Der Sigmaringer Kreisvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ist mit Nachdruck dabei, für die zwischen dem 1. März und 31. Mai anstehenden Betriebsratswahlen zu mobiliseren. Geplant ist mit Gwerkschaftskollegen ein Informationsstand am Samstag, 10. März, vormittags auf dem Karlplatz in Sigmaringen. 149 Industriebetriebe existieren im Landkreis mit über 14 000 Beschäftigten, Etwa die Hälfte der Kollegen sind gewerkschaftlich verbunden, sagt der DGB-Kreisvorsitzende Rudolf Christian aus Sigmaringen.

Pfullendorfs größter Arbeitgeber ist die Geberit GmbH mit 1570 Beschäftigten, deren Abteilungen sich in verschiedene Gesellschafter aufgliedern. Die Interessen der Arbeitnehmer vertritt hier die Industriegewerkschaft BCE. Thomas Spähler, frei gestellter Betriebsrat in der Produktion, nennt auf SÜDKURIER-Anfrage etwa 27 Prozent der Kollegen, die in seiner Sparte gewerkschaftlich organisiert sind. Es werden elf Betriebsräte gewählt. In der Logistik – dort liegt der Organisationsgrad etwas höher bei 30 Prozent – sitzen neun Betriebsräte im Gremium. Die Auszubildenden haben größtenteils Aufnahme als Gewerkschaftsmitglieder gefunden. Das Procedere zu den Betriebsratswahlen läuft gerade an. Im Februar soll die Wählerliste wie auch die Vorschlagsliste der Kandidaten erstellt sein. Die Wahlbeteiligung liege im Schnitt zwischen 82 oder 83 Prozent.

Die Kramer-Werke GmbH hat in Pfullendorf 530 Beschäftigte. Elf Mitglieder sitzen im Betriebsratsgremium und fast alle sind Mitglieder der IG Metall, während der Organisationsgrad ansonsten nicht so hoch ist. Ihr Vorsitzender Jörg Pietsch sagte gegenüber dem SÜDKURIER, dass die Wahlen zum Betriebsrat für 6. März festgelegt sind. Die Wahlbeteiligung schätzt Pietsch auf deutlich über 50 Prozent ein.

Bei der Neuen Alno GmbH ist nach Auskünften der bisherigen Betriebsrätin Waltraud Klaiber bei knapp über 350 Mitarbeitern wieder die Bildung eines Betriebsrates geplant. Laut Betriebsverfassungsgesetz sind neun Mitglieder zu wählen, einer würde freigestellt.

Eines der größten Unternehmen im Landkreis ist Zollernwerk Laucherthal mit 920 Beschäftigten, die die sich hier als größte Einheit und als Konzernzentrale darstellt. Hier werden Stahlprofile und der Feinguss hergestellt. Im Zweigwerk Herbertingen sind es 578 Mitarbeiter, mit dem Produktionsschwerpunkt Antriebstechnik. Insgesamt liegt der Organisationsgrad bei 80 Prozent ziemlich hoch. Besonders echauffiert fühlte sich auf Anfrage zum Thema der Betriebsratsvorsitzende Eberhard Fischer, er war zu keinerlei Auskünften bereit.

Auch bei Trumpf in Hettingen, im Kreiskrankenhaus Sigmaringen, bei Gühring in Laiz oder Schäfer in Sigmaringen, bei Klaas in Bad Saulgau und bei Schunck in Mengen, wo es kaum organisierte Kollegen gibt, wird die Arbeitnehmervertretung gewählt. Zudem stehen in Behörden wie dem Landratsamt Sigmaringen oder der Stadtverwaltung Personalräte zur Wahl. Allerdings gäbe es viele Betriebe ohne Betriebsrat, so unter anderem die Unternehmensgruppe Späh in Scheer, weiß der Kreis-DGB-Chef.

Umso mehr gilt es für die Gewerkschafter, die lohnabhängig Beschäftigten auf die Bedeutsamkeit dieser Wahlen hinzuweisen. Denn die Wichtigkeit eines Betriebsrats zeige sich nicht nur, wenn eine Geschäftsleitung den Abbau von Arbeitsplätzen plane oder es um Personalgespräche und Arbeitszeitregelungen gehe. "Ohne Mitbestimmung liegen die Verdienste um 20 Prozent niedriger", macht Rudolf Christian die Beudeutung eines solchen Gremiums klar. Es sei in der Belegschaft allein deshalb anerkannt, weil mit ihm die Tarifsicherung gewährleistet bleibe.