Schwedisches Flair soll im Sommer auf der Waldbühne entstehen, wenn die Spielzeit im Naturtheater beginnt: Mit dem „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ und „Michel in der Suppenschüssel“ stehen ein zeitgenössischer Weltbestseller und eine der berühmtesten Kinderbuchfiguren aller Zeiten auf dem Spielplan, informiert Alexander Speh im Namen des Freilufttheaters.

Gerold Rebholz brachte erstes Kinderstück

Für die Kinder- und Jugendgruppe gibt es, nach dem 90-jährigen Jubiläum des Gesamtvereins im Vorjahr, auch in der aktuellen Spielzeit wieder Grund zum Feiern: 40 Jahre ist es her, dass Gerold Rebholz die Jugendgruppe ins Leben rief und mit „Emil und die Detektive“ 1979 das erste Kinderstück auf der Waldbühne aufführte. Rebholz hatte in seinen fast 30 Jahren als Spielleiter des Kinderstücks immer wieder seine Vorliebe für Werke der Schwedin Astrid Lindgren gezeigt.

Michel, den Lausejungen aus Lönneberga, hatte er 1989 bereits einmal auf die Bühne gebracht, seither wurde das Stück aber nicht mehr in Sigmaringendorf gezeigt, auch weil es in der bestehenden Theaterfassung nicht einfach auf Freilichtbühnen umzusetzen ist. Seine Nachnachfolger in der Spielleitung, Karin Maichle und Alexander Speh, hatten jedoch schon mehrere Jahre mit dem Stück geliebäugelt und nutzten nun die Gelegenheit, dass der neue Regisseur des Erwachsenenstücks, Frank Speh, sich für ein Stück entschied, dass zumindest vom Bühnenbild her schon mal bestens mit dem „Michel“ vereinbar ist.

Auch aus einem Lausbengel kann was werden

„Michel in der Suppenschüssel“ ist eine liebevolle Auseinandersetzung mit der Thematik, dass ein jedes Kind sein darf, wie es ist und dass auch aus dem ärgsten Lausebengel noch etwas werden kann. Bis dahin verbringt der kleine Kerl allerdings einige Stunden im „Tischlerschuppen“, wo er über seine Streiche nachdenken darf, wenn er Vaters Zeh in der Rattenfalle gefangen oder seine Schwester Klein-Ida an der Fahnenstange hochgezogen hat.

Skurrile Zufälle des Lebens

Auch der Schwede Allan Karlsson ist in gewisser Weise so ein Lausebengel: In seinem Leben hat er allerhand kuriose Begegnungen mit den Mächtigen dieser Welt gehabt und ist durch skurriler Zufälle nicht nur im Weißen Haus, sondern auch bei Franco, Mao, Stalin und anderen mehr oder weniger angesehenen Staatsmännern gelandet. Davon erzählt er beiläufig, während er sich als Hundertjähriger auf die Flucht aus einem lieblosen Seniorenheim begibt und einen Gangster versehentlich um dessen Drogengeld erleichtert.

Premiere für Michel im Juni

Was sich auf den ersten Blick wie eine einzige Ansammlung von Absurditäten anhört, hat sich zu einem absoluten Weltbestseller gemausert: Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ erschien 2009 und wurde innerhalb kurzer Zeit weltweit über sechs Millionen Mal verkauft. Die Theaterfassung dieser Mischung aus Krimikomödie und Roadmovie zeigt die Erwachsenenspielgruppe der Waldbühne ab Juli 2019. Premiere des „Michel in der Suppenschüssel“ ist bereits am 8. Juni.

Karten können ab sofort gekauft werden. Die telefonische Vorbestellung ist montags und donnerstags zwischen 18 und 19 Uhr möglich, ab Mai mit erweiterten Zeiten. Oder im Internet: http://www.waldbuehne.de