Der Kreis wird 2019 vor allem in die Bereiche Bildung und Mobilität investieren. Dies machte Landrätin Stefanie Bürkle am Montag beim Einbringen des Etats für 2019 vor dem Kreistag deutlich. Doch während der Entwurf des Finanzhaushalts des Kreises für das kommende Jahr einen Millionen-Betrag für die Planungen der Elektrifizierung der Zollernbahn zwischen Sigmaringen und Albstadt vorsieht, wurden für die Ablachtalbahn keine Finanzmittel eingestellt. Finanzdezernent Franz-Josef Schnell sagte während seiner Präsentation des Zahlenwerks, dass für diese Bahnstrecke keine Mittel vorhanden seien. Er begründete dies nicht weiter, hatte aber zuvor, wie auch die Landrätin, auf die finanziellen Belastungen durch andere, bereits beschlossene Projekte verwiesen.

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Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick macht sich für eine Reaktivierung der Ablachtalbahn für den Personenverkehr stark. Bisher wird diese Strecke nur für den Güterverkehr der Krauchenwieser Firma Tegometall genutzt. In der grünen Landtagsabgeordneten Andrea Bogner-Unden hat der Meßkircher Bürgermeister eine aktive Mitstreiterin, wenn es um die Ablachtalbahn geht. Ob es dabei bleibt, dass sich im Kreishaushalt 2019 kein Euro dafür findet, das werden die kommenden Beratungen in den Ausschüssen des Kreistags erweisen. Diese münden in die endgültige Form des Finanzhaushalts des Kreistags, der von diesem schließlich noch beschlossen werden muss.

Mehr junge Leute in die Busse

Im Entwurf des Kreishaushalts für 2019 bereits berücksichtigt hat die Verwaltung günstige Tickets für Busse und die Bahn für Menschen, die jünger als 25 Jahre sind. Unter dem Titel „Abo 25“ will der Kreis solche Tickets bezuschussen, damit mehr junge Menschen die Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nutzen. Weitere Details zum geplanten Abo 25-Angebot waren am Montag nicht in Erfahrung zu bringen. Es wurde auf die nächsten Sitzungen der Kreisräte verwiesen, in denen dieses Angebot beraten werde.

Während Meßkirchs Bürgermeister zumindest bisher in Sachen Ablachtalbahn nicht zum Zug kommt, kann er im kommenden Jahr zwei Investitionen für die Kreutzerstadt verbuchen. 750 000 Euro, die für die Planung einer neuen Trasse der Bundesstraße 311 zwischen Meßkirch und Mengen bereits eingestellt sind, werden aller Voraussicht nach im kommenden Jahr genutzt werden können. „Nach Aussagen des Landes soll die Verwaltungsvorschrift, die uns Planungen für diese Bundesstraße ermöglicht, die im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans gelistet ist, noch in diesem Jahr vom Kabinett beschlossen werden,“ sagte Landrätin Bürkle. Nach einem positiven Beschluss des Stuttgarter Kabinetts kann der Kreis die Planungen für die B 311 selber voranbringen, um so einen schnelleren Bau zu ermöglichen. Und für Meßkirch nimmt der Kreis direkt Geld in die Hand. Nach den Planungen der Kreisverwaltung soll im kommenden Jahr die Ziegelbühlstraße, die als Ortsdurchfahrt eine Kreisstraße ist, saniert werden.

75 Millionen Euro für Schule

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Von den rund 18 Millionen Euro, die der Kreis in 2019 investieren will, soll der größte Teil, nämlich 7,4 Millionen Euro, für Bildung und Ausbildung ausgegeben werden, wie die Landrätin sagte. Für die energetische Sanierung der Willi-Burth-Schule in Bad Saulgau sind 2,5 Millionen Euro eingeplant. Für den Neubau der Bertha-Benz-Schule in Sigmaringen sind 2,5 Millionen Euro an Planungskosten vorgesehen. Landrätin Bürkle verdeutlichte am Montag vor dem Kreistag die gesamte finanzielle Dimension dieses Schulbau-Projekts, für das bisher ein Investitionsvolumen von rund 75 Millionen Euro bis 2024 veranschlagt ist. Werden die Planungen umgesetzt, müssen im Jahr 2021 alleine für dieses Projekt 12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. In den beiden folgenden Jahren sind es jeweils 15 Millionen Euro und dann 2024 weitere 30 Millionen. Anhand dieses Beispiels erklärte die Landrätin, dass die Finanzkraft des Kreises nicht überstrapaziert werden dürfe.

Die Planungen für die Bertha-Benz-Schule würden im Frühjahr 2019 nochmals aktualisiert. Dann soll die Konzeption für die künftige Entwicklung der Kreisschulen nochmals Thema im Kreistag sein. Die neuesten Daten zu den künftigen Schülerzahlen sollen dann auch auf dem Tisch liegen. Obendrein sollen vor dem endgültigen Baubeschluss die Investitions- und Lebenszykluskosten für das Neubau-Projekt vorliegen. Die Bertha-Benz-Schule ist mit 1800 Schülern die größte Berufsschule im Kreis Sigmaringen.