Friedliches Miteinander gefordert

Die evangelische und katholische Kirche, Diakonie, Caritas und DRK Sigmaringen haben sich zum Bündnis „Vielfalt Gemeinsam Leben“ zusammengeschlossen, um sich in Sigmaringen und Umgebung für demokratische Werte und Toleranz einzusetzen. Die Aufgabenschwerpunkte liegen im Werben für ein friedliches, tolerantes und gemeinschaftliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen, heißt es im Gründungsdokument der neu gegründeten Vereinigung.

"Blick auf die Werte des Grundgesetzes"

Als sich im Frühjahr 2018 Probleme mit Geflüchteten und Negativschlagzeilen über Sigmaringen häuften, bildete sich in den Koordinierungstreffen der Stadt Sigmaringen ein Arbeitskreis, der sich intensiv mit der Thematik beschäftigte, erläutert Dekan Christoph Neubrand die Beweggründe für diese Neugründung. Den Teilnehmern wurde schnell klar, dass es bei den Problemstellungen nicht nur um Geflüchtete geht, sondern dass Themen wie Ängste, Verunsicherung oder Aggression weit größer gefasst werden müssen. Daher gründeten kirchliche und soziale Träger in Sigmaringen das Bündnis „Vielfalt Gemeinsam Leben“, das organisationsübergreifend den Blick auf die Werte unseres Grundgesetzes, der Demokratie und Freiheit richtet.

Politische Nachtgebete sind geplant

Die Bündnismitglieder planen jetzt die Realisation von eigenen Projekten, wie politische Nachtgebete oder das Aufstellen des Demokratie-Mobils. Die Initiatoren hoffen, dass sich weitere Personen und Organisationen als Ideengeber oder Kooperationspartner an dem Bündnis beteiligen. „Vielfalt Gemeinsam Leben geht nicht in Konkurrenz zu bestehenden Aktionen, sondern versteht sich vielmehr als Plattform, die Strömungen und Aktivitäten für ein friedliches Miteinander bündelt und stärkt“, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Bislang keine andere Plattform"

Auf Anfrage des SÜDKURIER präzisierte Dekan Neubrand die Überlegung, warum man mit dem Bündnis im Landkreis Sigmaringen eine neue Plattform installierte. Hervorgegangen ist „Vielfalt Gemeinsam Leben“ im Prinzip aus einem Arbeitskreis, der sich in der Kreisstadt mit dem Thema Migration beschäftigte, wobei zwei Faktoren die Ausweitung dieser Struktur über Sigmaringen hinaus beförderten, erläutert der Dekan. Die kirchlichen Strukturen reichen im Bereich der katholischen wie evangelischen Kirchen über die kommunalen Strukturen hinaus. „Somit war klar, dass es um mehr als die Stadt Sigmaringen geht“, ergänzt Christoph Neubrand, dass er vom Rat des Dekanates Sigmaringen-Meßkirch das klare Mandat erhielt, das gesamte Dekanat im Bündnis zu vertreten. „Für diesen Bereich der Zusammenarbeit sehe ich hier im Landkreis bisher keine andere Plattform“, verweist er darauf, dass auf dieser Ebene auch die örtlichen Beauftragten im Migrationsbereich als Kooperationspartner für das Bündnis tätig sein können.