Kreis Sigmaringen – Im Kreistag ist vom Gremium das Elektrifizierungskonzept des Landes und die vorgenommene Einstufung der Zollernalbbahn zwischen Albstadt und Sigmaringen in den vordringlichen Bedarf ausdrücklich begrüßt worden.

Die Versammlung stimmte auch dem Beschlussvorschlag zu, dass die Kreisverwaltung parallel Gespräche mit dem Zollernalbkreis, den Mitgliedern des Regionalstadtbahnkonzepts Neckar-Alb, mit dem Regionalverband Bodensee-Oberschwaben und den Kommunen auf dem Gebiet des Landkreises Sigmaringen und dem Zollernalbkreis führt. Hierbei geht es um die Grundlagenermittlung und Vorplanung der Kostenschätzung.

In der Elektrifizierungskonzeption, die Verkehrsminister Winfried Hermann in Stuttgart vorgestellt hatte, war der Abschnitt zwischen Albstadt und Sigmaringen in den vordringlichen Bedarf gerückt. Das Land trage mit dieser Setzung dem Umstand Rechnung, dass es durch diesen Lückenschluss an das elektrifizierte Netz nicht nach Verwirklichung von Stuttgart 21 im Dieselloch versinke, schrieb Landrätin Stefanie Bürkle an den Minister: „Die Umsetzung bis 2026 erscheint ambitioniert. Der Landkreis Sigmaringen ist jedoch bestrebt, an dieser zeitlichen Vorgabe konstruktiv mitzuarbeiten.“

Stefanie Bürkle: "Die Umsetzung bis 2026 erscheint ambitioniert. Der Landkreis ist bestrebt, an dieser Vorgabe konstruktiv mitzuarbeiten."
Stefanie Bürkle: "Die Umsetzung bis 2026 erscheint ambitioniert. Der Landkreis ist bestrebt, an dieser Vorgabe konstruktiv mitzuarbeiten." | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

„Es wäre eine vertane Chance“, empfahl CDU-Fraktionssprecher Thomas Kugler dem Vorschlag der Kreisverwaltung, das Vertrauen entgegenzubringen und zuzustimmen. Doris Schröter, Fraktionssprecherin der Freien Wähler, sagte: „Es ist wichtig, dass dem Schienenverkehr ein anderer Stellenwert eingeräumt wird.“ Allerdings fand es die Bürgermeisterin von Bad Saulgau auch sonderbar, dass der Landkreis in Vorleistung treten müsse: „Wir diskutieren hier über lächerliche 28 Kilometer!“ Ihr pflichtete CDU-Kreisrat Klaus Burger bei, die Kritik sei berechtigt, „weil wir die Planungskosten übernehmen“. Johannes Kretschmann (Grüne) würdigte bei diesem beschleunigten Prozess ausdrücklich das Engagement der Landrätin: „Ein Lob für Frau Bürkle, sie musste niemand zum Jagen tragen.“

Auch für den Ersten Landesbeamten Rolf Vögtle gab es da kein Vertun. „Die Chance, die sich dem Landkreis Sigmaringen durch die Elektrifizierungskonzeption des Landes eröffnet, sollte offensiv genutzt werden“, warb er bei den Kreisräten um Befürwortung. Denn ohne die Elektrifizierung des gesamten Streckenabschnittes würde der Landkreis nicht nur in straßentechnischer Hinsicht, sondern auch, was die Erreichbarkeit über die Schiene anbelangt, weiter ins Hintertreffen geraten, gab Vögtle zu bedenken. „Gerade mit Blick auf Stuttgart 21 sollte alles getan werden, was Fahrzeitverlängerungen vermeidet.“ Um vom Sonderprogramm des Bundes profitieren zu können, sollten die Vorplanungen für die Strecke rasch vorangetrieben werden, so Vögtles Zielrichtung. Auch mit der Deutschen Bahn, mit dem Land, wie auch dem Bund müssten hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise und einer Finanzierungsvereinbarung die Gespräche rasch in Gang kommen.

Rolf Vögtle: Gerade mit Blick auf Stuttgart 21 sollte alles getan werden, was Fahrzeitverlängerungen vermeidet."
Rolf Vögtle: Gerade mit Blick auf Stuttgart 21 sollte alles getan werden, was Fahrzeitverlängerungen vermeidet." | Bild: Witt, Jürgen