Sie haben bei Ihrer Einführung und Verabschiedung von Christoph Neubrand ein Sprichwort zitiert: „Wir brauchen einen Mantel mit zwei Taschen. In einer Tasche befindet sich Staub, in der anderen Tasche Gold. Ein solcher Mantel erinnert uns daran, wer wir sind.“ An was erinnert Ihr Mantel Sie?

Staub in der einen Tasche des Mantels erinnert mich an die Vergänglichkeit des Menschen und unsere Schwächen, zu denen wir stehen sollen; Gold in der anderen Tasche an unsere Gotteskindschaft, besonders bestärkt durch unsere Taufberufung.

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Gertrud Möhrle vom Pfarrgemeinderat überreichte Ihnen einen Schirm, der Sie bei Regen schützen und für kommende Aufgaben stärken soll. Sind Sie gut gerüstet für die neuen Aufgaben?

Die Seelsorgeeinheit Laiz-Leibertingen zählt cirka 5500 Katholiken. Wir arbeiten als Seelsorgeteam, Vikar Klaus Käfer, Gemeindereferentin Susanne Ruther und ich, gemeinsam mit Pfarrgemeinderat, Stiftungsrat, Pfarrbüro, Verwaltungsbeauftragtem, Gebäudefachmann und Kindergartengeschäftsführer für und in dieser Seelsorgeeinheit. Durch die gute Zusammenarbeit und meine positiven Erfahrungen fühle ich mich gut gerüstet. Vor allem aber weiß ich mich von Gott beschützt und beschirmt.

Was an Ihrer Arbeit ist Ihnen besonders wichtig?

Im Seelsorgeteam besprechen wir nicht nur Aufgaben, sondern teilen und stärken unseren Glauben; hieraus ergeben sich Impulse für die Liturgie und die eigene Spiritualität. Wichtig ist, dass unsere Gemeinden in Liturgie, Verkündigung, diakonischem Tun und im Miteinander von uns begleitet werden.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die Seelsorgeeinheit Laiz-Leibertingen hat sich in den vergangenen fünf Jahren zu einer guten Gemeinschaft entwickelt. Wir werden dies weiterhin pflegen und in den Raumplanungsprozess 2030 der Erzdiözese einbringen. Vikar Käfer wird zwei Jahre im Seelsorgeteam bleiben dürfen, danach wird die Seelsorgeeinheit nach Stellenschlüssel einen Priester und eine Gemeindereferentin haben. Auf diese Zukunft wollen wir die Seelsorgeeinheit als Ganzes und ihre Gemeinden vorbereiten.

Michael Zoller gab Neubrand die Themen Priestermangel, verheiratete Priester und Frauen im Priesteramt mit nach Freiburg. Bewegen Sie diese Themen ebenso?

Mir persönlich ist es wichtig, vor Ort ein guter Seelsorger zu sein und Themen und Fragen, die ich nicht verändern kann, jenen zu überlassen, die dafür Verantwortung tragen. Natürlich beschäftigt mich das, was sich in der Kirche ereignet, dennoch. Zum Beispiel die von Ihnen angesprochenen Bereiche.

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Sie haben schlesische Wurzeln?

Ja, ich habe meine Kindheit und Jugend in Oberschlesien verbracht, habe in Krakau studiert und in Warschau gearbeitet; seit 1996 lebe ich in der Erzdiözese Freiburg und wurde vor 20 Jahren für die Erzdiözese in Freiburg zum Priester geweiht.

Ihre Doktorarbeit verfassten Sie über die Spiritualität des schlesischen Priesters Robert Spiske. Wie kam es dazu?

Die Hedwigschwestern sind in Schlesien sehr aktiv und über Jahrzehnte bin ich dieser Ordensgemeinschaft verbunden; Robert Spiske ist deren Gründer. Die Schwestern baten mich, seine Predigten theologisch aufzubereiten. Zurzeit läuft in Rom auch das Seligsprechungsverfahren für diesen Sozialapostel Breslaus des 19. Jahrhunderts.

Wo finden Sie im Alltag Platz für Spiritualität?

Im gemeinsamen Gebet im Pfarrhaus, in der Liturgievorbereitung- und -feier, in Exerzitien und im persönlichen Gebet und Schriftbetrachtung.

Greifen Sie noch selbst zur Gitarre?

Am Abend spiele ich gerne noch ein Lied und verschiedene Gottesdienstformen begleite ich auch gerne.