Die seit mehreren Jahren nicht mehr bewohnte Häuserzeile 115 bis 123 im westlichen Teil der Hauptstraße wird in kurzer Zeit aus dem Stadtbild verschwinden. An dieser Stelle entsteht eine neue Pflegeeinrichtung, die von der Altenhilfe der „Zieglerschen“ mit Sitz in Wilhelmsdorf (Landkreis Ravensburg) betrieben wird. Damit fallen Gebäude, für die eine Sanierung von den Kosten her nicht vertretbar ist, der Spitzhacke zum Opfer. Dies gab Bürgermeister Stefan Bubeck in einer Pressekonferenz bekannt, zu der Vertreter der „Zieglerschen“ angereist waren und das Projekt vorstellten. Immer wieder sei er von Bedürftigen oder deren Angehörigen auf den Bedarf weiterer Pflegeplätze in Mengen angesprochen worden, fuhr Bubeck fort. Schon vor längerer Zeit habe die Stadt die Häuser nach und nach erworben, weil frühere Eigentümer ihren Verpflichtungen zur Sanierung nicht nachgekommen seien. Die Stadt musste daher eingreifen und kaufte die Gebäude. Anfangs ging die Planung in Richtung einer reinen Wohnanlage. Dazu wurden Pläne vorgelegt, aber der potentielle Betreiber sei abgesprungen, berichtete der Bürgermeister. Im Mai 2012 wurde das Areal ausgeschrieben, aber obwohl sich Interessenten gemeldet hätten, sei kein Vertrag zustande gekommen.

Aufwertung für die Stadtentwicklung

Die Stadt Mengen entwickelte 2014 eine neue Dynamik, worauf sich zwei Interessenten gemeldet haben. Überzeugt habe letztlich das Konzept der „Zieglerschen“. Dies passe in den denkmalgeschützten Bereich und bedeute zugleich eine Aufwertung der städtebaulichen Entwicklung. Von Anfang an habe sich die Zusammenarbeit mit den „Zieglerschen“ als hervorragend erwiesen, berichtete Bubeck und eine Wahlfreiheit tue schließlich den Seniorinnen und Senioren gut.

Den Bedarf an Pflegeplätzen im Landkreis Sigmaringen weist nach Aussage von Sven Lange, Geschäftsführer bei „Die Zieglerschen-Altenhilfe“ der Kreispflegeplan aus. Ihnen habe die zentrale Lage an der Hauptstraße zugesagt. Auf drei Etagen sollen insgesamt 45 stationäre Pflegeplätze entstehen, darunter drei Kurzzeitpflegeplätze. Zwischen 16 und 19 Quadratmeter werden die Einzelzimmer aufweisen. Im Erdgeschoss sind drei betreute Wohnungen vorgesehen sowie eine Caféteria und ein Aufenthaltsraum. Bereits im Februar beginnt der Abriss der Gebäude. Bauen wird das Bad Saulgauer Unternehmen Reisch als Investor und an die „Zieglerschen“ vermieten. Zwischen sechseinhalb und sieben Millionen Euro kostet das Projekt nach aktuellen Berechnungen, das im dritten oder spätestens vierten Quartal des kommenden Jahres fertig sein soll.

20 qualifizierte Fachkräfte und Angelernte

Zum Betrieb äußerte sich Steffen Bucher, Regionalleiter Süd bei „Die Zieglerschen-Altenhilfe“. Eingesetzt würden an Personal etwa 20 qualifizierte Fachkräfte und Angelernte, darunter auch Teilzeitkräfte. Das Essen kommt aus der Zentralküche in Wilhelmsdorf. Die Möglichkeit, Mahlzeiten im Haus zu kochen, sei ebenfalls gegeben. Weiter sagte Bucher, den Betreibern liege vor allem eine Zusammenarbeit vor Ort mit Apotheken, Handwerkern, dem Dienstleistungsbereich und den Kirchengemeinden sehr am Herzen. Auch Kontakte zu Vereinen sollen gepflegt werden. Ob eine eigene Sozialstation eingerichtet werde, das müsse sich zeigen, bemerkte Bucher auf Anfrage.

Abschließend lobte Sven Lange die geleisteten Vorbereitungen der Stadt. Bürgermeister Bubeck gab noch bekannt, dass in Bälde die Beurkundung des Verkaufs erfolgt und während der Abbruchphase die Hauptstraße auf dem Teilbereich vollständig, während der Bauzeit halbseitig gesperrt wird.