Für die Gebührenzahler wird die Müllabfuhr im kommenden Jahr teurer – die Grundgebühr für einen Vier-Personen-Haushalt steigt von 107 auf dann 118 Euro. Die Erhöhung beträgt nach Angaben von Bernhard Obert, Dezernent Bau und Umwelt, rund 13,1 Prozent, allerdings liegt die Müllgebühr im Landkreis Sigmaringen damit noch weit unter der Vergleichsgebühr in Baden-Württemberg, die 156,42 Euro beträgt. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Kreistag den Gebührenerhöhungen einstimmig zu.

Anlieferung nur mit Nachweis

Obert kündigte noch weitere Veränderungen an. So ist die Anlieferung von Sperr- und Hausmüll auf den kreiseigenen Entsorgungsanlagen künftig nur noch mit Nachweis, einer so genannten Datenmatrix möglich. Auf den Anfang 2020 zugestellten Gebührenbescheiden wird jedem Haushalt diese Datenmatrix, vergleichbar mit einem QR-Code, zugestellt.

Bargeldlose Zahlung

Zudem wird auf dem neuen Wertstoffhof in Mengen, der im April 2020 fertig gestellt sein soll, künftig bargeldlos abgerechnet, gleichfalls mittels Datenmatrix. „Das System hat sich in anderen Kommunen bewährt“, erklärte Obert. Der Dezernatsleiter kündigte zudem an, dass ab Ende Juni 2020 bei der Firma Alba in Bad Saulgau kein Sperrmüll mehr angeliefert werden darf.

Steigerung um 366 Prozent

Für Geschäftskunden verteuert sich die Müllabfuhr in einigen Bereichen drastisch. Sagenhafte 366 Prozent mehr müssen Kunden bezahlen, die Groß- und Sonderreifen anliefern, wobei die Kreisabfallbehörde hier lediglich 144 Stück erwartet. Eine 50-prozentige Steigerung von drei auf 4,50 Euro gibt es bei der Anlieferung von Haus- und Gewerbemüll, wenn der Kunde weniger als 0,25 Kubikmeter auf die Deponie bringt. Eine Preisreduzierung von 253 auf 172,36 Euro gibt es für die Anlieferer von Altfenstern, während die Abgabe von Auto- und Motorradreifen sich um 50 Cent auf 2,40 Euro erhöht.

Gewerbemüll verteuert sich

Exakt 78 Prozent teurer wird der Gewerbemüll, der im Müllheizkraftwerk in Ulm verbrannt wird. Hier kostet die Tonne künftig 204,14 Euro, bislang waren es 115 Euro. Für 2020 erwartet die Kreisabfallwirtschaft insgesamt 21 035 Tonnen an Abfall, wovon 21 000 Tonnen im Müllheizkraftwerk des Zweckverbandes TAD thermisch verwertet werden können. Der Materialtransport erfolgt dabei über die Umladestationen Ringgenbach und Bad Saulgau.