Die regionalen Kandidaten für den größten Gesprächskreis in der evangelischen Landeskirche in Württemberg stehen fest. Die Gruppe „Lebendige Gemeinde“ hat nach eigenen Angaben mit „überwältigender Mehrheit“ ihre drei Bewerber für die Landessynode für den regionalen Kirchenwahlkreis nominiert. Die „Lebendige Gemeinde“ ist eine von vier Gruppen, die Kandidaten für die Landessynode stellen.

Drei bisherige Vertreter stellen sich nicht mehr zur Wahl

Pfarrer Philippus Maier aus Albstadt, Mitglied im regionalen Arbeitskreis der „Lebendigen Gemeinde“ und bisheriger theologischer Vertreter des Wahlkreises, blickt positiv auf seine Arbeit in der zu Ende gehenden Zeit zurück. Er sei „glücklich, dass die Lebendige Gemeinde ein so junges und motiviertes Team zusammenstellen konnte“. Er hofft trotz des sehr breit gefächerten und teils schwer überschaubaren Wahlkreises vom Schwarzwald über die Alb bis nach Ostrach „auf eine breite Unterstützung“ bei den Wählern des Landkreises Sigmaringen. Neben Maier treten auch der in Winterlingen verwurzelte Ingenieur Simon Hensel und die langjährig in der Synode vertretene Ärztin Ulrike Mehne aus Tuningen nicht mehr an.

Die neuen Kandidaten

  • Pfarrer Thomas Gerold aus Geisingen im Landkreis Tuttlingen möchte neuer theologischer Vertreter werden. Der 43-Jährige ist mit Silke Bauer-Gerold verheiratet, Pfarrerin in Immendingen. Das Paar hat zwei Kinder im Alter von vier und acht Jahren. Vor seinem Dienst in der evangelischen Kirche in Württemberg hat Gerold Theologie in München studiert und dort promoviert. Danach arbeitete er für die Herrnhuter Brüdergemeine und zuletzt als Pfarrer in Königsfeld im Schwarzwald. Für die Synode sind ihm folgende Anliegen wichtig: „Eine möglichst gute personelle und finanzielle Ausstattung unserer Gemeinden, Zugangswege zum Pfarramt über das Theologiestudium direkt nach dem Abitur hinaus, damit wir auch in Zukunft genügend gute Pfarrerinnen und Pfarrer haben, und die Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit.“ Er schlägt eine verstärkte Hinführung von Kindern an den Konfirmandenunterricht vor und will bereits in der dritten Grundschulklasse zum Kennenlernen von Glaube und Kirche einladen.
  • Theologiestudent Christoph Lehmann gehört zu dem verjüngten Team und will Pfarrer werden. Der 23-Jährige ist „in der Jugendarbeit zum Glauben gekommen“ und arbeitete in den Bereichen Kinderkirche, Jungschar, Kinderferienwoche und Jugendkreis mit. Ein Auslandsjahr verbrachte er als Lehrer an einer Grundschule in Tansania. Neben seinem Studium an der Universität Tübingen leitete er unter anderem die Hochschulgruppe „Campus für Christus“ und wohnte im studienbegleitenden Albrecht-Bengel-Haus. Für Lehmann ist eine Kirche wichtig, in der eine Beziehung zu Gott und die Bedeutung der Bibel für die heutige Zeit erfahrbar sind. Die „verändernde Liebe Jesu“ solle sichtbar sein.
  • Theologiestudent Julian Kempf ist studierter Wirtschaftswissenschaftler mit einem Abschluss an der Universität Konstanz und entschied sich als zweites Studium für die Theologie. Der 25-Jährige engagiert sich in der christlichen Studentenarbeit (SMD) in Tübingen. Ihm liegt „eine vielfältige Gottesdienstgestaltung, die auch die Interessen und Bedürfnisse der jüngeren Generationen in den Blick nimmt“, am Herzen. Außerdem will er sich für eine gute pastorale Versorgung der Menschen im ländlichen Raum sowie für eine Stärkung des Ehrenamts, „des Priestertum aller Gläubigen“, einsetzen und die Zulassungsvoraussetzungen für das Pfarramt verändern: „Dieses sollte auch für Absolventen anderer staatlich akkreditierter Hochschulen geöffnet werden.“