Der Suizid stellt in Deutschland laut Statistischem Bundesamt in der Altersklasse der 15- bis 25-Jährigen die zweithäufigste Todesursache nach den Verkehrsunfällen dar, informiert der Caritasverband Sigmaringen über ein neues Angebot. Besonders Mädchen dieses Alters unternehmen häufig Suizidversuche. "Im Landkreis Sigmaringen hat das Thema Suizid bei Jugendlichen leider durch mehrere solcher Ereignisse in den letzten Jahren an Brisanz und Aktualität gewonnen", heißt es in der Mitteilung. Deshalb fand im Arbeitskreis Krisennetz, der sich im Forum Jugend, Soziales & Prävention des Landkreises wiederfindet, eine längere Auseinandersetzung mit dem Thema statt.

Oft gibt es Unsicherheit

Die vertretenen freien Träger der Jugendhilfe – Caritasverband, Haus Nazareth, Ehe-, Familien und Lebensberatung, Furtmühle, Mariaberg, Suchtberatung und der Stadt Sigmaringen -, haben sich in der Folge auf den Weg gemacht, das Thema Suizidalität zu präzisieren. Ziel war die Erstellung eines Leitfadens für Praktiker, also für (sozial-)pädagogische Fachkräfte, welche mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten. Der Leitfaden soll praktische Handlungshilfe sein sowie Orientierung und Sicherheit im Umgang mit diesem Thema bieten. Er soll Ängste abbauen und ermutigen, Kinder und Jugendliche mit auffälligem Verhalten direkt anzusprechen. Genau an der Stelle gebe es oftmals Unsicherheiten, welche Fachkräfte daran hindere, das direkte Gespräch zu suchen. Wer aber bereit ist, mit Betroffenen über suizidale Gedanken zu sprechen, bietet ihnen eine Entlastungsmöglichkeit.

Klarheit über Handlungsmöglichkeiten

Der Leitfaden soll weder eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Thema Suizidalität noch eine fachspezifische Fortbildung ersetzen, zugleich aber Handlungssicherheit und Klarheit über Handlungsmöglichkeiten vermitteln. Beratung im Kontext Suizidalität müsse immer in ein institutionelles Krisenmanagement eingebettet sein, so die Autoren des Leitfadens. Auch Beratende müssten geschützt sein, darum müssten die Verfahrenswege und die entsprechende Letztverantwortungsübernahme gewährleistet sein.