oktober über fairen Handel und faire Arbeitsbedingungen zu informieren. „Fairer Handel betrifft nicht nur Kaffee – auch Blumen, Textilien, Getränke oder Kosmetika können fair und nachhaltig produziert werden. Wo welche Produkte zu finden sind, darüber möchten wir künftig in einem eigenen Einkaufsführer für Sigmaringen informieren“, ergänzt Silvia Bregenzer.

UL-Stadtratsfraktion will selben Status

Die Stadtratsfraktion der Unabhängigen Liste strebt bekanntlich für Pfullendorf gleichfalls den Status als „Fairtrade-Town“ an. Beim Jahresgespräch mit dem SÜDKURIER kündigten Eva Riede-Leibbrand, Michael Zoller, Hermann Billmann und Oliver Ritter an, dass sie im Gemeinderat einen Antrag auf die Einsetzung einer Steuerungsgruppe stellen wird. Einige Kriterien für die Zertifizierung erfülle man bereits. Mit diesem Prädikat will man auch in Pfullendorf das Bewusstsein der Menschen für Zusammenhänge zwischen Fluchtbewegungen, regionaler Produkterzeugung und fairem Handel stärken. Schon vor mehr als zwei Jahrzehnten wurde deshalb der Weltladen eröffnet, in dem fair gehandelte Produkte verkauft werden, um nachhaltige, ökologisch sinnvolle und für die Menschen ökonomisch ausreichende Produktionsweisen zu fördern.