„Man kommt schier nicht mehr rein, so viel ist hier los“, staunte Markus Brunnbauer, Bereichsleiter Ausbildung der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, als er die Bertha-Benz-Schule betrat. Gestern hatten die beruflichen Schulen des Landkreises zu ihrem jährlichen Infotag eingeladen und es herrschte Hochbetrieb, nicht nur zur Freude der Schulleiter Frank Steinhart und Christian Roth.

160 Aussteller beim Marktplatz der Ausbildung

Zum einen konnte man sich über die weiterführenden Schularten wie Berufliche Gymnasien, Berufskollegs sowie Berufsfachschulen und deren Profile schlau machen. Zum anderen fand der Marktplatz der Ausbildung statt, der die jungen Leute bei der Orientierung im Dickicht der vielfältigen Berufsausbildungen unterstützen will. 160 Aussteller aus dem gewerblich-technischen, hauswirtschaftlich-sozialen und kaufmännischen Bereich präsentierten sich bis in den späten Nachmittag.

Labore, Fachräume und Werkstätten stehen für Jugendliche offen

Labore, Fachräume und Werkstätten standen offen. In der Lehrwerkstatt Fräsen und Drehen erklärte Lehrer Hans-Peter Schlesinger, womit ein Zerspanungs- und Industriemechaniker zu tun hat und wie die Ausbildungsinhalte aussehen.

Jan Kviatkovski (links) ist Azubis am Landratsamt und lernt Vermessungstechniker.
Jan Kviatkovski (links) ist Azubis am Landratsamt und lernt Vermessungstechniker. | Bild: Johanson, Kirsten

Stadt Sigmaringen erstmals an Organisation beteiligt

Erstmals beteiligte sich in diesem Jahr die Stadt Sigmaringen an der Ausrichtung der Veranstaltung. So war Wirtschaftsförderer Uwe Knoll federführend an der Ausarbeitung einer Broschüre für den Marktplatz der Ausbildung beteiligt. Sie informierte Jugendliche, wie vielfältig die Ausbildungsberufe im Landkreis sind und welche Firmen sich am 7. Februar in den Räumen der Ludwig-Erhard-Schule und der Bertha-Benz-Schule vorstellten.

Bürgermeister: Jungen Leuten die Attraktivität Sigmaringens schmackhaft machen

Bürgermeister Marcus Ehm, selbst Absolvent des Wirtschaftsgymnasiums, sagte, man wolle den jungen Menschen die Attraktivität Sigmaringens schmackhaft machen. Dies sei verbunden mit der Hoffnung, dass die jungen Leute nach ihrer Ausbildung in der Region bleiben und nicht abwandern. „Kommt ins Gespräch, traut euch. Hier erfahrt ihr etwas aus der Praxis. Übrigens: Auch die Stadt bietet Ausbildungsplätze an“, animierte Ehm die Jugendlichen, regen Gebrauch vom Angebot zu machen.

Landkreis investiert 100 Millionen Euro in Berufsschulen

Finanzdezernent Franz-Josef Schnell, Vertreter des Landkreises Sigmaringen, sagte bei der offiziellen Eröffnung, dass der Landkreis in den kommenden fünf Jahren rund 100 Millionen Euro in die Berufsschulen investiere, konkret in die Sanierung der Willi-Burth-Schule in Bad Saulgau und in den Neubau der Bertha-Benz-Schule gegenüber des Kreiskrankenhauses. Außerdem fließe Geld in den Maschinenpark und in die Digitalisierung.

Industriemechaniker Marius Brändle (links) von Kendrion aus Engelswies erklärt Marius Weber, was es mit Rüttelmagneten auf sich hat.
Industriemechaniker Marius Brändle (links) von Kendrion aus Engelswies erklärt Marius Weber, was es mit Rüttelmagneten auf sich hat. | Bild: Johanson, Kirsten

Auszubildende gefragte Gesprächspartner bei den Jugendlichen

An den Ständen warteten auch Auszubildende auf die jungen Besucher. Sie waren gefragte Ansprechpartner, da sie unwesentlich älter als die Besucher sind und vor nicht allzu langer Zeit denselben Entscheidungsprozess durchlaufen hatten. Eines war überall zu hören: „Macht Praktika, um schon mal einen ersten Eindruck zu erhalten, ob der Beruf in Frage kommen könnte.“ So sieht es nicht nur Julia Braun von der Firma Eisele aus Laiz: „Praktika sind generell empfehlenswert.“ Sie schätzt den Marktplatz, um Schüler und potenzielle Azubis kennenzulernen. Denn die Zahl der freien Lehrstellen übersteigt vielerorts die Zahl der Bewerber. Anders als früher müssen Betriebe von sich aus aktiv werden.

Der 15-jährige Noa besucht die einjährige Berufsfachschule mit dem Profil Metalltechnik. Hier bedient er eine Fräsmaschine.
Der 15-jährige Noa besucht die einjährige Berufsfachschule mit dem Profil Metalltechnik. Hier bedient er eine Fräsmaschine. | Bild: Johanson, Kirsten

„Ich habe mich schon über den Beruf des Mediengestalters informiert, mich interessiert aber auch noch Mechatroniker“, erzählte der 14-jährige Pascal von der Theodor-Heuss-Realsschule aus Sigmaringen, der noch eineinhalb Jahre Schule vor sich hat. Er fand es gut, von den jetzigen Azubis eine realistische Einschätzung des Berufs zu erhalten.

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