Baden-Württemberg hat sein Elektrifizierungskonzept für Bahnstrecken angepasst. Dabei wurden in jenes Konzept weitere Strecken in den vordringlichen Bedarf aufgenommen. So auch der Streckenabschnitt zwischen Gammertingen und Burladingen, wie die direkt gewählte Sigmaringer Landtagsabgeordnete der Grünen, Andrea Bogner-Unden, informiert. Sie hatte sich in einem Brief an den Verkehrsminister Winfried Hermann dafür stark gemacht.

Ein Anliegen, für das sich der Landkreis mit seiner Landrätin Stefanie Bürkle nachdrücklich eingesetzt haben. "Die Aufnahme der Elektrifizierung der Killertalbahn bis Gammertingen in die Elektrifizierungskonzeption des Landes ist ein großer Erfolg für die Menschen in Gammertingen und Neufra, für den Landkreis und auch für die Hohenzollerische Landesbahn in der Südwestdeutschen Verkehrs-AG", sagte die Landrätin auf SÜDKURIER-Anfrage. Der Kreistag des Landkreises habe für die Vorplanungen, die unter Federführung des Zollernalbkreises laufen, hierzu bereits Gelder freigegeben. "Damit die Elektrifizierung aber auch tatsächlich kommt, ist es wichtig, dass das Land sein Elektrifizierungskonzept mit Finanzmitteln des Landes unterlegt, und auch dieser Streckenabschnitt vom Bund im Rahmen des Bundesverkehrswegefinanzierungsgesetzes gefördert wird", betonte Stefanie Bürkle.

Die Aufnahme weiterer Streckenabschnitte in den vordringlichen Bedarf resultiere aus dem Ergebnis der öffentlichen Anhörungen, heißt es in der Stellungnahme des Verkehrsministeriums. Zahlreiche und positive Rückmeldungen zum Elektrifizierungskonzept habe es im Anschluss an die öffentliche Konzeptvorstellung gegeben, bei dem kommunale Vertreter, Regionen und Verbände die Möglichkeit nutzten, sich dazu zu positionieren. „Die Rückmeldungen zeigen, dass das Interesse an Elektrifizierungsmaßnahmen weiterhin hoch ist. Allerdings muss auch der Bund seinen ureigenen Verpflichtungen für die Bundesschienenwege nachkommen und das angekündigte Sonderprogramm zur Elektrifizierung zeitnah einführen, da das Land das Elektrifizierungskonzept nicht aus eigenen Finanzmitteln umsetzen kann“, so Verkehrsminister Winfried Hermann.

Im April hatte das Verkehrsministerium die Pläne für eine nachhaltige und umfassende Elektrifizierung von nicht elektrifizierten Schienenstrecken im Land bekannt gegeben. Neben Gammertingen – Burladingen (Zollernalbbahn) steht auch der Streckenabschnitt zwischen Tuttlingen – Fridingen (Donautalbahn) im vordringlichen Bedarf. Die Verkehrssysteme des Ringzugs bei Villingen-Schwenningen und der Regionalstadtbahn Neckar-Alb im Raum Tübingen – Reutlingen – Zollernalb würden somit betrieblich sinnvoll abgerundet. Für alle weiteren Bahnlinien bleibe die bisherige Einteilung im Elektrifizierungskonzept bestehen, versicherte der Minister.

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, die Strecke zwischen Gammertingen und Burladingen in den vordringlichen Bedarf des Elektrifizierungskonzepts des Landes zu heben. Dies bedeutet eine weitere Stärkung des Schienenverkehrs in unserem ländlichen Raum und sichert nicht zuletzt die Zukunft des Betriebsbahnhofs der Hohenzollerischen Landesbahn in Gammertingen mit 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, begrüßte Andrea Bogner-Unden diesen Schritt.