Trotz intensiver Bemühungen hatte sich unter den 320 Mitgliedern der Kreisgruppe niemand gefunden, der Vorsitz, Stellvertretung und Kassenverwaltung übernehmen wollte.

Rückblick: Bereits bei der letztjährigen Hauptversammlung hatten die Vorsitzende Gudrun Schindler aus Stetten am kalten Markt, ihre kommissarisch fungierende Stellvertreterin Martina Geng aus Pfullendorf-Denkingen sowie Schatzmeisterin Esther Benz aus Sigmaringendorf unmissverständlich erklärt, dass sie bei der nächsten Hauptversammlung für eine erneute Wahl nicht mehr zur Verfügung stünden. Die Vorsitzende hatte die Kreisgruppe nach ihrer eigenen Aussage "notgedrungen vor elf Jahren übernommen" und überdies die Diabetiker-Ortsgruppe Stetten a.k.M. über 32 Jahre mit großem Engagement und viel Herzblut geleitet. So sah sie die Zeit gekommen, ihre Aufgabe in neue Hände zu legen, zumal sie – zwischenzeitlich mehrfache Großmutter – auch etwas mehr Zeit für ihre Familie benötige, ließ sie wissen.

Zur jüngsten Hauptversammlung im Gasthaus Zollerhof hatten sich 62 Personen eingefunden. Wie die noch amtierenden Vorsitzende dann den Anwesenden erklärte, habe der Vorstand in den vergangenen Monaten alles getan, um eine Nachfolge für den seit 1986 eigenständigen Verein zu finden, um diesen somit auch in die Zukunft führen zu können. Doch es sei gekommen, wie es wohl kommen musste: "Niemand hat sich ernsthaft für diese Ämter interessiert", bedauerte Gudrun Schindler. Weder ein Anschreiben an die Mitglieder, ein Hinweis im Newsletter der AOK, noch ein Aufruf in der Presse habe daran etwas geändert. "Und das, obwohl wir mit insgesamt 320 Mitglieder im Landkreis und sieben Gruppen in den größeren Orten auch finanziell immer noch gut aufgestellt sind", bedauerte Schindler.

"Wir hatten die Hoffnung bis zum Schluss, dass sich wenigsten zwei Personen finden, die den Vorsitz übernehmen", sagte Schindler, zumal das komplette Jahresprogramm mit vielen Vorträgen und Info-Veranstaltungen bereits komplett durchorganisiert gewesen sei. Doch leider habe sich bis zum heutigen Abend nichts getan. Und in weiser Voraussicht, dass es so kommen werde, hatte die Vorsitzende bereits in der Einladung zur Hauptversammlung, auf den dann anstehenden Beschluss zur Auflösung des Vereins hingewiesen.

Abstimmung erfolgt mehrheitlich

Mit der mehrheitlichen Zustimmung von 44 anwesenden Mitgliedern hat die Versammlung dann auch endgültig beschlossen, die Diabetiker-Selbsthilfegruppe Kreis Sigmaringen zum 28. Februar 2018 aufzulösen. Einstimmig wurde danach Roland Schindler zum Liquidator des Vereins bestimmt, der sich nun um die organisatorisch notwendigen Formalitäten kümmern wird. Unter dem Beifall der Versammlung war Schindler bereits zuvor für seine 25-jährige Mitgliedschaft geehrt worden.

 

Die Ortsgruppen

Wie am Rande der Versammlung zu erfahren war, wird es möglicherweise trotz Auflösung der Diabetikerselbsthilfegruppe Kreis Sigmaringen einen Fortbestand einiger Diabetikerselbsthilfe-Gruppen auf Ortsebene geben. In Bad Saulgau, Mengen und Meßkirch werde dementsprechend derzeit überlegt, ob und wie es möglich sei, sich auf Basis der Selbsthilfe auf Sparflamme weiter zu treffen. (gfe)