In den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelte sich das ländlich geprägte Ostrach enorm. Im Jahr 2000 gab es in der Gemeinde nur fünf Industriefirmen mit mehr als 20 Mitarbeitern, aktuell sind es über 20. "Mit Bilgram, Tegos, Neher Dia und HFM/Schnetz haben wir vier Firmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern", berichtet Wirtschaftsförderer Manfred Essl im SÜDKURIER-Gespräch. Größter Arbeitgeber von Ostrach ist die Firma Bilgram mit mehr als 250 Mitarbeitern.

Die Wirtschaft der Gemeinde Ostrach boomt.
Die Wirtschaft der Gemeinde Ostrach boomt. | Bild: Volk, Siegfried

460 gemeldete Gewerbebetriebe

Aktuell sind in der Gemeinde nach seinen Angaben 460 Gewerbebetriebe gemeldet, die mindestens einen Vollerwerbsarbeitsplatz bieten. Insgesamt verfügte man Ende 2017 über 2100 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze mit stark steigender Tendenz. Vier Jahre zuvor waren es erst 1700. "Das ist ein Plus von 20 Prozent", vermerkt Essl im selben Zeitraum auch eine Steigerung bei Minijobs und geringfügig Beschäftigten von 650 auf 800.

Optisch ein Hingucker – die Außenanlage der Firma Schmid.
Optisch ein Hingucker – die Außenanlage der Firma Schmid. | Bild: Volk, Siegfried

Die Zahl derjenigen, die von außerhalb nach Ostrach kommen, um dort zu arbeiten erhöhte sich von 930 im Jahr 2013 auf mehr als 1100 Personen. Gleichzeitig erhöhte sich auch sich die Zahl der Ostracher, die zu ihrer Arbeitsstätte pendeln im selben Zeitraum um rund 150 auf 2100. Die heimischen Firmen bieten derzeit 150 offene Stellen und besonders viele Handwerksbetriebe suchen nach Mitarbeitern. Bedauerlich ist für Wirtschaftsförderer Manfred Essl, dass für Herbst wieder 20 Ausbildungsplätze nicht besetzt sind.

Alle Ostracher Entlassschüler haben einen Platz

"Alle Ostracher Schüler haben nach den Ferien einen Platz, ob in Ausbildung, Besuch einer weiterführenden Schule oder sie absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr", vermeldet Wirtschaftsförderer Manfred Essl.

Wirtschaftsförderer Manfred Essl.
Wirtschaftsförderer Manfred Essl. | Bild: Volk, Siegfried

Großer Zusammenhalt der Betriebe

Stark beeindruckt ist Essl vom Zusammenhalt und die Kooperation der Betriebe untereinander. Bevor beispielsweise Aufträge nach außen vergeben werde, prüfe man, ob nicht ein Ostracher Unternehmen die entsprechenden Produkte oder Dienstleistungen liefern kann. So entstanden in den vergangenen Jahren weitere kleinere Betriebe als Zulieferer wie Vetter Formenbau in Levertsweiler oder Münz in Spöck. Teilweise seien die Betriebe Kunden und Lieferanten gleichzeitig. Die Ausbildungskooperation oder der Unternehmerstammtisch der produzierenden Betriebe verstärkten den Zusammenhalt. Auch ungewöhnliche Betriebe sind in Ostrach beheimatet.

Läden im Ortszentrum schließen

Jede Erfolgsgeschichte hat mindestens einen Wermutstropfen, berichtet Essl, dass im Kleinzentrum immer häufiger Läden schließen. Einen Hoffnungsschimmer sieht er in der steigenden Zahl an Touristen, deren Zahl jährlich um zehn Prozent steige und 2017 bei 50 000 lag. Profiteure seien die Gastronomiebetriebe, aber auch der örtliche Handel.